Garten

Löffelkraut: Steckbrief, Samen & Verwendung der Bitterkresse

Quelle: Carl Hoffmann: Botanischer Bilder-Atlas nach de Candolle's Natürlichem Pflanzensystem. Stuttgart 1884.

In unserem Garten planen wir, d.h. mein Mann und ich, einen Bereich für Gewürz- und Heilkräuter. Daher überlege ich schon eifrig, welche Pflanzen dort mal wachsen sollen. Dazu gehören natürlich auch die Überlegungen, welches Kraut wofür gut ist, welche Ansprüche es hat und wie es schmeckt. Zu den Gewürz- und Heilpflanzen gehört auch das Löffelkraut (Cochlearia officinalis). Seinen Namen verdankt die Pflanze der Form ihrer Blätter.

Kurzportrait

Das Löffelkraut gehört zur Familie der Kreuzblütler. Die grünen Blätter haben lange Stiele, sind am Ende rundlich (löffelförmig, daher der Name) und erscheinen fleischig glänzend. Der Pflanzenstengel ist kantig gefurcht. Das Kraut hält sich mit seiner spindelförmigen, senkrecht wachsenden und fasrigen Wurzel gut im Boden fest. Die Wuchshöhe dieses Bedecktsamers liegt bei etwa 30 Zentimetern. Ende März bis Juni erblühen die weißen Doldentrauben. Daraus entwickeln sich als Früchte kleine Schoten, welche den Samen enthalten. Das Löffelkraut stammt ursprünglich aus den Küstengebieten Nordeuropas. Es war in der Eiszeit in ganz Europa verbreitet. Als Wildpflanze ist das Löffelkraut vorwiegend anzutreffen in den Küstenregionen Nord- und Westeuropas.

Ansprüche an den Standort

Das mehrjährige Kraut bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte. Es kann auch in raueren Lagen gut gedeihen. Was die Bodenbeschaffenheit betrifft, ist das Löffelkraut recht anspruchslos.  Der Blattertrag kann sich durch einen hohen Humusgehalt und eine gute Wasserversorgung steigern lassen. Erhöhte Salzgehalte im Boden machen dem Löffelkraut nichts aus.

Verwendungsmöglichkeiten

  • In der Küche

Aufgrund seines hohen Vitamin-C Gehaltes wird die Pflanze auch als Skorbutkraut bezeichnet. Andere Namen wie Bitter- oder Löffelkresse geben einen dezenten Hinweis sowohl auf die Verwendung in der Küche als auch auf die reichlich enthaltenen Senfölglycoside (Glucosinalate). Sie verleihen dem Kraut einen kräftigen scharf-würzigen Geschmack. Eine Verwendung der frischen Blätter der Bitterkresse ist kalten Speisen gut möglich. Bei Suppen, Soßen, Aufläufen etc. sollten die gehackten Blätter allerdings erst kurz vor dem Servieren über die warmen Gerichte gestreut werden. Essbar sind auch die hübschen weißen Blüten. Sie können zur Verfeinerung sowie zur Dekoration von Salaten und kalten Vorspeisen genutzt werden.

  • Für die Gesundheit

Dem Löffelkraut werden folgende Heilwirkungen zugeschrieben:

  • appetit-, verdauungs-, leber- und galleanregend
  • entzündungshemmend
  • für Frühjahrskuren geeignet
  • gegen Verstopfung und Harnwegsinfektionen einsetzbar
  • getrocknete Blätter werden eingesetzt gegen Gicht und Rheuma

Weil das Löffelkraut auch winterhart und sogar wintergrün ist, hat es gute Chancen sich einen Platz in unserem künftigen Kräutergarten zu ergattern.

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