Amaryllis richtig überwintern

Blüte der AmaryllisDie Amaryllis ist eine der schönsten Zimmerpflanzen die wir kennen. Die subtropische Zwiebelblume kennen wir hauptsächlich in einem wunderschönen satten Rot, das zur Weihnachtszeit blühen soll. Richtig überwintert trägt sich jedes Jahr auf´s Neue Blüten. Die Pflege ist dabei zwar sehr speziell, aber auch relativ einfach.

So blüht die Amaryllis auch nächstes Jahr

Eigentlich ist der Begriff "Überwintern" bei der Amaryllis falsch gewählt, denn ihre Blütephase fällt auf die Wintermonate Dezember und Januar. In freier Natur würde die Zwiebelblume automatisch alle notwendigen Stadien

durchlaufen, als Zimmerpflanze müssen diese simuliert werden, damit sie regelmässig blüht. Die eigentliche "Überwinterung" der Amaryllis beginnt erst gegen August. Bis dahin muss die Pflanze eigentlich nur richtig gepflegt werden. Diese Pflege beginnt, sobald die Blüte, im Idealfall auch die Blüten, verblüht sind, was meist im Februar der Fall ist. Die verwelkte Blüte wird samt Stiel abgeschnitten. Allerdings nur diese - die Blätter bleiben stehen. Was folgt, ist ein gezielter Ablauf zwischen März und Juli:
  • ab März häufiger gießen
  • Pflanze ab März/April wärmer stellen
  • ab Mai (bis Juli) alle zwei Wochen düngen
  • ein halbschattiger Platz im Freien wird bevorzugt
Dies ist die Regenerationsphase, in der die Zwiebel bereits die nächsten Blüten anfängt zu bilden. Daher ist Sonne, regelmässiges Gießen und eine Nährstoffgabe in Form von Flüssigdünger jetzt auch besonders wichtig. Die Zwiebel tankt quasi Kraft für die nächste Blühphase, die in etwa ab August künstlich eingeleitet werden muss. Hierin unterscheidet sich die Amaryllis nur wenig von einheimischen Zwiebelblumen, bei denen bspw. Frost der Indikator sein kann und der u.U. auch künstlich simuliert werden muss.

Das Einleiten der Blühphase

Zwischen März und Juli sammelt die Amaryllis die nötigen Nährstoffe für die nächste Blüte. Dieser Vorgang ist meist im Laufe des Juli abgeschlossen. Was folgt, ist die Simulation der "Trockenzeit". Ab August wird das Gießen komplett eingestellt - die Pflanze geht so in die Ruhephase über. Das Laub lassen wir welken und schneiden es zwischen September und Oktober ab, sobald alle Blätter verwelkt sind. Dies geschieht unmittelbar oberhalb des Zwiebelansatzes, wobei die Zwiebel selbst natürlich nicht verletzt werden darf. Die Idealtemperatur liegt ab jetzt bei ca. 15 Grad, die Erde bleibt auch weiterhin trocken. Der Topf mit der Zwiebel kann nun dunkel gelagert werden (beispielsweise im Keller). Es schadet ihr aber auch nicht, wenn sie an einem schattigen Platz stehen bleibt, denn Licht tut der Zwiebel eigentlich gut (das Überwintern im dunklen Keller hat man früher gemacht und ist im Grunde nicht mehr aktuell, funktionieren würde aber beides).

Ab
September wird die Zwiebel ausgegraben und umgesetzt, dabei sollte in etwa die Hälfte der Zwiebel aus der Erde schauen. Einen Monat später, im Dezember, kann man nun die Erde das erste Mal wieder befeuchten (noch nicht gießen). Die Amaryllis sollte nun hell und zimmerwarm platziert werden. Sobald im Dezember die Zwiebel treibt kann ein wenig gegossen werden (ab ca. 2cm). Ist die neue Pflanze um die 10cm groß, kann einmal pro Woche kräftig gegossen werden. Die Amaryllis sollte nun im Abstand von ein paar Tagen um 180 Grad gedreht werden, damit sich der Stiel nicht zu sehr in eine Richtung zur Sonne neigt.

Vermehrung beim Überwintern

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Amaryllis im TopfManchmal bildet die Zwiebel während der Überwinterungsphase sogenannte kleine Brutzwiebeln aus. Sie sind ideal dafür geeignet, die eigene Amaryllis zu vermehren. Hierzu werden die Brutzwiebeln abgenommen und separat eingepflanzt. Es wird allerdings ein paar Jahre dauern, bis sie sich voll entwickelt haben und eigene Blüten ausbilden. Währenddessen benötigen sie den gleichen Zyklus wie die ausgebildete Mutterzwiebel, wer also Brutzwiebeln findet und einpflanzt kann sie parallel zur Pflege und Überwinterung der originalen Amaryllis identisch behandeln. Besonders beim Gießen sollte jedoch Vorsicht walten, denn die kleinen Zwiebeln sind ungleich empfindlicher gegen zu viel Nässe und faulen somit auch schneller.

Sobald die Brutzwiebeln groß genug sind, um eigene Blütenstiele zu bilden, werden sie genauso gepflegt wie die Mutterpflanze.

Tipp: Wer seine Zwiebel nur alle vier Jahre umtopft und möglichst kleine Töpfe wählt, der optimiert den Blühprozess. Zu viel und zu häufig frische Erde und ein zu großer Topf können dazu führen, dass sie nur Blätter ausbildet, während das Gegenteil häufig sogar noch üppigere Blütenpracht zur Folge hat (bei zu kleinem Topf = Notblüte).
 
Pflegehinweise für den Winter

Auf alle Fälle sollte man wissen, dass die Amaryllis wenig Wasser benötigt. In ihrer Heimat kommt sie in ausgedehnten Trockenzonen vor. Das sollte man auch bei uns beachten.

Besonders wichtig ist das Austrocknen vor der Überwinterung. Während der Winterzeit befindet sich die Pflanze in der Ruhephase. Sie wächst und blüht nicht und muss dementsprechend weniger mit Nährstoffen versorgt werden.

Zur Vorbereitung der Überwinterung stellt man zwischen Mitte September und Mitte Oktober das Gießen ein. Den richtigen Zeitpunkt sollte man nach der Witterung wählen. Ist es im September noch sonnig und warm, kann ruhig noch weiter gegossen werden. Gestaltet sich dieser Monat schon recht herbstlich, kann die Wasserzufuhr bereits jetzt eingeschränkt werden.

Der richtige Verwahrort für den Winter

Nun heißt es abzuwarten, bis die Erde vollkommen trocken ist. Ist das der Fall, können die Blätter entfernt werden. Anschließend nimmt man die Zwiebel aus dem Topf oder man belässt sie in diesem, muss aber dann dafür sorgen, dass eine kühle Lagerung gewährleistet ist. Außerdem soll der Überwinterungsplatz dunkel sein, damit die Amaryllis nicht vorzeitig austreibt. Absolute Trockenheit ist ein Muss. Die Temperatur ist um die 10 Grad Celsius ideal. Manche Arten vertragen auch eine Temperatur bis zu 5 Grad Celsius.

Im März/April ist die Zeit gekommen, die Zwiebeln wieder anzugießen und zum Austrieb anzuregen. Im Mai steht dem Umzug ins Freie nichts mehr im Wege. Dort verbleiben die Pflanzen dann, bis im Herbst wiederum das überwintern bevorsteht.alt