Bambus überwintern - Pflege im Winter

Bambus ist zwar eine robuste Pflanze, aber nicht alle Arten sind winterhartDer Bambus wird neben seiner dekorativen Optik vor allem für seine Widerstandsfähigkeit und Haltbarkeit geschätzt. Die tropische Pflanze hat allerdings mit dem Frost nord- und mitteleuropäischer Regionen einen natürlichen Feind. Mit einigen Vorbereitungen und guter Pflege machen Sie ihn winterfest.

Winterharte Bambussorten früh einpflanzen

Unter denen in Mitteleuropa verbreiteten Bambusarten stechen die Sorten Phyllostachys und die Fargesien als besonders frostfest heraus. Als Faustregel ist Bambus umso frostsicherer, je kleiner

die Blätter der entsprechenden Art sind. Die gegen extreme Kälte widerstandfähigsten Pflanzen können bis zu minus dreißig Grad Celsius vertragen. Voraussetzung ist eine gute und möglichst über lange Zeit erfolgte Einwurzelung. Daher sollten Sie nach Möglichkeit das Frühjahr als Pflanzzeit nehmen, um dem Bambus die längstmögliche frostfreie Zeit zu geben. Nach drei Jahren ist der Bambus fest verwurzelt. Bis dahin braucht er Frostschutz-Maßnahmen.

Windgeschützten, teilschattigen Standort wählen

Der geeignete Standort entscheidet über wohl oder weh der Bambuspflanzen. Der Boden muss eine durchlässige lockere Beschaffenheit haben. Der pH-Wert sollte ein leicht saures Milieu bilden. Grundsätzlich reagiert Bambus empfindlich auf starke Sonneneinstrahlung, vor allem im Winter und starken Wind oder stetige Zugluft. Daher sollte der Standort nicht zu frei gewählt werden und beispielsweise durch eine Hauswand oder Bäume zumindest einseitig geschützt sein. Dieser Schutz wird sich auch bei möglichem späteren Frost vorteilhaft auf das Wurzelwerk auswirken.

Winterschutz für Bambus mit natürlicher Dämmung

Um Ihren Bambus gut über den Winterfrost zu bringen, müssen Sie nicht nur Erfrierungen des Blattwerks und der Wurzeln verhindern, sondern auch die häufig überraschende Austrocknung vermeiden. Grundsätzlich gibt es vier Kategorien von Bambusarten:
  • tropische nicht-winterharte, die nicht für das Auspflanzen im Freien geeignet sind
  • mäßig winterharte, die bis für kurze Perioden minus 15 Grad Celsius aushalten, wenn sie sehr geschützt gepflanzt wurden
  • gute winterharte, die bis minus zwanzig Grad Celsius aushalten
  • stark winterharte, die bis minus dreißig Grad Celsius aushalten
Bei allen winterharten Arten können die Blätter und Halme Frostschäden erleiden, die aber bei intaktem Wurzelwerk durch Neuaustrieb im Frühjahr wieder verschwinden. Spezielle Maßnahmen zum Schutz gegen Frost sind in den ersten drei Jahren nach der Pflanzung immer notwendig. Für den Schutz des Wurzel- und Stammwerks eignen sich als Schutz- und Dämmmaterial:
  • Auch bei winterhartem Bambus kann eine Dämmung gegen Frost nicht schadentrocknes Stroh lose oder in Ballenform
  • trocknes
    Laub
  • Tannen- oder Kiefernzweige
  • Stroh- oder Schilfmatten
  • Achtung: Rindenmulch eignet sich nicht!
Halten Sie entsprechend der Anzahl Ihrer Bambuspflanzen ausreichend getrocknetes Dämmmaterial bereit. Je nach Standort kann das Abdecken des Wurzelbereichs ausreichen. Die sicherste Form des Frostschutzes ist es, wenn Sie rund um Ihren Bambus eine etwa fünfzig Zentimeter hohe Umrandung aus Kaninchendraht, Stroh- oder Schilfmatten errichten. Diese Verfüllen Sie dann mit Stroh, Laub oder Zweigen und gewährleisten Schutz für das Wurzelwerk und die untere Stammregion. Nutzen Sie keine Luftpolsterfolie oder sonstige Kunststoffprodukte, da die Atmung und der Feuchtigkeitsaustausch des immergrünen Bambus dadurch unterbunden wird.

Versteckte Gefahr des Austrocknens

Sie haben Ihren Bambus winterfest gemacht und auf einmal verlieren die Blätter oder Halme ihre Farbe. Das liegt daran, dass

die Wurzeln während des Frosts nicht genug Wasser aus dem Boden ziehen können. Daher muss ständig maßvoll gewässert werden, am vorteilhaftesten mit lauwarmen Wasser, um den Wurzeln die Aufnahme zu erleichtern. Durch Vertrocknung abgestorbene Bambuspflanzen sind häufiger als tatsächlich erfrorene Exemplare. Folgende Schadbilder können sich bis zum Frühjahr entwickelt haben:
  • farblose Blätter, die auch abfallen können
  • blasse Halme, die eine fahle Oberfläche haben
  • vertrocknete Wurzel, die das Ende der Pflanze bedeutet
Bei farblosen vertrockneten Blättern und Halmen brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen, da im Frühjahr neue Austriebe die Pflanze wieder begrünen. Die alten Halmen müssen abgeschnitten werden, um Platz für die neuen zu schaffen.

Düngen nur bis zum Frühsommer

Wenn Sie Ihre Pflanzenerde nähstoffreicher machen wollen, können Sie folgende natürliche Beimischungen sofort einsetzen:
  • Torf
  • Gärtnererde
  • gegarter Kompost
Ab dem zweiten Wachstumsjahr können Sie auch organische Düngemittel verwenden:
  • Stallmist
  • frischeren Kompost
  • Drei-Monats-Rasendünger
  • chemische Stickstoffdünger
Achten Sie darauf, den Dünger nur auf der oberen Bodenschicht einzubringen und achten Sie genau auf das Wachstum der Pflanze. Überdüngung beschädigt den Wurzelstock, die vor allem im Spätsommer und im Herbst auftreten kann.

Wissenswertes zum Überwintern von Bambus in Kürze

Den Bambus erfolgreich zu überwintern, bedarf einiger Erfahrung bzw. Kenntnisse. Denn sind die Standortbedingungen nicht optimal, so zeigt die Pflanze recht schnell braune Blattspitzen. Grundsätzlich sollte der Bambus frostfrei überwintert werden. Daher ist der richtige Standort für eine Überwinterung ein heller und nicht beheizter Raum. So bietet sich das Treppenhaus genauso gut an wie die frostfreie Garage oder der helle Keller.
  • Der Bedarf an Wasser sinkt im Winterquartier und ist unter der Berücksichtigung der Temperaturen zu regeln.
  • Ein Temperaturbereich von 3 Grad Celsius bis 7 Grad Celsius gestaltet sich als optimal.
  • Während der Ruhephase benötigt eine Bambuspflanze nur relativ wenig Licht, so dass eine Floraleuchte, welche pro Tag etwa 5 Stunden in Betrieb, durchaus genügt.
  • Wird die Pflanze im Wintergarten überwintert, so ist auf einen konstanten Luftaustausch zu achten, denn nur so ist gewährleistet, dass die Pflanze nicht vergeilt.
  • Von einer Überwinterung in beheizten Räumen ist abzuraten.
Ist der Bambus nicht in einem transportablen Topf, sondern direkt in die Erde gepflanzt, dann ist keine frostfreie Überwinterung möglich. In einem solchen Fall sollte man schon bei der Pflanzung auf eine winterharte Sorte zurückgreifen.
  • Bei winterharten Bambusarten sind in klimatisch warmen Gebieten keine Probleme zu erwarten. In kälteren Gegenden sollten die Pflanzen bei tiefen Temperaturen mit genügend Winterschutz abgedeckt bzw. versehen werden. Günstig wäre es, die Pflanze mit einem lockeren Vlies zu umhüllen.
  • An frostfreien Tagen sollte die Bewässerung der Pflanze durchgeführt werden, gegebenenfalls können auch die Blätter befeuchtet werden. Kübel, welche im Freiland überwintern, sollten mit Styropor oder ähnlichen Materialien verpackt werden, um dadurch ein Durchfrieren des Substrats zu verhindern.
  • Steht die Pflanze an einem sonnigen Standort, so sollte diese vor der Wintersonne während dem Überwintern geschützt werden.alt