Rhododendron erfolgreich überwintern

rhododendron3_flWenn Ende April mit steigenden Temperaturen die ersten Rhododendren ihre Blüten in der Frühlingssonne öffnen, beginnt in den halbschattigen Bereichen des Gartens ein leuchtendes Farbspiel. Die farbenfrohen Blütentrauben erreichen Schattierungen von Weiß über zartes Rosa bis hin zu kräftigen Rot-, Gelb-oder Violett-Tönen.

Allgemeines

Wachstum und Blüten können sich natürlich nur dann optimal entwickeln, wenn sich der Rhododendron im  Garten wohlfühlt. Rhododendren bevorzugen helle Standorte ohne direkte Sonneneinstrahlung (halbschattig bis schattig).
An den Boden stellt der Rhododendron ganz besondere Ansprüche. Optimal für das Wachstum ist

folgende Beschaffenheit des Bodens:
  • sauer (pH-Wert zwischen 4,5 und 5,5)
  • kalkarm
  • humushaltig
  • locker
  • wasser- und lichtdurchlässig
Im Handel werden spezielle Substrate zur Düngung von Rhododendren angeboten, die in der Wachstumsphase für ausreichend Nährstoffe sorgen.

Überwintern im Freiland

Der Sommer neigt sich dem Ende zu und die ersten kalten Herbstnächte stellen sich ein. Damit der Rhododendron gut durch den Winter kommt, sind ein paar Dinge zu beachten:

Zur Einleitung auf die Ruhephase im Winter wird das Düngen Anfang Oktober eingestellt. Als Schutz des Wurzelballens gegen Frost können kleine Zweige von Nadelbäumen um den Stamm auf die Erde unter dem Rhododendron gelegt werden. Besser noch eignen sich Eichenlaub, zerkleinerte Rinde von Nadelbäumen oder Nadelbaumerde, das sind die abgefallenen und schon leicht verrotteten Nadeln unter Tannen oder Fichten.

Blüte des RhododendronEine Kombination aus allen drei Komponenten ergibt einen exzellenten "selbstgemachten" Kompost. Er bietet nicht nur Schutz vor Kälte, sondern sorgt auch dafür, dass der Boden locker bleibt und der pH-Wert auf einen für den Rhododendron günstigen Wert abgesenkt wird.

Ist es über längere Zeit sonnig und trocken, muss auch im Winter gegossen werden (Vorsicht vor Staunässe). Denn übersteht ein Rhododendron den Winter nicht, dann ist er meist nicht erfroren, sondern verdurstet. Während im Sommer ein Zusammenrollen der Blätter darauf hindeutet, dass die Pflanze zu wenig Wasser hat, ist dieses Phänomen im Winter ein normales Verhalten zum Schutz vor Kälte.

Scheint die Sonne tagelang ungehindert auf die immergrünen Blätter des Rhododendrons, so ist dieser bei Frost nicht in der Lage, die Verdunstung durch Wasseraufnahme zu kompensieren. Die Blätter werden trocken und braun. Wirkungsvoll kann eine Art Sonnensegel aus Holzpfählen und Stoff oder Schilfmatten sein. Eine solche Vorrichtung ist auch als Windschutz verwendbar.

Überwintern im Kübel

Die meisten Rhododendren sind winterhart und können ohne weiteres im Freien überwintern. Nur tropische Varianten sind frostempfindlich und müssen ins Haus. Gute Standorte zum Überwintern können sein:
  • windgeschützt an einer Nordwand des Hauses
  • im Schatten einer Gartenlaube
  • in einer Ecke des Gartens, die durch eine immergrüne
    Hecke geschützt ist, wie beispielsweise Thuja oder Wacholder
Es ist immer besser, wenn die Kübelpflanze an zwei Seiten (über Eck) geschützt steht, denn dann bietet der Standort dem Rhododendron auch gleichzeitig Sicherheit vor extremen Witterungsverhältnissen wie Stürmen oder eisigen Winden. Ist dies nicht möglich, kann wie bei den Pflanzen in der Erde mit einem Segel Sonneneinstrahlung und Wind abgeschwächt werden.

Um den Wurzelballen vor Kälte von unten zu dämmen, kann das Pflanzgefäß entweder auf spezielle Füße oder besser auf eine dicke Unterlage aus Styropor gestellt werden. Seitlich am Topf wird eine Schicht aus

Styropor oder Folie angebracht und mit Jute- oder Kokosmatten umwickelt. Von oben sollte die Erde mit Reisig oder Eichenlaub abgedeckt werden. Im Topf ist verhältnismäßig wenig Erde, daher besteht besonders bei Kübelpflanzen die Gefahr der Austrocknung. Es ist unbedingt regelmäßig in sonnigen und frostfreien Perioden zu kontrollieren, ob gegossen werden muss. Trotz aller Isolierung muss das Wasser abfließen können, sonst entsteht nicht nur Staunässe, sondern bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt ein dicker Eisklumpen, der den ganzen Kübel sprengen kann.

Krankheiten, Schädlinge und sonstige Schäden

Im Allgemeinen ist ein Rhododendron recht resistent gegen Krankheiten oder Schädlinge. Sind sie allerdings durch einen ungünstigen Standort oder einen zu hohen pH-Wert im Boden geschwächt, werden sie anfälliger. Dann können sie in seltenen Fällen in den Sommermonaten von Pilzen, der Rhododendron-Zikade oder der Gitternetzwanze heimgesucht werden. Im Winter ist nicht mit einem Befall zu rechnen.

Dennoch kann es zu Schädigungen kommen durch:
  • Frostschäden
  • Sonnenbrand
  • Austrocknung
  • Witterungsbedingten Schäden durch Hagel, Schneelast oder Sturm
  • Staunässe
Werden vorgenannte Regeln zur Überwinterung eingehalten, minimiert sich das Risiko ganz erheblich und man kann sich auch im folgenden Frühling wieder an seinem Rhododendron erfreuen.

Die Pflanze frostfrei halten, aber wie?

Eine Möglichkeit, den Rhododendron frostfrei zu halten, bieten dicke Kokosmatten, die um den Topf gewickelt werden und eine dicke Schickt Styropor, die unter den Topfboden gelegt wird. Zudem sollte der Topf möglichst dickwandig sein, am besten aus winterfestem Holz oder geeignetem Terrakotta. Vergessen wird bei den Kübelpflanzen oft, dass sie auch im Winter Wasser brauchen.

Also: Das Gießen des Rhododendron nicht vergessen, damit die Pflanze nicht verdurstet. Immer nur wenig Wasser geben, damit es nicht als gefrorener Eisklotz die Wurzeln zerstört oder sogar den Topf sprengt.

Einige Hobbygärtner schwören auf Tannenzweige, die um den Topf des Rhododendron gewickelt werden und ihn vor der durchdringenden Kälte schützen. Ihr Nachteil: Die Zweige beginnen früher oder später zu nadeln und damit verliert der Topf seinen Schutz. Die Kokosmatten können dagegen jedes Jahr aufs Neue verwendet werden und sind somit beispielsweise als Meterware aus dem Baumarkt eine günstige Investition, die sich lohnt. Aber auch Vlies- oder Schilfummantelungen eignen sich für den Frostschutz.

Günstiger Standort nah am Haus, bei einigen Sorten nur im Haus

Wer seine immergrüne Kübelpflanze so verpackt, sollte sie problemlos über den Winter bringen. Als Standorte für die Überwinterung eines Rhododendron eignen sich Plätze nah am Haus, die etwas gegen Wind und Niederschlag geschützt sind, denn man sollte die Pflanzen durch solche Widrigkeiten nicht unnötig belasten.

Einfach wird es, die Pflanzen zu bewegen, wenn man sie auf rollbare Untersätze stellt. Handelt es sich allerdings nicht um ein winterhartes Gehölz, dass die Kälte europäischer Winter gewohnt ist, sollte man den Topf vorsichtshalber ins Haus holen. Nötig ist das bei einigen tropischen Rhododendren - Sorten.alt

Fazit

Wer sich gerne mit üppig blühenden Sträuchern umgibt, findet in dem immergrünen Rhododendron eine absolute Bereicherung für den Garten oder die Terrasse. Egal ob als Kübelpflanze oder im Freiland - mit ein paar einfachen Vorkehrungen ist eine Überwinterung auch für den Laien einfach zu handhaben.