Zitronenbaum überwintern

ZitronenbaumDer Zitronenbaum ist eine beliebte mediterrane Pflanze, die während der Blüte einen intensiven, angenehmen Duft verbreitet. Im Handel wird er als Hochstamm, Strauch aber auch als Spalierpflanze angeboten. Bei optimaler Pflege kann diese Pflanze im Laufe eines Jahres bis zu drei mal blühen. Die Überwinterung ist jedoch nicht unproblematisch. In Sachen Unterbringung und Pflege gibt es einiges zu beachten.

Überwinterung

Bei uns werden Zitronenbäume in der Regel als Kübelpflanzen gehalten. Wenn man beim Überwintern einige Dinge berücksichtigt, treibt der Baum im Frühjahr wieder gut

aus, erfreut mit Blüten und Früchten.
  • Wichtig ist ein heller Standort! Kann man den nicht bieten, müssen spezielle Pflanzenlampen eingesetzt werden! 6 Stunden richtig Licht am Tag sind das Minimum. 
  • Ideal ist ein heller, aber kühler Wintergarten mit Temperaturen zwischen 1 und max. 10 ˚C. 
  • Ein helles Treppenhaus erfüllt den Zweck meist auch, wenn der Baum direkt am Fenster stehen kann. 
  • Den einmal gewählten Standort nach Möglichkeit nicht verändern! 
  • Baum nicht drehen! Einfach stehen lassen! 
  • Zugluft ist unbedingt zu vermeiden! 
  • Wenn gießen, dann nur wenig und mit Regenwasser! 
  • Kalkhaltiges Wasser unbedingt vermeiden! 
  • Nicht düngen! Der Baum hält Winterruhe. 
Pflegefehler
  • Wenn der Baum die Blätter verliert oder sich Schimmel auf dem Pflanzsubstrat zeigt, wurde zu viel gegossen. 
  • Ist die Erde zu feucht und die Temperatur zu niedrig, kann es zu Wurzelfäule kommen. Deshalb: Je kühler der Raum, um so weniger gießen! 
  • Zu kalkhaltiges Gießwasser führt mit der Zeit dazu, dass die Pflanze die Blätter verliert, krank aussieht und auf Dauer meist eingeht. - Blattabfall kann auch am falschen Standort liegen oder dass die Pflanze Zug abbekommen hat. Das mag sie gar nicht.
Allgemeine Pflegeansprüche des Zitronenbaumes

Ins Freie sollte der Zitronenbaum erst nach den Eisheiligen gestellt werden, also nach dem 15. Mai.
Der Standort sollte windgeschützt und sonnig sein, denn der Zitronenbaum benötigt auch im Winter ausreichend Sonnenlicht. Zugluft ist zu vermeiden.

Als Substrat eignet sich spezielle Zitruspflanzenerde. Diese besteht aus einem Gemisch aus Rindenhumus, Torf und Kalkstein oder Blähton. Das hat den Vorteil, dass Wasser gut ablaufen kann und die Wurzeln optimal mit Sauerstoff versorgt werden. Ansonsten sollte das Substrat leicht sauer sein.
Gedüngt wird in der Regel von März bis September alle 4 Wochen. Der Dünger sollte mehr Stickstoff als Phosphor enthalten.

Umtopfen sollte man erst, wenn die Wurzeln unten aus dem Topf wachsen. Auf zu häufiges Umtopfen könnte die Pflanze mit Blattabwurf reagieren.

Gegossen werden sollte möglichst mit Regenwasser, kalkhaltiges Leitungswasser ist ungeeignet. Der Zitronenbaum verträgt weder zu wenig noch zu viel Wasser.

Pflegeansprüche im Winterquartier

Das Wichtigste während der Überwinterung ist wie bereits erwähnt das Licht. Das jeweilige Winterquartier sollte vor allem hell sein mit mindestens 6 Stunden Licht pro Tag. Gegebenenfalls sollten zusätzlich spezielle Pflanzenlampen verwendet werden.

Weiterhin sollte der Raum kühl sein mit Temperaturen zwischen 1 und 10 Grad Celcius. Die 10 Grad sollten nicht dauerhaft überschritten werden.

Ist der richtige
Standort gefunden, sollte dieser für die Dauer der Überwinterung möglichst nicht mehr verändert werden. Die Pflanze sollte auch nicht mehr gedreht werden. Eine Überwinterung im warmen Wohnzimmer ist ungeeignet. Zugluft muss auf jeden Fall vermieden werden.

Der Bedarf an Wasser ist im Winter relativ gering.

Gegossen werden sollte auch jetzt nur mit Regenwasser. Dabei ist darauf zu achten, dass der Wurzelballen nicht dauerhaft feucht ist. Ansonsten könnte das, wenn zudem noch Kälte dazu kommt, zu Wurzelfäule führen.

ZitronenbaumDie Kälte würde außerdem dazu führen, dass das Wasser nicht mehr bis zur Krone transportiert werden kann, die Feuchtigkeit verbleibt im Ballen und die Pflanze vertrocknet, obwohl das Substrat augenscheinlich feucht ist. Gegossen werden sollte immer erst, wenn das obere Drittel des Substrats trocken ist. Das lässt sich leicht mit den Fingern überprüfen.

An einem besonders kalten Überwinterungsort ist es ratsam, die Pflanze von unten her mit Styroporplatten vor möglichem Bodenfrost zu schützen.

Gedüngt wird der Zitronenbaum im Winter nicht, da er sich während dieser Zeit in einer Ruhephase befindet. Erst im Frühjahr, wenn der Baum wieder nach draußen kann, kann mit einem speziellen Dünger für Zitruspflanzen gedüngt werden.

Umgewöhnung im Frühjahr

Nach der Winterpause, wenn die Tage wieder wärmer und länger werden und kein Frost mehr zu erwarten ist, muss der Zitronenbaum erst wieder langsam an die intensive Sonneneinstrahlung gewöhnt werden. 
Würde die Pflanze sofort vom Winterquartier in die volle Sonne gestellt werden, besteht die Gefahr, dass die Blätter verbrennen.

Deshalb ist es ratsam, den Zitronenbaum für etwa 2-3 Wochen erst an einen schattigen Platz zu stellen. Später kann er dann an einen sonnigen Standort wechseln, den er dann auch benötigt.

Schädlinge, Krankheiten und Pflegefehler

Bei unsachgemäßer Haltung oder Pflege kann das Zitronenbäumchen von Schädlingen aber auch Krankheiten befallen werden. Zu den Schädlingen, die im Winterquartier auftreten können, gehören Schildläuse, Spinnmilben und Blattläuse.

Ein Befall mit Schildläusen ist an klebrigen Stellen auf den Blättern zu erkennen. Die Schildläuse sitzen an den Zweigen und den Blattunterseiten. Abhilfe können ölhaltige Mittel schaffen. Spinnmilben sind an dünnen netzartigen Gespinsten an den Triebspitzen zu erkennen. Hier hilft in den meisten Fällen nur ein Insektizid.

Blattläuse können sowohl im Freien als auch während der Überwinterung auftreten. Mit einem Gemisch aus Wasser und Spülmittel, mit dem die Pflanze besprüht wird, können diese Schädlinge entfernt werden.
Eine Krankheit, die beim Zitronenbaum auftreten kann, ist die Vergilbungskrankheit. Hellgrüne oder bereits gelbe Blätter können auf diese Krankheit hindeuten. Ursachen können Trockenheit, Staunässe, Bodenverdichtung aber auch Kälte sein.

Verliert die Pflanze Blätter, kann das auch daran liegen, dass nicht ausreichend Luftbewegung da ist oder dass zu viel gegossen wurde, dann kann sich unter Umständen auch Schimmel auf dem Substrat bilden. Das Gleiche gilt für zu kalkhaltiges Wasser, auch hierauf kann die pflanze mit Blattabwurf reagieren.

Der Zitronenbaum - eine Pflanze mit mediterranem Flair

Auch wenn die Überwinterung des Zitronenbaumes nicht ganz unproblematisch ist, ist er trotz allem eine beliebte Kübelpflanze. Ansonsten ist er relativ anspruchslos und deshalb auch leicht zu kultivieren, und wenn Pflegefehler vermieden werden, kann man lange Freude an diesem mediterranen Gehölz haben.

Tipps der Redaktion

  1. Im Frühjahr wieder nach draußen stellen, aber erst langsam an die Sonne gewöhnen, sonst kann es zu Verbrennungen kommen!
  2. Wer kein geeignetes Überwinterungsquartier zur Verfügung hat, ist gut beraten, den Zitronenbaum in einer Gärtnerei überwintern zu lassen. So genannte Überwinterungsgärtnereien findet man im Internet. Oft übernimmt aber auch eine Gärtnerei in der näheren Umgebung diesen Service. Sie stellen ihn in ein kühles Gewächshaus. Das sind Bedingungen wie im Wintergarten: Regelmäßig auf Schädlingsbefall kontrollieren. Beim Überwintern eines Zitronenbaumes zeigen sich gern Schildläuse und hin und wieder auch Spinnmilben. Diese müssen so frühzeitig wie möglich erkannt und beseitigt werden, damit der Baum nicht geschädigt wird.
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