Ideen zur modernen Grabgestaltung mit Kies und Pflanzen

Bei der modernen Grabgestaltung werden in der heutigen Zeit neue Wege eingeschlagen, die sich deutlich von den traditionellen Gestaltungselementen abheben. Während früher ein homogenes Erscheinungsbild die Regel war, sind mittlerweile asymmetrische Linienführungen und außergewöhnliche Pflanzensorten gefragt. Darüber hinaus haben die meisten Menschen nicht mehr genügend Zeit, um sich oft um das Grab und seine Pflege kümmern. Pflegeleichte, dicht wachsende und immergrüne Pflanzensorten werden deshalb immer beliebter, in Kombination mit Kies, Grabschalen und Natursteinen. Auf diese Weise hat störendes Unkraut keine Chance.

Moderne Grabgestaltung

Die moderne Grabgestaltung definiert sich durch eine Kombination

aus verschiedenen und abwechslungsreichen Gestaltungselementen. Bei der traditionellen Grabgestaltung stand der Zierwert an erster Stelle, wobei der Pflegeaufwand relativ hoch war. Bei der modernen Variante geht es um ein pures Design und eine Erleichterung bei der Pflege. Im Zentrum eines Grabes steht in der Regel ein Grabstein, althergebracht wurden geformte und eben geschliffene Steine dafür verwendet. Heutzutage wird dieser Grabstein durch Skulpturen, grobe Natursteine, Grabkreuze aus Metall und Grabpfeiler ersetzt, welche dem Grab eine moderne Note verleihen. Die bisher übliche Umrandung des Grabes, aus dem gleichen Material wie der Grabstein, wird vielerorts durch den Einsatz von Pflanzen abgelöst:
  • Auf natürliche und fließende Komponenten setzen
  • Modern sind asymmetrische Anordnungen auf der Grabfläche
  • Grabsteine und Grabkreuze statt ans Ende, in die Mitte des Grabes stellen
  • Große Natursteine kreieren Inseln der Ruhe in der Grabfläche
  • Steinerne Grab-Umrandung durch kleine und immergrüne Heckenpflanzen ersetzen
  • Statt einheitliche, besser verschiedenartige Steinsorten miteinander kombinieren
  • Durch außergewöhnliche Strukturen der einzelnen Elemente werden besondere Effekte erzielt
  • Höhenunterschiede bei den Pflanzen und den Steinen
  • Mix aus Blumen und Sträuchern
  • Bepflanzte Grabschalen, die der Saison angepasst werden können
Planung

Damit die moderne Grabgestaltung erfolgreich gelingen kann, sollte diese vor dem Arbeitsbeginn gut geplant werden. In diesem Zusammenhang sind viele Faktoren zu berücksichtigen, die wichtigsten sind die feststehenden Regeln der jeweiligen Friedhofsordnung. Im Nachhinein vorgenommene Änderungen sind mit einem nicht unerheblichem Arbeitsaufwand und zusätzlichen Kosten verbunden. Darüber hinaus sollte das Grab auch zum Verstorbenen passen, um dessen letzte Wünsche zu ehren. Die folgenden Kriterien sind dabei zu berücksichtigen:
  • Regularien des Friedhofes durchsehen
  • Ausrichtung, Größe und Standort des Grabes erkunden
  • Gestaltung der naheliegenden Gräber beachten
  • Format und Farbgestaltung der Grabstätte bestimmen
  • Größe und Form der Umrandung festlegen
  • Beschaffenheit und Schwere der Steine erkunden
  • Bodenqualität und Lichtverhältnisse erforschen
  • Freie Zeit für den Pflege-Einsatz und vorhandenen Etat festhalten
  • Maßstabsgetreue Skizzen anlegen, vorerst mit diversen Ideen für die Gestaltung
Grabgestaltung mit Kies

Kies löst immer mehr die Erde auf Gräbern ab, da dieses Material leichter in der Handhabung und weniger pflegeintensiv ist. Vor allem weiß gefärbte Kieselsteine sehen edel aus und bringen die Farbenpracht der ausgesuchten Pflanzen ideal zur Geltung. Der große Vorteil beim Kies ist, dass dem Unkraut und Moos das Leben schwer gemacht wird, da die Sauerstoff- und Lichtzufuhr unterbrochen wird. Im Fachhandel gibt es ein großes Angebot an unterschiedlichen Kies-Sorten, welche perfekt an die jeweilige Grabstätte angepasst werden können:
  • Kieselsteine gibt es in weiß, grau, bunt eingefärbt und in dezenten Naturtönen
  • Die gewünschte Fläche etwa 20-25 cm tief ausgraben
  • Sämtliche tote Materie (Unkraut und Wurzeln) und Steine beseitigen
  • Unter dem Kies robustes Vlies verlegen, damit kein Unkraut nach wachsen kann
  • Kies flächendeckend auf die gewünschten Stellen auftragen
  • Aussparungen für den Grabstein, die Pflanzen, Grabschalen und Grableuchten lassen
  • Kieselsteine lassen sich zu interessanten Formen und Muster auslegen
  • Mit größeren Steinen Formen bilden, z. B. Kreise oder Rauten, und mit Kies befüllen
  • Ausreichende Menge an Kies bestellen, mit Bedarfsrechner im

    Fachhandel ermitteln
  • Um das Grab herum ebenfalls Kies auslegen, um Unkraut
    fernzuhalten
Grabgestaltung mit Pflanzen

Die Bodendecker sind die Klassiker bei den Grabpflanzen, zur Auswahl steht ein breites Sortenangebot, wobei Efeu und Erika immer noch sehr beliebt sind. Für die moderne Grabgestaltung gibt es außerdem noch viele, meistens eher unbekannte Pflanzen, die dem Grab ein neuartiges Ambiente verleihen. Viele Friedhöfe sind als eine Art Park angelegt, deshalb liegen die Gräber oft unter baumbestandenen Alleen im Schatten. Deshalb ist beim Kauf von neuen Pflanzen stets auf deren Ansprüche an den Standort zu achten. Immergrüne und spät blühende Pflanzen schmücken das Grab auch im Winter noch mit farblichen Akzenten, ideal ist eine Mischung aus Früh- und Spätblühern. Wenn die späte Blütezeit vorbei ist, dann beginnen im Frühling und Sommer erneut die anderen Pflanzen auf dem Grab zu blühen. Auf diese Weise erstrahlt das Grab das ganze Jahr über in einer tollen Blütenpracht. Für eine schöne Abwechslung und frische Farbakzente sorgen saisonale und meistens unkomplizierte Blütenpflanzen. Darüber hinaus sind bei der Grabbepflanzung die Pflanzen mit einem symbolischen Charakter sehr beliebt, welche nicht nur die Gefühle der Trauernden zum Ausdruck bringen, sondern auch die Charakterzüge des Toten beschreiben. Für größere Gräber lassen sich auch Bäume und Sträucher für die Grabgestaltung verwenden und in die gewünschte Form ziehen und schneiden:
  • Mit immergrünen Bodendeckern sieht das Grab ganzjährig großartig aus
  • Halb- bis vollschattenverträgliche Bodendecker: Dickmännchen, Efeu, Fetthenne, Haselwurz, Immergrüne Heckenkirsche, Mühlenbeckie, Spindelstrauch, Sternmoos, Ysander, Zwergmispel
  • Optimal für den Winter: Rote Teppichbeere, maximal 15 cm hoch, rote Blüten von Oktober-Mai
  • Bodendecker für sonnige Standorte: Fliederpolster, Stachelnüsschen, niedrig wachsende Rosen, Thymian, Wacholder, Wollziest
  • Pflanzen für feuchte Bodenverhältnisse: Jakobsleiter, Pfennigkraut, Schachbrettblume, Sibirische Iris, Sumpfschwertlilie, Taglilie
  • Saisonale Blütenpflanzen: Alpenveilchen, Begonien, Chrysanthemen, Herbstastern, Petunien, Schneeheide, Stiefmütterchen, Studentenblume, Veilchen
  • Symbolische Pflanzen: Gedenkemein, Hängende Kätzchenweide, Lebensbaum 'Thuja', Lilie, Schlüsselblume, Tränendes Herz, Vergissmeinnicht
  • Bäume und Sträucher: Blaugraue Zwergzypresse, Blauer Zwerg-Wacholder, Buchsbaum, Fächer-Ahorn, Japanische Azalee, Säulen-Eibe und alle immergrünen Beerensträucher
  • Ein Mix aus ungewöhnlichen Pflanzensorten verleiht dem Grab ein modernes Ambiente
Tipp: Beim Anordnen der Pflanzen einige Lücken lassen und diese mit Grabschalen und Grableuchten schmücken. Dadurch wird das Gesamtbild aufgelockert und ein harmonischer Eindruck entsteht.

Pflege & Instandhaltung

Bei der Bepflanzung ist unbedingt darauf zu achten, dass die ausgesuchten Sorten einigermaßen trockenheitsverträglich, damit auch längere Pausen bei der Pflege und sonnige Standorte bessere vertragen werden. Außerdem ist die Graberde auf den meisten Friedhöfen eher sandig und neigt zu Trockenheit. Blumen müssen während trockener Wetterlagen ausreichend gegossen werden, damit die Blütenpracht lange anhalten kann, deshalb sind Blumengräber besonders pflegeintensiv. Wer nur wenig Zeit hat, sollte auf immergrüne und anspruchslose Pflanzen setzen:
  • Dicht wachsende Bodendecker und ausgelegter Kies verhindern unansehnlichen Unkrautwuchs
  • Efeu wuchert schnell und wächst über alle Grenzen hinaus, an rechtzeitigen Rückschnitt denken
  • Bei wenig Zeit für Pflege ist farbiger Rindenmulch eine pflegeleichte Alternative zu Bodendeckern
  • Blütenpflanzen regelmäßig gießen und pflegen
  • Staunässe unbedingt vermeiden
  • Verfaulte Blüten- und andere Pflanzenteile gewissenhaft entfernen
  • Trockene Blätter entfernen, diese Arbeit fällt besonders im Herbst verstärkt an
  • Grabfläche sturmsicher anlegen, muss starke Windböen aushalten können
  • Grabstein, Grabschalen und Grableuchten fest und diebstahlsicher verankern
Tipp: Um die Pflege der Grabstelle zu erleichtern, lassen sich Trittsteine auf der Grabfläche verlegen, die einen vereinfachten Zugriff zu allen Bereichen ermöglichen.

Fazit

Bei der modernen Grabgestaltung werden neue Akzente gesetzt, die sich stark von den traditionellen Gestaltungselementen unterscheiden. Statt einheitliche und symmetrische Formgebungen finden heutzutage asymmetrische Linienführungen den Einzug bei der Grabstätte. Der Grabstein muss nicht mehr am Ende des Grabes stehen und perfekt behauen sein, sondern darf in der Mitte platziert werden und aus einem unbearbeiteten Naturstein bestehen. Der Einsatz von Kies für die Gestaltung der Ruhestätte verringert den Pflegeaufwand und unterdrückt langfristig das Wachstum von Unkraut. Darüber hinaus lassen sich mit Kieselsteinen in verschiedenen Farben, Formen und Größen auch formschöne Strukturen anlegen. Bei der Bepflanzung steht ebenfalls die Reduzierung des Pflege-Einsatzes im Vordergrund, anspruchslose und robuste Blumen, Bäume und Sträucher sind gefragt. Immergrüne und winterfeste Pflanzen lassen das Grab ganzjährig attraktiv erscheinen und verzeihen auch eine längere Pause bei der Pflege.