Grabgestecke für Totensonntag selber machen - DIY-Anleitung

Neigt sich das Kirchenjahr dem Ende zu, dient der letzte Sonntag vor Beginn der Adventszeit dem liebevollen Gedenken der Verstorbenen. Dieses wird zum Ausdruck gebracht, indem die Gräber mit viel Liebe zum Detail herausgeputzt werden. Traditionell verwandelt sich der Friedhof in ein Lichtermeer, das den prächtigen Grabschmuck dezent illuminiert. Als Teil aktiver Trauerarbeit entscheiden sich Angehörige, Grabgestecke für Totensonntag selber zu machen mit dem Nebeneffekt der Kostenersparnis. Die folgende DIY-Anleitung erklärt, wie es gelingt für sakrale, traditionelle und moderne Gestaltungsvarianten.

Klassisches Pflanzkreuz

Religiöse Symbole dienen von alters her als Vorlage klassischer Grabgestecke

für Totensonntag. Die folgende Anleitung integriert edle Accessoires, die dem Arrangement eine geschmackvolle Note verleihen.

Materialbedarf
  • 1 Kreuz aus Rebe oder Rattan
  • 5 Tannenpicks (Triebspitzen mit 3-4 Zweigen, ca. 20-23 cm lang)
  • Grüne und cremefarbene Wollkordeln
  • 1 Handvoll Flockenwolle
  • 1 cremefarbene Softrose für Outdoor geeignet
  • Weiße Perlennadeln aus Acryl, 6,5 cm lang
  • Silberne oder goldene Drahtschnecken
  • 2 Dekoherzen aus wetterfestem Material mit Befestigungsdraht, 5,5 cm x 5,5 cm
  • Blumendraht
  • 100 Gramm Islandmoos
  • Steckmasse oder Graberde zum Befüllen
Diese Materialliste kann abgewandelt werden, indem eine Steckunterlage in einer anderen Form gewählt wird. Die Farbkombination aus Cremeweiß und Grün mit silbernen oder goldenen Accessoires lässt sich in andere Nuancen modifizieren. Schauen Sie sich im Bastelladen einfach einmal um, was das dortige Sortiment zu bieten hat. Die folgende Anleitung funktioniert ungeachtet der gewählten Farbkomposition:

Dem Trauerkreuz verleihen Sie besondere Stabilität, indem es gefüllt wird mit Graberde oder in Form geschnittener Steckmasse. Aus dem Blumendraht werden 6 Zentimeter lange Haken geformt, um das Islandmoos auf der Unterlage zu fixieren. In der Mitte des Gestecks formen Sie mit dem Wollkordeln und der Flockenwolle ein rundes Nest mit einem Durchmesser von ca. 15 Zentimetern. Befestigt wird das Ganze mit Perlennadeln. Arrangieren Sie die Wollschnüre so, dass die beiden Enden rechts und links des Kreuzes drapiert werden. Idealerweise drahten Sie diese Enden spiralig in Form. Im nächsten Schritt betten Sie die Rose in das Nest ein. Mit den Tannenspitzen füllen Sie die Lücken an den vier Enden des Kreuzes und arbeiten die restliche Flockenwolle ein, um noch mehr Fülle zu kreieren. Den Feinschliff verleihen Sie dem Trauerkreuz mit den Dekoherzen und den goldenen Drahtspiralen.

Modernes Trauerherz

Die folgende Anleitung für eine selbst gemachte Trauerfloristik versucht einen Brückenschlag vom klassischen Herzmotiv als Steckunterlage zur modernen Kreation dank einer asymmetrischen Formgebung und der Verwendung zeitgemäßer Materialien.

Materialbedarf
  • 1 spitz zulaufendes Moosherz aus Rebe mit bepflanzbarer Mitte, z. B. 40x30x9 cm
  • 2 Zweige mit künstlichen, befrosteten Beeren in Creme
  • 2 kleine Kreuze aus Birkenholz, ca. 7-8 cm lang
  • 50 Gramm Flockenmoos natur
  • 20 Gramm Heu aus Leinfaser, grün gefärbt
  • 1 Softrose in Creme mit offener Blüte aus wetterfestem Material
  • rauerband, silber oder transparent mit schwarzen Streifen, 4 cm breit
  • Schwarz-weißes Trauerband mit Drahtkante, 4 cm breit, 2 m lang
  • 4 Fichtenzapfen zum Basteln, weiß oder silbern besprüht
  • 1 kleines Moosherz, ca. 7 cm groß in Naturgrün
  • Blumendraht
  • Heißkleber
Pflanzherzen gibt es in einer schier unendlichen Vielfalt an Formen und Materialien. Als Unterlage für ein Grabgesteck zu Totensonntag empfiehlt sich ein wetterbeständiges Moosherz, gefertigt aus Rebe, Reisig oder ähnlichen naturverbundenen Materialien. Im Gegensatz zu einem steinernen Herz, ist das Moosherz leicht zu handhaben, um die folgende Anleitung in die Tat umzusetzen:

Mit dem Flockenmoos wird das Trauerherz gefüllt, um darüber das grüne Leinfaser-Heu locker anzuordnen. Die große Softrose wird am Stiel auf 10 Zentimeter eingekürzt

und dann schräg auf der linken
Seite in das Moos geschoben, um sie darin dekorativ einzubetten. Es folgen die 4 weißen oder silbernen Fichtenzapfen, die rechts neben der Rose arrangiert werden. Das kleine Moosherz drahten Sie von hinten mit dem Blumendraht fest unterhalb von Rose und Zapfen. Auf dem kleinen Moosherz wird das Birkenkreuz mit Heißkleber befestigt. Die verbliebene Lücke auf dem Moos wird mit befrosteten Beerendolden dekoriert. Achten Sie darauf, dass das gesamte Arrangement kompakt und fest nach unten geschoben wird. Nun legen Sie das schwarze Streifenband so um das Herz, dass es am unteren Ende verknotet werden kann. Mit Heißkleber noch in der oberen Herzmulde festgeklebt, kann es nicht verrutschen. Das zweite Band knoten Sie daran an, sodass ein schöner Schweif entsteht. Hier könnte das zweite Birkenkreuz angebracht werden.

Grabkranz selber binden und dekorieren

Für Hobbygärtner mit eigenem Baumbestand oder großen Koniferenhecken ist es Ehrensache, für Totensonntag einen Kranz als Grabschmuck selber zu binden und zu dekorieren. Neben dem grünen Bindematerial, liefert eventuell der Garten getrocknete oder frische Blumen für die Kopfgarnierung. Alternativ werden wetterfeste Deko-Materialien im Bastelladen hinzugekauft.  

Materialbedarf
  • 1 Strohkranz mit maximal 60 Zentimetern Durchmesser
  • 1 Ziegel Steckmasse aus dem Fachhandel
  • 1-2 Rollen dunkelgrünes Vliesband
  • Stützdraht für die Blumenstiele
  • Wickeldraht zum Binden
  • 1 Rolle grüner Maschendraht aus dem Baumarkt
  • Messer, Gartenschere und Drahtschere, alles extra scharf geschliffen
  • Bindegrün, Trockenblumen, frische Blumen, Beerenzweige, Efeu und ähnliche Materialien
Für eine große Doppelgrabstätte darf der Kranz auch größer sein als 60 Zentimeter. In diesem Fall erhöht sich der Materialbedarf nur unwesentlich. Lediglich ein weiterer Ziegel aus Steckschaum ist einzuplanen.

Anleitung zum Binden

Die Tannenzweige, Thujatriebe oder ähnliches Bindegrün werden auf eine Länge von ca. 5 Zentimetern geschnitten und in kleinen Bündeln bereit gelegt. Den Strohkranz umwickeln Sie mit dem grünen Vliesband, damit die Unterseite adrett aussieht. Jetzt legen Sie jeweils zwei Bündel des Grüns auf den Kranz und binden diese mit 1-2 Umwicklungen fest. Arbeiten Sie dabei stets von außen nach innen, bis das Grün die Tischplatte berührt. Die nächste Reihe wird mit leichtem Versatz und überlappend angelegt. Wichtig zu beachten ist, dass die Spitzen der neuen Reihe die Stiele der vorhergehenden Reihe bedecken. Da eine Kopfgarnierung vorgesehen ist, wird der Kranz nicht vollständig gebunden. Stattdessen bleibt ein Stück von der Größe des Steckkissens frei. Die Drahtenden bleiben so lang, dass sie auf der unteren Seite des Kranzes verknotet werden können.  

Tipp: Ist eine Rolle des Wickeldrahtes verbraucht, formen Sie aus dem Ende eine Schlaufe. Den Anfang der neuen Spule führen Sie durch die Öse hindurch und zwirbeln eine zweite Schleife, um die Wickelarbeit nahtlos fortzusetzen.

Schritt für Schritt zur fertigen Dekoration

Damit die eigenhändig gefertigte Trauerflorisik eine opulente Optik schafft, sollte ein Kranz zu 2/3 mit einem Gesteck dekoriert sein. Als Unterlage dient der Steckziegel, der in einem Eimer mit Wasser getränkt wird, sofern frische Blumen verwendet werden. Den Ziegel packen Sie in den Maschendraht und befestigen ihn an der vorgesehenen Stelle auf dem Kranz mit Wickeldraht. Legen Sie diesen dabei exakt auf die Streben des Maschendrahtes, damit das Dekormaterial hier noch Platz findet. In diesen Schritten gehen Sie weiter vor:
  • Um den Steckschaum herum auf der Rückseite größere Tannen- oder Laubzweige in den Kranz stecken
  • Idealerweise läuft das Arrangement zu den Seiten hin aus in Efeuranken oder schmalen Koniferenwedel
  • Für den vorderen Kranzteil kürzere Zweige verwenden, die maximal bis in die Kranzmitte ragen
  • Die kreative Anordnung auf dem Steckmaterial setzt mittig an mit einer großen Blume
  • Die Längen der übrigen Materialien orientieren sich daran, um über dem Grün und unter der Leitblume zu stehen
  • Zu biegsame Stängel werden mit Stützdraht stabilisiert, der spiralförmig um den Stiel gewickelt wird
Den Abschluss bilden liegende Blumen oder Dekozweige, sodass keine großen Lücken zum Grün entstehen. Beginnen Sie bei der Komposition der bunten Dekoration stets mit kräftigeren Sorten und beenden die Kreation mit dem filigranen Beiwerk. Für ein Grabgesteck sollten nicht mehr als 3-5 Blumensorten verwendet werden, die idealerweise in ähnlichen Farbnuancen erscheinen.

Fazit

Schöne Trauerflorisik ist längst nicht mehr nur den Fachleuten vorbehalten. Ausgestattet mit den richtigen Materialien und einer guten Portion Kreativität, können Sie Grabgestecke für Totensonntag ganz einfach selber machen. Nehmen Sie diese DIY-Anleitung als Inspiration zu Hand, um für den hohen Feiertag die Ruhestätte eines lieben Verstorbenen würdig zu schmücken.