Anleitung: Grabpflege im Winter - das gibt es zu tun!

Traditionell werden die Gräber zwischen Allerheiligen (01. November) bis spätestens zum Totensonntag auf den Winter vorbereitet. Zum Gedenken der Verstorbenen schmücken die Angehörigen das Grab mit stilvollen Gestecken und stellen in der dunklen Jahreszeit meist auch ein Grablicht auf. Doch was fallen sonst noch für Arbeiten im Winter an?

Zwar fällt im November und Dezember in vielen Teilen Deutschlands kaum Schnee, doch spätestens im Januar und Februar muss jedes Jahr mit Kälteeinbrüchen gerechnet werden. Daher ist es zu Beginn des Winters höchste Zeit für die Grabpflege. Das Grab muss auf

Fröste, Schnee und Eis vorbereitet werden. Zudem ist eine entsprechende Dekoration sinnvoll, damit das Grab auch im Winter einen gepflegten Eindruck macht. Im Winter gilt es, eher gedeckte Farben einzusetzen, damit das Grab nicht unruhig wirkt.

Vorbereitung auf die ersten Fröste

Die saisonale Bepflanzung mit Blühpflanzen ist im November in der Regel verblüht oder welk. Bevor das Grab für die Wintermonate geschmückt wird, sollten im Vorfeld alle abgestorbenen Pflanzenteile zurückgeschnitten sowie einjährige Pflanzen komplett ausgegraben und entsorgt werden. Stehen um das Grab herum große Laubbäume, wird es in gewissen Abständen immer wieder notwendig sein, das Laub einzusammeln, das auf das Grab gefallen ist oder vom Wind dorthin geweht wurde.
  • alle einjährigen Pflanzen mitsamt Wurzeln ausgraben (Saisonbepflanzung)
  • verwelkte Blätter mehrjähriger Stauden abschneiden
  • Sträucher und Bäume zwischen Ende November und Februar zurückschneiden
Neuanpflanzungen vor dem ersten Schnee

Solange der Boden noch nicht gefroren ist, darf noch gepflanzt werden. Zwar sind der Herbst oder das Frühjahr bessere Zeiten, um das Grab neu zu gestalten, unempfindliche Gewächse können aber auch noch relativ spät im Jahr eingesetzt werden. Auch Koniferen, immergrüne Gehölze oder Bodendecker sind eine gute Wahl zur Grabbepflanzung. Einige von ihnen schmücken das Grab mit bunten Beeren über den Winter und sorgen so für Farbtupfer in der sonst tristen Umgebung. Zu diesen Gehölzen gehören beispielsweise:
  • Rotholz-Hartriegel "Sibirica": rote Herbstfärbung der Rinde
  • Roter Hartriegel "Mitwinter Fire": leuchtend orange Rinde
  • Niedrige Scheinbeere (Gaultheria procumbens): immergrüner Bodendecker, rote Beeren über den gesamten Winter
  • Spindelsträucher (Kriechspindel, Euonymus frunei): weiß/grüne oder gelb/grüne Blätter über den Winter
  • Torfmyrte (Pernettya mucronata): weiße, rosa oder rote Beeren ab dem Spätsommer
  • Stechpalme (Ilex): rote oder orangefarbene Beeren
Tipp: Vorsicht ist bei empfindlichen Pflanzen wie dem Buchsbaum geboten. Sehr spät eingepflanzt kann er sich nicht ausreichend auf den Winter vorbereiten und erfriert bei starken Frösten.

Saisonale Winterbepflanzung

Auch in der kalten Jahreszeit müssen Sie nicht auf frisches Grün und Blüten verzichten. Zwar ist die Auswahl nicht sehr groß, aber selbst für den Winter gibt es ein paar Blühpflanzen, die sich hervorragend für die Gestaltung von Gräbern eignen. Pflanzen haben es nicht leicht in der kalten Jahreszeit, denn sie müssen eisigem Wind, Bodenfrost und manchmal einer dicken Schneedecke trotzen. Deshalb dürfen nur solche Arten ausgewählt werden, die über eine ausreichende Winterhärte verfügen. Zu den Winterblühern gehören:
  • Heidekraut (wie die Besenheide, Calluna vulgaris): sehr robuste Pflanze, blüht in milden Wintern sogar durchgehend
  • Christrosen (Helleborus niger): blühen in der dunkelsten und kältesten Jahreszeit, einige Arten schon vor Weihnachten, Blütenfarbe in Weiß, Gelb und Pinktönen
Auch verschiedene Sträucher blühen im Winter:
  • Winterjasmin: gelbe Blüten von Dezember bis April, geschützter Standort
  • Winterschneeball: ab November rosafarbene, duftende Blüten
Tipp: Fragen Sie gezielt nach Winterblühern in Ihrer Friedhofsgärtnerei. Hier kann man Ihnen oft ein umfangreiches Sortiment anbieten und gute Ratschläge geben.

Blumenzwiebeln einsetzen


/>Schon zum Ende des Winters erscheinen oft unter einer Schneedecke die ersten Boten des Frühlings. Zu ihnen gehören eine Reihe von Zwiebelpflanzen, die auch auf Gräbern eine wundervolle Stimmung verbreiten. Die Blumenzwiebeln sollten vorzugsweise ein paar Wochen vor den Dauerfrösten in den Boden eingepflanzt werden. Zudem kommen Blumenzwiebeln, die
als erste Frühlingsboten erscheinen, jetzt schon in die Erde. Zu den früh blühenden Zwiebelpflanzen gehören:
  • Schneeglöckchen (Galanthus)
  • Märzenbecher (Leucojum vernum): wird oft mit dem Schneeglöckchen verwechselt
  • Krokus (Crocus): Blütenfarbe in Gelb, Violett, Blau, Weiß
  • Sternhyazinthe, Schneeglanz (Chionodoxa): Blüte in Blautönen bis Weiß
  • Blaustern (Scilla-Arten): meist blaue, manchmal rosa oder weiße Blüte (März)
  • Tulpen (Tulipa)
  • Osterglocken (Narcissus)
Tipp: Am schönsten wirken Zwiebelpflanzen, wenn sie in Gruppen von mindestens fünf Pflanzen gesetzt werden. Richtig spektakulär sind ganze Teppiche von 30-50 Exemplaren.

Gießen im Winter

Kommt es zu längeren Trockenzeiten, muss auch im Herbst und Winter auf dem Friedhof regelmäßig gegossen werden. Vor allem die immergrünen Pflanzen wie Bodendecker oder Koniferen leiden, wenn die Sonne scheint und der Boden gefroren ist. Allerdings sollte im Winter sehr sparsam gegossen werden, damit es nicht zu Staunässe kommt. Meist reicht schon eine halbe bis ganze Gießkanne voll Wasser aus, um den Feuchtigkeitsbedarf der Pflanzen zu decken.

Dekoration des Grabes

Zur Grabpflege im Winter gehört für viele Menschen auch die Dekoration. Wer sein Grab für den Winter vorbereitet, sollte dabei mit einplanen, dass eine ausreichend große Fläche auf dem Grab für ein Gesteck oder Ähnliches freigehalten wird. Einfach auf die Zweige der Abdeckung oder die wintergrünen Pflanzen gelegt, kommen die Gestecke oder Kränze nicht ausreichend zur Geltung. Besser ist es, eine Steinplatte auszulegen (beispielsweise aus dem gleichen Material wie der Grabstein) oder ein festgelegtes Areal dick mit Rindenmulch (verschiedene Farben erhältlich) zu bestreuen. Kränze können zudem an einer Halterung angebracht werden, sodass sie etwas aufrechter stehen und sich somit vom Untergrund abheben. Eine andere Möglichkeit, ein Gesteck besonders hervorzuheben, besteht darin, einen kleinen Erdhügel aufzuschütten, um darauf die Dekoration zu platzieren.
  • nur robuste Materialien verwenden (frost- und witterungsunempfindlich)
  • Kränze oder Gestecke aus getrockneten Pflanzen
  • Grablichter oder Grablaternen
  • Figuren (beispielsweise Engel) aus Stein oder anderen witterungsbeständigen Materialien
Tipp: Die winterliche Dekoration sollte unbedingt gut befestigt werden, damit sie vor stürmischen Winden im Winter geschützt ist.

Wenn keine Bepflanzung im Winter gewünscht wird

Ein Grab muss nicht zwingend im Herbst oder frühen Winter neu bepflanzt werden. Und nicht immer müssen es Setzpflanzen sein, die ein Grab schmücken. In einigen Gegenden ist es üblich, alle Pflanzen im November aus der Erde zu nehmen, um das Grab winterfest zu machen. Damit das Grab nicht trostlos aussieht, bietet sich eine Abdeckung mit Zweigen an. Besonders auf Doppelgräbern, auf denen deutlich mehr Fläche zu bearbeiten ist, hat sich eine Kombination mit Zierkies oder Splitt bewährt. Hier können wunderschöne Bilder oder Muster kreiert werden, die über den ganzen Winter halten und nahezu keine Pflege benötigen. Diese Variante ist vor allem für Angehörige geeignet, die nur wenig Zeit haben, sich intensiv um die Pflege des Grabes zu kümmern. Vor dem Abdecken des Grabes sollte der Boden jedoch erst einmal vorsichtig gelockert und alle alten Wurzeln entfernt werden.

Grababdeckung

Eine Abdeckung mit Zweigen dient nicht nur der Verschönerung der kahlen Flächen auf einem Grab, sondern schützt gleichzeitig Zwiebeln, Knollen und Wurzeln der Pflanzen vor Frösten. Immergrüne Bodendecker dürfen nicht abgedeckt werden, da sich sonst womöglich darunter die Feuchtigkeit staut und das zu Schimmelbildung führt. Geeignete Zweige:
  • Lebensbaum
  • Tannenzweige
  • Muschelzypresse
  • Wacholder
  • Stechpalme
  • Eibe
  • Fichte
In milden Wintern ist eine Winterabdeckung eigentlich nicht unbedingt notwendig. Unter einer dicken Schicht aus Zweigen faulen die darunterliegenden Pflanzen schnell. Allerdings ist in rauen Lagen bei frostempfindlichen Gewächsen ein Schutz sehr sinnvoll. Dieser sollte aber niemals zu dick ausfallen, damit die Schicht nicht erdrückend wirkt. Besser eignet sich eine dünne Schicht, unter der die Luft gut zirkulieren kann.
  1. Sehr edel wirken Zweige von Nordmanntannen, die in möglichst kleine Stücke geschnitten und sehr dicht (wie Schuppen) übereinandergelegt werden.
  2. Blautannen oder gelbgrüne Lebensbäume bringen einmal andere Farben ins Spiel.
  3. Unterschiedliche Zweige wie Blautanne, Wacholder und Latschenkiefer können in Mustern (Kreuz, Kreis, Stern, Herz, Weihnachtsbaum) ausgelegt werden.
Fazit

Ist das Grab gut auf den Winter vorbereitet, fallen in der kalten Jahreszeit nicht viele Arbeiten an. Neben einer gelegentlichen Kontrolle, ob ein Sturm das Grab in Unordnung gebracht hat, gilt es bei der Grabpflege im Winter, die Bepflanzung in größeren Abständen mäßig zu gießen. Ohne Bepflanzung macht ein Grab einen gepflegten Eindruck, wenn es mit immergrünen Zweigen abgedeckt ist. Mit Zweigen unterschiedlicher Koniferen lassen sich hübsche Bilder oder Muster kreieren, die zu den Feiertagen nur noch mit einem Kranz, Gesteck oder frischen Blumenstrauß ergänzt werden können.