Pflegeleichte Grabbepflanzung und Grabgestaltung

Je nach Standort der Grabstätte kann es erforderlich sein, eine besonders pflegeleichte Grabbepflanzung auszuwählen. Nicht immer kann jemand regelmäßig zum Gießen, Unkraut zupfen oder Beschneiden vorbeischauen. Wer solche Überlegungen bereits bei der Grabgestaltung und Erstbepflanzung mit einbezieht, wird über Jahre hinweg jederzeit einen geschmackvollen, schönen Ort der letzten Ruhe für einen geliebten Menschen besuchen können. Die Gestaltung einer pflegeleichten Grabstätte will also gut geplant sein. Der begrenzte Raum sowie der lokale Standort sind weitere wichtige Faktoren für die Planung.

Grabhügel

Direkt nach der Beerdigung ist zunächst ein Grabhügel vorhanden. Erst nach ungefähr vier bis sechs

Monaten wird dieser soweit abgesunken sein, dass man das Grab endgültig gestalten und bepflanzen kann. Wie lange das im Einzelfall dauert, hängt ganz von den Witterungsbedingungen und der Bodenbeschaffenheit ab. In dieser ersten Zeit kann man saisonale Pflanzen darauf setzen oder den Hügel einfach leer stehen lassen und abwarten, bis die Erde eine ebene Fläche mit der Umgebung gebildet hat.
    
Friedhofsordnung

Auf vielen Friedhöfen gibt es gewisse Regelen für die Grabgestaltung eines Grabes. Man möchte, dem Friedhof als Ganzes eine ruhige und harmonische Optik geben. Die Vorschriften können von der Größe des Grabsteines bis zur Bepflanzung für die jeweiligen Jahreszeiten reichen. Sich dazu bereits im Vorfeld bei der Friedhofsverwaltung zu erkundigen, kann im Nachhinein viel Mehrarbeit und Ärger ersparen.

Planung

Ist die Grabstätte bereit für die Erstbepflanzung sind zuvor folgende Faktoren bei der Planung zu berücksichtigen:
  • Friedhofsvorschriften
  • Grabstein und vorhandener Raum
  • Jahreszeit
  • Vorliebe bestimmter Pflanzen (Verstorbene, Angehörige)
  • Standort (vollsonnig, schattig, halbschattig)
  • Bodenbeschaffenheit (feucht, trocken)
  • Pflegeaufwand der Pflanzen
  • Bewässerungsmöglichkeit
Erstbepflanzung

Bei der Gestaltung eines pflegeleichten Grabes geht es maßgeblich um die richtige Auswahl der Pflanzen. Schließlich werden sie über Jahre hinweg als dauerhafte Strukturgeber dienen. Damit eine Grabstätte auch ohne all zu häufige und intensive Gartenarbeit gepflegt aussieht, sollte man möglichst wenig freie Bodenfläche belassen. Je weniger Freifläche verbleibt, desto weniger schnell trocknet der Boden aus. Auch das Unkraut wird dadurch in seine Schranken gewiesen. Aus diesen Gründen empfiehlt es sich zum Beispiel, für die Gestaltung der Grundstruktur, einen immergrünen Bodendecker auszusuchen. Die Bodendecker Pflanzen sind danach auszuwählen, ob der Standort von Bäumen beschattet oder der prallen Sonne ausgesetzt ist. Auf Friedhöfen werden die Gräber oft von altem Baumbestand beschattet.

Geeignete Bodendecker für schattige Standorte sind zum Beispiel:
  • Dickmännchen (Pachysandra terminalis)
  • Efeu (Hedera helix)
  • Zwergmispel (Cotoneaster dammeri)
  • Ysander (Pachysandra terminalis)
  • Haselwurz (Asarum europaeum)
  • Sternmoos (Sagina subulata)
Für sonnige Standorte sind folgende Bodendecker geeignet:
  • Blaues Immergrün (Vinca minor)
  • Teppichmispel (Cotoneaster dammeri)
  • Teppichwacholder (Juniperus horizontalis)
  • Bodendecker-Rosen
  • Sand-Thymian (Thymus serpyllum)
  • Andenpolster (Azorella trifurcata)
  • Kleiner Frauenmantel (Alchemilla erythropoda)
  • Kriech-Wacholder (Juniperus horizontalis)
  • Woll-Ziest (Stachys)
Tipp: Kann man sich nur selten um die Pflege der Grabstätte kümmern und ist sie zudem ganztägig der Sonne ausgesetzt? Eine Bodenabdeckung aus schönen Kieselsteinen als Grundlage, zusammen mit sonnengewohnten Topfpflanzen kombiniert, ist eine einfache Möglichkeit, ein Grab auch in der prallen Sonne ansprechend und stilvoll zu gestalten.

Weiter können folgende Fragen als Entscheidungshilfe für eine pflegeleichte Erstbepflanzung hilfreich sein:
  • Kann die weitere Pflege von den Angehörigen übernommen werden, in welchem Umfang?
  • Wird eine Grabpflege in Auftrag gegeben?
  • Wird eine Ergänzung je nach Saison (Frühjahrs-, Sommer- und Herbstbepflanzung) gewünscht oder ist sogar Vorschrift?
  • Wie hoch ist
    das Budget für die Bepflanzung, beziehungsweise für die Grabpflege?
Tipp: Selbst wenn man sich für die eigenhändige Pflege des Grabes entscheidet, kann es im

Vorfeld hilfreich sein, vor der Bepflanzung einen Friedhofsgärtner zurate zu ziehen. Er kennt die Beschaffenheit des Bodens vor Ort und hat dort bestimmt schon viele Pflanzen kommen und (ein)gehen sehen.


Pflanzzeit

Fällt die Zeit der Erstbepflanzung in den Winter, sollte man ruhig noch bis zum Frühjahr mit dem Pflanzen abwarten. In den Wintermonaten wird das Grab am besten mit Tannenzweigen oder Reisig abgedeckt. Blumenschalen oder Gestecke können das Grab in dieser Zeit verzieren. Das Abdecken des nackten Bodens im Winter sorgt auch gleichzeitig dafür, dass die Erde im Frühjahr einen guten Nährboden für die neuen Pflanzen abgibt.

Ansonsten kann man, je nach Auswahl der Pflanzen, eigentlich das ganze restliche Jahr mit der Erstbepflanzung beginnen. Die beste Jahreszeit dafür ist jedoch der Herbst. Besonders für Bodendeckerpflanzen und Heckenpflanzen für Unterteilungen und Umrandungen oder kleine Bäumchen.

Gestaltung, Beispiele

Nachfolgend einige pflegeleichte Ideen für die Gestaltung einer Grabstätte. Gerade bei einem recht eng begrenztem Raum kommt es auf die richtigen Proportionen an. Die Höhe der Bodendecker, der einfassenden und unterteilenden Hecken und Bäumchen sollte letztendlich mit der Größe der Grabstätte und des Grabsteines harmonieren.

Pflegeleichte Gestaltung mit kleinen Bäumen
Eiben, Thuja, Buchsbaum oder Wacholder lassen sich gut in Form halten und sind zudem extrem pflegeleicht. Sie können, neben dem Grabstein platziert einen ruhigen Hintergrund bilden. Wer mag, kann sie zu einfachen Kugel- oder Kegelformen schneiden (lassen).

Zwergkiefern, japanische Azaleen oder japanischer Ilex lassen das Grab zu jeder Jahreszeit edel und aufgeräumt aussehen.
 
Struktur mit wenigen pflegeleichten Stauden
Gerade auf kleinen Flächen sollte man nicht all zu viele verschiedene Sorten einpflanzen, das wirkt schnell unruhig und unübersichtlich. Eine schöne Kombination für kleinere Grabstätten ist Schneeheide mit Zwergmispel und dazwischen einige Purpurglöckchen. Je nach Größe kann sich die Schneeheide im vordern Teil wiederholen. Rechts oder links kann eine niedrige, robuste Beetrose mit langer Blühdauer das Gesamtbild veredeln. Geeignete Rosensorten sind zum Beispiel die Kleinstrauchrosen:
  • Heidetraum
  • The Fairy
  • Sommerwind
Diese Rosen kann man auch ganz klassisch, wie im Garten mit Lavendel kombinieren. Das ergibt für die längste Zeit des Jahres ein romantisches, harmonisches Bild. Dabei ist der Pflegeaufwand sehr gering.

Tipp: Wer Bodendeckerrosen pflanzen möchte, sollte bedenken, dass sie mit der Zeit recht stark wuchern und alles überdecken können.
    
Saisonale Pflanzenauswahl

Einige Tipps für die Auswahl von Bodendeckern, um dem Grab eine harmonische und zugleich pflegeleichte Struktur zu geben, wurden bereits im Abschnitt "Erstbepflanzung" aufgeführt. Als Ergänzung dazu bieten sich saisonale, pflegeleichte und vor allem blühende Pflanzen an.

Frühjahr
Im Frühling können bunte Frühblüher, wie Krokusse, Hyazinthen, Narzissen und Tulpen, die noch triste Umgebung verschönern. Hornveilchen, Stiefmütterchen und Vergissmeinnicht sind besonders pflegeleicht und blühen unermüdlich über viele Wochen hinweg.

Sommer
Im Sommer geht es dann darum, diejenigen unter den Sommerblühern herauszusuchen, die nicht täglich gegossen werden müssen. Begonien, Geranien, Fleißige Lieschen und Fuchsien überstehen trockene Perioden besser als Petunien und Margeriten. Hier kommt es auch ganz auf den Standort des Grabes an.
Die Mandevilla (Dipladenia) ist fast ein Geheimtipp und vielleicht noch nicht jedem bekannt. Sie ist eine farbenfrohe Bereicherung aus den sonnenverwöhnten Teilen der Erde. Sie blüht bei uns zuverlässig und robust den ganzen Sommer über bis in den Herbst hinein. Die Mandevilla lässt sich hervorragend mit Pelargonien aus der Familie der Storchschnabelgewächse kombinieren. Beide haben kein Problem mit gelegentlichen Trockenzeiten.

Herbst
Im Oktober beginnt dann die Dekoration für Allerheiligen und auch schon die Vorbereitung auf den Winter. Kleine, winterharte anspruchslose Aster- und Chrysanthemen-Sorten sorgen für ein herbstliches, buntes Beet. Alpenveilchen geben mit ihren zarten weißen oder rosa farbenden Blüten einen schönen Kontrast zu immergrünen Bodendeckern ab. Die kleine Sorte ist robuster gegen Kälte. Noch edler und frostresistenter sind die Christrosen. Aber auch eine Vase mit Schnittblumen kann von Zeit zu Zeit das winterliche Gesamtbild bereichern.

Fazit

Mit einer pflegeleichten Grabbepflanzung aus Bodendeckern, formgebenden kleinen Heckenpflanzen oder Bäumchen hat man eine unkomplizierte Grundlage. Auch für die saisonalen Farbtupfer gibt eine große Auswahl pflegeleichter Pflanzen. Wer sich gar nicht mit der Pflege oder Bepflanzung des Grabes befassen kann, der kann sich von der Friedhofsgärtnerei Angebote für die Jahrespflege eines Grabes einholen. Je pflegeleichter die ausgewählten Pflanzen sind, desto günstiger werden die Gebühren für die Grabpflege ausfallen.