Grabdekoration selber machen - Ideen mit Kies und Steinen

Indem sie ein Grab in Eigenregie arrangieren, treten Hinterbliebene ein in eine aktive Phase der Trauerarbeit. Dabei rücken Steine in den Fokus, als sakrale Symbole der Ewigkeit. Während der Grabstein das dauerhafte Erscheinungsbild einer Ruhestätte manifestiert, untermalt die Gestaltung der Grabfläche die individuelle Optik im Verlauf der Jahreszeiten. Kies und Steine erfüllen dabei zugleich prosaische Funktionen, indem sie zur anspruchslosen Pflege einen wichtigen Beitrag leisten. Tauchen Sie hier ein in kreative Ideen, die als Inspirationen dienen mögen, um eine Grabdekoration selber zu machen.  

Auswahl der Steine nach ihrem Symbolcharakter


/>Nüchtern betrachtet, unterscheidet sich eine Grabfläche nicht von einem Gartenbeet. Streben Sie eine Dekoration mit Kies und Steinen an, sind im Grunde die gleichen Vorgaben zu beachten, wie sie für ein klassisches Kiesbeet gelten. Um den spirituellen Charakter einer Ruhestätte in die Gestaltung mit einzubeziehen, sollte neben der Ästhetik der metaphorische Sinngehalt als Auswahlkriterium einbezogen werden. Im folgenden Überblick empfehlenswerter Steinarten wird daher der jeweilige Symbolcharakter hinzugefügt:
  • Achat: der Schutzstein für die Lebenden und Verstorbenen
  • Aventurin (Varietät von Quarz): demonstriert Hoffnung und Optimismus
  • Bergkristall, klar (Varietät von Quarz): Sinnbild für die harmonische Ausrichtung zu einem höheren Selbst
  • Carrara-Marmor: schlichte Eleganz, zeugt von auserlesenem Geschmack
  • Dolomit: verleiht emotionale Stabilität
  • Eisenkiesel (Varietät von Quarz): versinnbildlicht Tatkraft und Mut
  • Granit: verkörpert Kraft und Energie
  • Rosenquarz: Heilstein für das gequälte Herz
Bei diesen Zierkies-Sorten handelt es durchweg um besonders wertvolle Steinarten, die teils zu den Edelsteinen und Halbedelsteinen zählen. In Anbetracht der kleinen Fläche, die damit dekoriert wird, hält sich der Anschaffungspreis in überschaubaren Grenzen. So ist Aventurin für 3,95 Euro pro Kilogramm erhältlich oder Rosenquarz für 4,30 Euro, jeweils zuzüglich Versandkosten.

Ideen für die flächige Grabgestaltung

Sofern es der geltenden Friedhofssatzung nicht entgegenläuft, gilt die Bedeckung der gesamten Grabfläche mit Kies oder Steinen als die pflegeleichteste Version. Allerdings ist in diesem Fall ein gewisses Maß an Kreativität gefragt, damit keine stereotype Optik entsteht. Die folgenden Ideen zielen darauf ab, kleine Inseln aus geometrischen Formen zu kreieren. Eingefügte Auflockerungen in Gestalt von Findlingen, Statuen oder bepflanzten Schalen spiegeln die Wechselfälle des Lebens dar mit ihrem ewigen Auf und Ab.
  • Aus Steinen Kreise, Ovale, Rauten, Pyramiden oder Rechtecke formen
  • Diese mit kleinkörnigeren Steinen, Kies oder Splitt in einer anderen Farbnuance füllen
  • Alternativ in den steinernen Rahmen einen regionalen Findling platzieren
  • Wahlweise zunächst kleine Erdaufschüttungen anlegen, die mit Kies oder Splitt dekoriert werden
Eine Grabfläche einheitlich mit weißem oder grauem Marmorkies bedeckt, wirkt zwar einerseits wie aus dem Ei gepellt, zugleich jedoch ein wenig eintönig. Akzente setzen Sie hier mit einer bepflanzten Schale und passender Grablaterne. Steinerne Ornamente, wie das aufgeschlagene Buch mit eingefügtem Bild des Verstorbenen schaffen einen individuellen Rahmen.

Tipp: Die finale Ausschmückung eines Grabes mit Steinen sollte frühestens 6 Monate nach der Beerdigung begonnen werden. Bis dahin sinkt die aufgelockerte Erde wiederholt nach und würde jegliche Bemühungen um eine schöpferische Gestaltung zunichte machen.  

Komposition aus Steinen und Pflanzen

Die flächige Gestaltung einer Ruhestätte mit Steinen bietet sich in erster Linie an, wenn Angehörige den Friedhof nur selten aufsuchen können. Idealerweise erlaubt es der zeitliche Rahmen der Angehörigen, immergrüne und blühende Pflanzen mit Steinen und Kies zu kombinieren, um die visuelle Aura einer Ruhestätte mit Lebendigkeit anzureichern. Sofern es die Temperatur- und Witterungsverhältnisse sowie die Bodenbeschaffenheit am Standort erlauben, rückt an dieser Stelle wiederum der Symbolcharakter der Pflanzen ins

Zentrum der Ideensuche. Auf diese Weise eröffnet sich den Trauernden eine einzigartige Gelegenheit, den Grabschmuck so zu kreieren, dass er als Widerhall der Melodie eines erfüllten Lebens zu Tage tritt. Der folgende Überblick stellt traditionelle
Pflanzen vor:
  • Lilie: symbolisiert die Reinheit der Mutter Gottes
  • Vergissmeinnicht: demonstriert zärtliche Erinnerungen
  • Tränendes Herz: versinnbildlicht tiefe Trauer
  • Gedenkemein: Sinnbild ewiger Treue
  • Chrysanthemen: als Zeichen der Unsterblichkeit
  • Beetrose: Symbol ewiger Liebe
  • Hauswurz
  • Wacholder
  • Buchsbaum
  • Wermuth
Ist ein Grab dekoriert mit Symbolpflanzen und spirituell geprägten Steinarten, spürt der Betrachter, dass die Angehörigen sich hier weit über die Funktionalität hinaus Mühe geben. Das gepflegte Erscheinungsbild wird emotional aufgewertet mit dem Gedenken an den Verstorbenen, dessen Lebensphilosophie in würdigem Rahmen versinnbildlicht wird.

Anregungen für Grabdekorationen mit Steinen und Pflanzen

Mit der Verwendung von Steinen und Kies, hielt eine moderne Komponente Einzug in die Dekoration von Ruhestätten. Hierzu zählen asymmetrische Formengebungen, wie sie sich beispielsweise im Design von Grabsteinen offenbaren. Der unaufhaltsame Wandel der Zeit kommt somit auch auf dem Friedhof zum Ausdruck. Damit die tröstende Wirkung von Symbolik und Mythologie dabei nicht auf der Strecke bleibt, plädieren die folgenden Anregungen für deren Erhalt, indem sich auf die Verwendung heimischer Gewächse besonnen wird.
  • Eine flächige Grabbedeckung aus Zierkies wird umrahmt von einer Hecke aus Buchsbaum
  • Die Steinart der Umrandung wiederholt sich in kleinen steinernen Inseln, wobei die Zwischenräume mit Bodendeckern gefüllt sind
  • Immergrüne, einheimische Arten, wie Efeu oder Teppichmispel wahren die Tradition
  • Tiefschwarze Graberde sorgt für einen augenfälligen Kontrast zu Steinen, Kies und Pflanzen
  • Wellenförmig verlaufende Schienen schaffen Sektoren, unterschiedlich befüllt mit Zierkies und bepflanzter Graberde
  • Steinerne Statuen, Grabvasen oder Laternen dienen als optischer Ruhepol
  • Eine steingefüllte Gabione in Herzform bildet das Zentrum, bepflanzt mit dem Moos des Waldes
Bemessen Sie die Relation zwischen Steinfläche und bepflanzter Fläche nach der zeitlichen Kapazität für die Pflegearbeiten. Selbst bei kleinen Beetflächen erwirken Sie eine besondere Natürlichkeit mithilfe jahreszeitlicher Wechsel in der Bepflanzung. Im Frühjahr gesellen sich Narzissen, Stiefmütterchen oder Tulpen zum Granit und Rosenquarz. Im Sommer übernehmen Geranien, Margeriten und Vergissmeinnicht das Regiment. Im Herbst schlägt die Stunde von Chrysanthemen und Heide, gefolgt von winterhartem Hauswurz. Lassen hier bei der Pflanzenwahl das Andenken an den Verstorbenen einfließen. Manifestiert sich ein besonderer Blumenduft als Anker für die Erinnerung sollte diese Pflanze Berücksichtigung finden im Pflanzplan.

Tipp: Die aktuell gültige Friedhofssatzung sollte im Vorfeld eingehend studiert werden, denn hier herrschen regional unterschiedliche Regularien für die Grabdekoration.

Urnengrab schmücken

Die Dekoration eines Urnengrabes gilt als besondere Herausforderung aufgrund der eng gefassten Maße von 1 m x 1 m. Fällt die Entscheidung gegen eine durchgängige Steinplatte, ist eine besondere Qualität an Kreativität gefragt. Die folgenden Ideen mögen der Anregung dienen:
  • Eine Ecke ist mit Zierkies dekoriert, die andere mit Graberde bedeckt und bepflanzt
  • Alternativ wird auf dem Zierkies eine bepflanzte Schale platziert und auf der Erde eine Gedenkplatte ausgelegt
  • Mehr als zwei verschiedenfarbige Sektoren überladen die kleine Fläche
  • Kleine, einheimische Wildstauden schaffen Authentizität, wie die Wiesenglockenblume, die Bergaster oder Tausendgüldenkraut
Eine steinerne Einfassung erdrückt ein Urnengrab optisch. Demgegenüber lockert eine Umrahmung aus kleiner Heckenmyrthe das Erscheinungsbild auf.

Tipps für die praktische Umsetzung

Damit die fantasievollen Ideen für das Gestaltungskonzept die erwünschte Form annehmen, sollten die folgenden praxisbezogenen Tipps beherzigt werden:
  • Mit den Arbeiten erst beginnen, wenn sich die Erde vollkommen gesetzt hat
  • Das Erdreich 20-25 Zentimeter tief ausheben, um Unkraut, Steine und Wurzeln zu entfernen
  • Ist eine Bepflanzung geplant, wird der Boden umgegraben und mit Humus angereichert
  • Führungsschienen aus Kautschuk oder Metall in die Erde stecken, um die Sektoren zu begrenzen
  • Stabiles Unkrautvlies ausbreiten
  • An den Positionen der Pflanzen das Vlies kreuzförmig einschneiden
  • Im letzten Arbeitsschritt Kies oder Steine verteilen
Fazit

Die Einbeziehung von Kies und Steinen in die Gestaltung einer Ruhestätte geht über die reine Ästhetik hinaus, wenn die sakrale und spirituelle Symbolik einzelner Steinarten bewusst berücksichtigt wird. Zugleich hält eine Abdeckung aus Zierkies Unkraut im Zaum, sodass sich der Pflegeaufwand spürbar reduziert. Die Suche nach Ideen gestaltet sich somit zu einer aktiven Trauerarbeit, die in einer Grabdekoration mündet, die das erfüllte Leben des Verstorbenen ausdrückt. Das gilt ganz besonders dann, wenn aus Steinen, Kies und Pflanzen eine individuelle Komposition geschaffen wird.