Gabionen befüllen - welche Steine, Drahtstärke und Größen

GabionenGabionen sehen gut aus, können mit unterschiedlichen Steinen befüllt werden und lassen sich an fast jedem Ort aufstellen. Fertige Gabionen können leicht mehr als eine Tonne wiegen, so dass der Transport nicht nur teuer ist, sondern manchmal auch nicht klappt, wenn etwa die künstliche Steinwand hinten im Garten installiert werden soll. Sie können jedoch selbst Ihre Gabionen als Wind- oder Sichtschutz an Ort und Stelle herstellen. Allerdings gilt es dabei, einige Tatsachen zu beachten, damit Sie keine unschönen Überraschungen erleben. Nichts ist

ärgerlicher, als wenn die fast fertigen Gabionen noch beim Befüllen umkippen oder auseinanderbrechen oder unschöne Dellen im Drahtgeflecht zeigen. Wir erklären Ihnen hier, wie Sie Ihre Steinwand mit etwas Geschick selbst herstellen können.

Gut planen


Überlegen Sie, wo Sie Gabionen aufstellen wollen. Sie erhalten fertige Bausätze für die Gitterkörbe bei verschiedenen Händlern, so dass Sie die Boxen zusammenbauen und ganz nach Belieben stapeln können, bevor Sie an das Befüllen gehen. Angesichts der Gewichte, die so eine künstliche Steinmauer auf die Waage bringt, ist es notwendig, zunächst für ein Fundament zu sorgen, damit ein unerwünschtes Absacken verhindert wird. Eine verdichtete Schotterschicht reicht im Allgemeinen jedoch aus. Kombiniert mit dekorativen Ziegel- oder Betonsteinen als Untergrund bietet sich eine interessante optische Aufstellung. Machen Sie sich eine Skizze und legen Sie fest, wie hoch, breit und tief die künstliche Mauer werden soll. Das ist wichtig, damit Sie wissen, wie viele Drahtkörbe Sie brauchen, und mit welcher Menge an Stein Sie zu rechnen haben. Wollen Sie eine durchgehende Mauer aus Gabionen bauen, oder soll sie unterbrochen werden durch Sträucher oder Zaunelemente? Vorgefertigte Bausätze haben gängige Maße, falls Sie Sondermaße brauchen, können Sie diese anfertigen lassen. Falls Sie schmale und hohe Gabionen planen, ist es unumgänglich, die Drahtboxen im Boden zu verankern. Sie lassen sich leichter befüllen als breite und dicke Drahtkörbe. Verankerungen für dünne, hohe Gabionen sollten mit Pfosten und Einschlaghülsen sicher im Boden befestigt werden.

Tipp: Installieren Sie bei einer Gartenbegrenzung einen Abschluss mit einer runden oder achteckigen Gabione, die über die Steinwand hinausragt.

Material auswählen

Baumärkte bieten verschiedene Bausätze für Gabionen an. Die Stärke der Drahtgeflechte richtet sich dabei nach dem Gewicht, das die Boxen auszuhalten haben. Die Stärke des Stahldrahtes sollte mindestens 5 bis 6 mm betragen, die Kreuzungsstellen müssen gut verschweißt sein, um dem Druck standzuhalten. Als Faustregel kann folgendes gelten: Maschengröße 40 mal 200 mm, Drahtstärke 6 bis 8 mm, Steingröße 40 bis 60 mm. Die Maschenweite des Geflechts variiert in verschiedenen Größen, wählen Sie kleine Maschengrößen für kleine Steine, damit die nicht durch die Öffnungen fallen.
Gabionen
  • bauen Sie die Drahtboxen an Ort und Stelle auf, das erspart den Transport
    über das Grundstück
  • schmale, breite Gabionen können mit einem zusätzlichen Pfahl in der Mitte gestützt werden
  • wählen Sie die Steine immer etwas größer als die Maschenweite
  • verbinden Sie mehrere Gabionen durch haltbare, nicht rostende Klemmen
  • nicht alle Boxen haben einen Deckel als Abschluss, verschließen Sie die Gabionen von oben mit zusätzlichen Gittern
  • größere Steine sind meist preiswerter, die Befüllung erfordert dann aber etwas Geschick
Aufbau

Bei fertigen Bausätzen ist der Aufbau relativ

einfach. Platzieren Sie die Boxen auf dem vorbereiteten Untergrund. Breite, tiefe Gabionen benötigen keine zusätzlichen Stützen, bei ihnen sorgt das Gewicht für ein Verbleiben an Ort und Stelle. Sie bieten sich besonders dann an, wenn die Gabionen als Windschutz dienen sollen, auch durch schweren Sturm können sie nicht umgeworfen werden. Die Drahtgeflechte werden nach Bedienungsanleitung zusammengesetzt und mit Klammern und Schellen verbunden. Sollen mehrere Gabionen nebeneinander gesetzt werden, bauen Sie zunächst alle auf und verbinden Sie sie fest. Füllen Sie nicht erst eine Gabione auf, bevor Sie die nächste in Angriff nehmen. Auch wenn der Untergrund befestigt ist, kann es doch sein, dass sich eine Niveauverschiebung zeigt, das ist dann ärgerlich.
  • überprüfen Sie während des Aufbaus die Standfestigkeit
  • damit sich nichts verschiebt, lohnt es sich, den Boden der Boxen nach dem Aufstellen bereits mit Steinen auszulegen
  • mehrere Gabionen zu befüllen ist zeitraubend und anstrengend, leihen Sie sich im Baumarkt einen kleinen Bagger aus
Tipp: Breite, tiefe Gabionen können sich unter Umständen beim Befüllen mit einem kleinen Bagger ausbeulen, wenn Sie noch keine Routine haben. Gleichen Sie von Hand die Lage der Steine etwas aus, hier lohnt sich die provisorische Anbringung von Stützpfosten vorn und hinten. Sobald Sie alles glatt eingefüllt haben, können die Pfosten wieder entfernt werden.

Empfehlenswerte Steinfüllungen

GabionenmauerBei den Steinen entscheidet allein Ihr persönlicher Geschmack. Fast alle Steinsorten sind in verschiedenen Größen erhältlich. Wenn Sie etwas Individuelles wollen, fragen Sie im Kieswerk oder im Steinbruch nach, hier stehen oft Sonderposten günstig zur Verfügung. Allerdings kann es sein, dass Sie bei den Größen selbst sortieren müssen. Hier einige Sorten, aus denen Sie Ihre Auswahl treffen können.
  • Ardenner Black, anthrazit-schwarz mit weißen Adern
  • Basalt, anthrazit-schwarz
  • Bordeauxschiefer, rötlich-violett
  • Giallo Sienna, gelb
  • Granit, verschiedene Sorten - anthrazit, rot, grau
  • Glas, steht in verschiedenen Ausführungen zur Verfügung, dunkelgrau, blau, türkis
  • Kristallquarz, hellgrau-blau
  • Lava, rot-braun, besonders leicht
  • Schiefer (Indien), bordeauxfarben
  • Marmorgestein in verschiedenen Farbtönen von weiß über rötlich bis blau-grün
  • Turmalin, rot-weiß
Tipp: Falls Sie Kontraste lieben, können Sie die Befüllung in verschiedenen Farben vornehmen, an Boden und Decke heller oder dunkler als der Korpus. Ein echter Hingucker. Bei kleinen Maschengrößen lässt sich auch eine unterschiedliche Optik in einer Box durch verschieden große Steine erzeugen.

Fazit


GabionenGabionen sind ein hervorragender Wind- und Sichtschutz und der Hingucker schlechthin. Steine unterschiedlicher Größe, Form und Farbe in Drahtgitterboxen gefüllt, geben zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten zur Grundstücksbegrenzung, wie auch zur optischen Aufteilung. Sie lassen sich fast überall aufstellen, erfordern aber eine gute Planung, weil sie nach dem Aufbau nur unter Schwierigkeiten versetzt werden können. Der Füllung sind kaum Grenzen gesetzt, dabei entscheidet allein der persönliche Geschmack. Kombiniert mit Zaunelementen, Sträuchern oder allein als durchgehende Wand bieten Gabionen vielfältige Möglichkeiten, den eigenen Garten aufzuwerten. Sie können selbst als Stützmauer für eine Hangbefestigung dienen.