Pflegeleichte Hangbepflanzung für sonnige Standorte

Pflegeleichte Hangbepflanzung für sonnige Standorte

Ein Grundstück mit einem Hang ist eigentlich sehr schön, da Leben in der Landschaft ist. Nur bei der Bepflanzung sind einige Besonderheiten zu beachten:

Die Schwierigkeiten bei der Hangbepflanzung

pflanzen-setzen5_flJe steiler der Hang, desto schneller verabschiedet sich die Erde - und mit ihr alle Pflanzen, die noch nicht fest genug sitzen. Wie Sie das verhindern, hängt davon ab, wie Sie den Hang nutzen wollen. Soll er Kindern als Spielfläche dienen oder begangen werden, ist Rasen die optimale Bepflanzung. Mit

dem einfachen Aussäen ist es bei einem Hang jedoch nicht getan, bei jedem kleinsten Regen würde die Saat weggespült werden. Hier sollte Rollrasen verlegt werden, den es auch speziell für sonnige Standorte gibt. Gut andrücken, sofort gründlich wässern, in den ersten Tagen aufpassen: Wenn es stark anfängt zu regnen, sollten Sie durchaus in Erwägung ziehen, den Rasen oben etwas zu befestigen. Vielleicht mit Holzpflöcken, vielleicht mit ein paar Findlingen. Es geht nur darum, dass die ersten zarten Wurzeln nicht durch eine leichte Abwärtsbewegung wieder abgerissen werden. Ein Rollrasen wurzelt aber erstaunlich schnell, lange ist diese Vorsichtsmaßnahme nicht nötig. Allerdings ist das Mähen dieses Hangrasens nicht ganz einfach.

Die zweite Möglichkeit ist, den Hang zu terrassieren. Dann können Sie anschließend alles anpflanzen, was an sonnigen Standorten wächst. Dafür haben Sie jedoch erst einmal eine nicht unerhebliche Arbeit vor sich. Wenn Sie diese nicht scheuen, kann ein kleiner Garten am Hang in einen Terrassengarten verwandelt werden, der erheblich größer wirkt.

Pflegeleichte Hangbepflanzung

Wenn die Hangbepflanzung von Anfang an pflegeleicht sein soll, fallen diese Möglichkeiten aus. Bei einem Hang, der nicht begangen werden soll, empfiehlt sich eine Bepflanzung mit Bodendeckern. Sie entwickeln starke Wurzeln und verhindern so eine Erosion auf dem Hang.

  • Es gibt in diesem Bereich unzählige Pflanzen, die sich nicht nur bei viel Sonne bewährt haben, sondern auch recht preiswert sind. Zum Beispiel die Teppich-Zwergmispel  (Cotoneaster dammeri  radicans), ein robuster Bodenkriecher. Er nimmt Ihnen auch Arbeit ab, wenn eine große Fläche nicht in einem bepflanzt werden kann: Lassen Sie ein wenig Platz, die Mispel breitet sich mit ihren flachen Trieben selbst aus. Sie
    ist immergrün und erfreut im Herbst mit leuchtend roten Beeren, die lange hängen. Wenn die Fläche voll bewachsen ist, nimmt die Mispel Ihnen auch das Unkrautjäten ab, unter dem dichten Wuchs kann sich Unkraut nur sehr schwer behaupten. Zur für den Hang geeigneten Mispel-Familie auch die Steinmispel oder Felsenmispel, besonders geeignet sind die Sorten Cotoneaster dammeri 'Coral Beauty' und C. d. 'Skogholm', die um 50 Zentimeter hoch werden.
  • Weitere bodennahe Pflanzen für einen Standort in der Sonne sind der Steinrich (Alyssum saxatile) und der Spindelstrauch (Euonymus fortunei), der in der Ausführung als Kletterspindel auch eine angrenzende Wand begrünen kann. Das Johanniskraut (Hypericum calycinum) ist zusätzlich trockenheitsresistent und so robust, dass es sogar mit dem Rasenmäher zurückgeschnitten werden kann. Therapeutischen Wert hat diese Abart des Johanniskrauts übrigens nicht. Der Ysander (Dickmännchen, Pachysandra terminalis) macht sich gut unter Bäumen, weil er den Wurzeldruck verträgt. Bei zu viel Sonne kann er gelbliche Blätter entwickeln, ebenso wie die gegen Wurzeldruck empfindliche Golderdbeere (Waldsteinia ternata) ihre Farbe dann in Richtung Bronze verändert. Wenn

    das zur Farbgestaltung passt, stört es ansonsten nicht. Auch der Felsen-Storchenschnabel (Geranium macrorrhizum) ist in der Sonne unverwüstlich, wie auch der Sonnenhut, der dem Namen entsprechend schöne gelbe Blüten hervorbringt.
  • Ein ästhetisch-ruhiges Aussehen bringt der Bodendecker-Bambus (Zwergbambus, Pleioblastus viridistriatus "Vagans") in den Garten. Er ist die sonnenverträglichste Art unter den Zwergbambusarten, braucht aber regelmäßig Wasser und unbedingt eine Rhizomsperre, da er sehr starke Ausläufer bildet.
  • Häufig sollen am Hang Akzente gesetzt werden, besonders an den Seiten. Dazu empfehlen sich etwas höhere Pflanzen: Für den sonnigen Standort eignet sich Zwergforsythie (Forsythia intermedia), die bis zu anderthalb Meter hoch wird. Auch Sanddorn (Hippophae rhamnoides) mag volle Sonne, und das sogar ohne Ansprüche an den Boden. Aus den Früchten können Sie sogar noch köstliche Sanddornmarmelade kochen.
  • Weitere Pflanzen von ein bis zwei Meter Höhe für sonnige Hänge: Jasmin (Jasminum nudiflorum), ein Winterblüher, der an einem Standort mit voller Sonne reich blühen soll. Auch der Tamariskenwacholder (Juniperus sabina 'Tamaricifolia') liebt Sonne. Wenn Sie einen Nachbarn mit vielen Birnbäumen haben, sollten Sie aber vorher Kontakt aufnehmen. Der Tamariskenwacholder gehört zu den Sadebäumen, den fremdstämmigen Wacholderarten, die den Birnenrost übertragen. Volle Sonne mögen auch der Fingerstrauch (Potentilla fruticosa), die Böschungsmyrte und die Heckenmyrte (Lonicere nitida und pileata). Zu den höchsten Sonne liebenden Hangpflanzen gehören die Fliederspiere (Sorbaria sorbifolia), der Liguster und der Flieder selbst, beide werden bis vier Meter hoch.