Blattläuse (Läuse) an Jasmin und Lavendel

Blattläuse (Läuse) an Jasmin und Lavendel

Auf Ihrem Jasmin oder Lavendel sind kleine Tierchen zu sehen? Das könnten Blattläuse sein, gegen die Sie unter Umständen etwas tun müssen und auch eine Menge tun können:

blattlaeuse2 flPflanzen stärken & Läuse mechanisch-biologisch bekämpfen

Auch für den Blattlausbefall an Jasmin und Lavendel gilt, wie bei allen Pflanzen: Wenn diese Pflanzen von Blattläusen befallen werden, geht es ihnen nicht richtig gut. Wobei dieses Unwohlsein durchaus in verschiedenen Graden bemessen werden kann: Einmal nach

der Stärke des Blattlausbefalls, natürlich. Dann kommt es darauf an, welche Blattläuse sich an Ihren Pflanzen laben. Und darauf, welche Pflanzen sich die Blattläuse ausgesucht haben.

Jasmin wird gerne in der Austriebszeit befallen, wenn er gewaltige Kräfte in ein schnelles Wachstum steckt. Beide Jasmin-Arten strotzen also in der Frühlingszeit nur so vor Pflanzensaft, den die Blattläuse köstlich finden. Außerdem geht es Ihnen insofern nicht gut, dass Sie von den Anstrengungen des Frühlingsaustriebs durchaus in Anspruch genommen sind und wenig Kraft haben, sich auch noch gegen Blattläuse zu wehren. Deshalb werden beide Jasmin-Arten regelmäßig von Blattläusen befallen, vor allem der Falsche Jasmin (Pfeifenstrauch) von der schwarzen Blattlaus, die scheint fast schon zu ihm zu gehören.

Für den Jasmin ist dieser Befall wie eine Art Frühjahrs-Schnupfen, den er bis zum Sommer abschüttelt. Er bekommt ja auch immer mehr Hilfe, je weiter das Jahr voranschreitet: Die Blattläuse locken zahlreiche Nützlinge an, die sich durch die gute Ernährung dann ihrerseits vermehren können und der schnell gewachsenen Population der Blattläuse irgendwann wieder Einhalt gebietet.

Wenn Jasmin oder Lavendel allerdings noch in anderer Art geschwächt in ihrer Abwehr sind, könnten die Blattläuse überhandnehmen. Nicht mehr als Schnupfen, sondern schon als ausgewachsene Grippe ist es einzustufen, wenn Jasmin und Lavendel von Blattläusen in Massen befallen werden, vielleicht noch von grünen Läusen, die sehr leistungsfähige Blattsauger sind.

Falls Sie sich wundern, warum hier überhaupt von Blattläusen an Lavendel die Rede ist, der solle doch eigentlich Blattläuse fernhalten: Es gibt stark duftende Lavendelarten, die bestimmte Blattlausarten durch ihren Duft vertreiben, die Rosenblattlaus soll z. B. den Duft vom Speiklavendel nicht mögen. Es gibt aber insgesamt 30 Lavendelarten, und aus diesen wurden zahlreiche Hybriden gezüchtet, all diese Lavendelpflanzen haben einen etwas anderen Duft. Und es gibt unzählige Arten von Blattläusen, auch diese können untereinander Kreuzungen hervorbringen und tun das auch. Wenn der richtige Lavendel auf die richtige Blattlausart trifft, lassen sich die Läuse wahrscheinlich vertreiben, es gibt aber auch gute Chancen, dass die Blattläuse in Ihrem Garten Ihren Lavendel mögen.

lavendel3 flAuf jeden Fall sollten die Läuse sich nicht unmäßig vermehren. Bei jedem übermäßigen
Blattlausbefall liegen deshalb folgende Überlegungen nahe:
  • Stehen die Pflanzen am richtigen Standort?
  • Haben Sie Mischkulturen in Ihrem Garten, die mit Ihren jeweiligen Schädlingen und Nützlingen dafür sorgen, dass an keiner Stelle Ihres Gartens ein Schädling überhandnehmen kann?
  • Wächst die Pflanze im richtigen Boden, wird sie korrekt gewässert?
  • Wird die Pflanze richtig mit Nährstoffen versorgt?
Wenn die Kulturbedingungen alle stimmen, reicht es normalerweise, wenn Sie Ihre Pflanzen etwas unterstützen, wenn Ihnen der

Blattlausbefall sehr heftig vorkommt. Das können Sie tun durch einfaches Absammeln oder Abduschen der Pflanze, je nach Empfindlichkeit. Sowohl Jasmin als auch Lavendel vertragen eine kräftige Dusche mit dem Gartenschlauch problemlos, und schon haben Sie die Blattlauspopulation entscheidend geschwächt.

Sie können den Pflanzen mit verschiedenen Pflanzenauszügen helfen, Brennnesseljauche, Wermutauszug, Beinwellauszug und viele andere wirken als Blattlausbekämpfungsmittel und zugleich als stärkender Dünger.

Warum eigentlich den Blattlausbefall nicht einfach chemisch bekämpfen?

Bekämpfung der Blattläuse mit Pflanzenschutzmitteln

Jasmin und Lavendel sind Zierpflanzen, auch in der neuen Liste der Pflanzenschutzmittel für den Haus- und Kleingarten sind zahlreiche Mittel enthalten, mit denen Sie diese Zierpflanzen spritzen können.

Das können Mittel sein, die im Internet als Tipp zur umweltverträglichen Blattlausbekämpfung angepriesen werden: Einige Mittel enthalten Kali-Seife als Wirkstoff, das ist nichts anderes als reine Schmierseife. Wenn Sie wissen, wo Sie Schmierseife ohne Zusatzstoffe kaufen können, könnten Sie sich das Spritzmittel also auch selber mischen, die käuflichen Produkte verwenden 10,2 Gramm Kali-Seife pro Liter Pflanzenschutzmittel. Andere Mittel arbeiten mit Rapsöl, das vermischt mit Wasser und auf die Pflanzen gespritzt die Oberfläche der Blattläuse schädigt und sie so zum Absterben bringt.

Es werden auch zahlreiche Mittel mit “wirksameren Substanzen” angeboten: Ob der Wirkstoff Abamectin, Thiamethoxam, Deltamethrin, Dimethoat, Imidacloprid oder Pirimicarb heißt, es handelt sich durchweg um toxische Substanzen, die für Bienen und auch für Menschen gefährlich sind. Die Ausbringung darf nur unter genauer Einhaltung der Gebrauchsanleitung und der vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen erfolgen.

pflanzenschutz3 flBei diesen Mitteln ist auch vom Gesetz her Zurückhaltung angesagt: Unser neues Pflanzenschutzgesetz hat den integrierten Pflanzenschutz zur Verpflichtung erhoben. Eine der aus diesem Leitbild hervorgehenden Vorgaben könnte umgangssprachlich so formuliert werden: “Nicht mit Kanonen auf Spatzen schließen.” Das ist Gesetz, nach den geltenden Vorschriften müssten Sie eine Geldbuße zahlen, wenn Sie drei Blattläuse auf einer Pflanze mit der Giftspritze angehen.

Nachteile von Pflanzenschutzmitteln

Außerdem stand das “wirksam” oben ganz bewusst in Anführungsstrichen. Zunächst sind all diese Gifte nicht sehr komfortabel anwendbar: Wenn sich ihre schädigenden Nebenwirkungen in Grenzen halten sollen, dürfen sie nur bis zur vorgeschriebenen Menge ausgebracht werden, um die zu ermitteln, müssen Sie viel rechnen. Fast all diese Mittel müssen in Einzelpflanzenbehandlung ausgebracht werden, je nach Pflanze könnte schlichtes Abschneiden der betroffenen Blätter schneller gehen. Und diese Mittel schaden den Schädlingen auch nur bei direktem Kontakt. Man kann sich unschwer vorstellen, wie oft eine ganze Blattlauskolonie gemütlich in einem Blatt eingerollt den Giftsturm übersteht.

Mit der Ausbringung der toxischen Substanzen setzen Sie jedoch einen ganz anderen Teufelskreis in Gang: Sie töten mit den Mitteln viele Nützlinge, die sich nicht so gut verstecken können wie die Blattläuse. Diese Nützlinge können nun all die Blattläuse nicht vernichten, die in der Umgebung noch zu finden sind, also gibt es im nächsten Jahr mehr Blattläuse, gegen die dann wiederum mit mehr Chemie vorgegangen wird ... am Ende dieser Kette steht eine kahle Fläche, ohne Läuse, ohne Pflanzen, ohne Leben.