Anleitung: Lehmboden im Garten auflockern und verbessern

LehmbodenLehmboden im Garten kann seine Vor- und Nachteile haben. So gibt es durchaus Pflanzen und Sträucher wie den Flieder, die Eibe oder auch die Magnolie, denen der schwere und schlecht durchlüftete Boden nichts ausmacht. Weniger robuste Pflanzen, Sträucher und Bäume verlangen hingegen nach einem leichteren und besser durchlüfteten Boden. Aus diesem Grund sehen sich viele Gärtner dazu gezwungen, den schweren Lehmboden aufzulockern und so zu verbessern, dass die Möglichkeit einer breiten Nutzung besteht.

Bodenanalyse

Damit der Lehmboden effektiv aufgelockert und

somit auch aufgewertet werden kann, sollten Sie im ersten Schritt eine Bodenanalyse durchführen. Nur so werden Sie feststellen können, wie hoch der Lehmgehalt im Boden wirklich ist und wie die kompakte Substanz am besten aufgebrochen werden kann. Schließlich soll am Ende ein fruchtbarerer und vor allen Dingen vielfältigerer Boden entstehen, der die Möglichkeiten der Bepflanzung deutlich erweitert.

Eine Bodenanalyse kann unter anderem über das Grünflächenamt durchgeführt werden, welches am Ort ansässig ist. Im Internet lassen sich jedoch auch diverse Anbieter finden, die aus der Gartenbaubranche stammen und daher die entsprechenden Erfahrungen mitbringen. In beiden Fällen muss in der Regel eine Bodenprobe für die Analyse eingeschickt werden. Im Labor wird dann die entsprechende Analyse durchgeführt und die Auswertung wird per Post zugestellt. Es kommt also niemand in den Garten, um den Boden vor Ort zu prüfen.

Auch der ansässige Gartenverein könnte Auskunft über die Beschaffenheit des Bodens geben. Viele Kleingärtner haben Probleme mit dem Boden, sodass Sie deren Erfahrungen für Ihre eigene "Scholle" gut nutzen können.

Bei der Analyse wird nicht nur die Bodenzusammensetzung überprüft, sondern auch der pH-Wert. Ein ebenfalls wichtiger Aspekt für die spätere Bepflanzung.

Tipp: Da eine Bodenanalyse Geld kostet, empfiehlt es sich, immer erst einmal das örtliche Grünflächenamt anzusprechen. Vielleicht wurde in der nahen Umgebung zum eigenen Grundstück bereits einmal eine solche Analyse durchgeführt, sodass die dort ermittelten Werte und Erfahrungen übernommen werden können. Ansonsten hilft immer ein Preisvergleich im Vorfeld.

Das Umgraben

Schwerer Lehmboden erfordert schweres Arbeitsmaterial für die Auflockerung. So muss stets mit einem Spaten der Boden vor der Bepflanzung umgegraben werden. Im besten Falle bis zu einer Tiefe von 20 cm. Dies entspricht einer großzügigen Spatenlänge. So gehen Sie sicher, dass die oberste Schicht des Bodens ausreichend aufgelockert ist, um den Pflanzen und ihren Wurzeln Platz, Luft und Wasser zum wachsen zu geben. Um die großen Schollen, die durch das Umgraben zwangsläufig entstehen, ein wenig zerkleinern zu können, kann im Nachgang mit einer Hacke, einem Grubber und einer Harke gearbeitet werden. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie den Boden nicht wieder zu sehr
verdichten. Schließlich wird eine bessere Durchlüftung und Wasseraufnahme mit dem Umgraben angestrebt.

Nach dem umgraben und kleinhacken der entstandenen Schollen sollte ein organischer Dünger über den Boden gestreut werden. Dies kann Kuhmist, Pferdemist oder ähnliches sein. Die Schicht sollte mindestens 5 cm dick sein. Im Anschluss wird die Fläche mit dem Mist noch einmal umgegraben, sodass sich der Mist gut mit dem Lehmboden vermengen kann. Das Untergraben sollte mindestens einmal pro Jahr stattfinden.

Bei Lehmboden empfiehlt sich der Oktober. In diesem Monat ist es besonders feucht

und der Frost hat in der Regel noch nicht eingesetzt. Zudem sollte die Ernte, bis auf das Wintergemüse, bereits eingefahren sein. Entscheiden Sie sich für den Herbst für das Umgraben, bringt dies einen entscheidenden Vorteil. Der Frost kann so gut in den Boden eindringen und diesen auf natürliche Art und Weise auflockern. Durch die so genannte Frostgare geben Sie ihrem Boden also eine zusätzliche Möglichkeit, sich zu erholen und auf ganz natürlichem Wege aufzulockern.

Tipp: Guten Mist bekommt man stets beim Bauern um die Ecke. Gerne liefern diese den Mist auch an, sodass Sie keine Mühen mit dem Transport des meist unangenehm riechenden Materials haben.

Die Zusatzbehandlung

Pflanzen giessenNach Auswertung der Bodenanalyse muss dann entschieden werden, wie der schwere Lehmboden weiter behandelt werden kann. Als Zusatz kann unter anderem Komposterde, Kies, Sand oder auch andere grobe und stets natürliche Dünger hinzugefügt werden. Je dichter und schwerer der Boden ist, umso mehr muss getan werden.

Kies reguliert beispielsweise sehr gut den Wasserhaushalt. Gleiches gilt für Sand. Beide Materialien schaffen Luftpolster in der Erde, in denen sich das Wasser sammeln kann. Die Pflanzen können sich dort dann ganz bequem bedienen. Bei den natürlichen Düngern wie dem Kompost stellen Sie Ihren Pflanzen wichtige Nährstoffe bereit, die den Wachstumsprozess fördern. Zudem kann der Kompost länger im Boden gelagert werden.Die Nährstoffe in ihm stehen also über einen langen Zeitraum zur Verfügung.

Hinweis: Blumen freuen sich, wenn ein reifer Kompost unter den Lehmboden gemischt wird. Rasen hingegen wächst auf einem Sandgemisch besonders gut. Und wenn Sie Gemüse anbauen wollen, dann sollte eine zusätzliche Gründüngung stattfinden.

Tipp: Ein sehr schwerer und fester Lehmboden verträgt durchaus auch einmal eine größere Portion Kies. Dieser muss so lange unter gegraben werden, bis er sich gut mit dem Boden vermischt hat. Besonders Möhren, Rüben oder andere Pflanzen mit dicken Wurzeln freuen sich über dieses Erdgemisch.

Oft gestellte Fragen

Welche Materialien werden bei schwerem Lehmboden benötigt?

Für die Bearbeitung des Bodens wird ein Spaten und bei Bedarf auch eine Hacke für die Zerkleinerung der großen Erdklumpen benötigt. Zur Aufwertung des Bodens sollte ein natürlicher Dünger oder Kies zum Einsatz kommen. Auch Kalk kann bei einem ungünstigen pH-Wert hilfreich sein.

Wie oft muss der Boden bearbeitet werden?

In der Regel wird eine Bearbeitung pro Jahr empfohlen. Für das Umgraben von Lehmboden eignet sich der Oktober besonders gut. Der Boden kann von der so genannten Frostgare im Winter profitieren, die den Boden feinkörniger und somit leichter macht.

Was tun, wenn gar nichts mehr geht?

Sollte der Boden so schwer sein, dass alle vorher angestrebten Maßnahmen nichts oder nur sehr wenig gebracht haben, dann muss mitunter ein Austausch des Bodens stattfinden. Hierfür muss die obere Schicht abgetragen und gegen Mutterboden ausgetauscht werden.