Pflanzen in Kokoshumus halten - Tipps gegen Schimmel

Viele Menschen lehnen es ab, ihre Pflanzen in eine Blumenerde mit Torf zu setzen, weil sie die Moore wegen ihrer Bedeutung für den Klimaschutz und als einmalige Naturlandschaften unbedingt erhalten wollen. Diese Menschen denken nicht nur an die deutschen Moore, die Moore der Importstaaten sind ebenso schützenswert: Weder Treibhausgase noch die zahlreichen bei Zerstörung der Moore bedrohten Tier- und Pflanzenarten halten sich an Landesgrenzen. Torfabbau zerstört die Moore, deshalb gibt es in Wissenschaft und Wirtschaft zahlreiche Bemühungen, Torfersatzstoffe bereitzustellen, die die Funktionen des Torfs in der Blumenerde übernehmen. Zu diesen Ersatzstoffen gehört der

Kokoshumus:

pflanzen-setzen3 flWas ist Kokoshumus?

Kokoshumus wird häufig kurz als Kokohum verkauft, es handelt sich um ein vollkommen torffreies Kultursubstrat, das aus getrockneten feinen Fasern der Kokosnuss besteht. Es wird zum Brikett gepresst oder lose verkauft und ist für viele Pflanzen und Aussaaten geeignet. Kokoshumus wird empfohlen als Aufzucht- und Blumenerde und als Torfersatz, der zur Auflockerung in schwere Böden gemischt werden kann. Die Kokosfasern genügen allen Gütekriterien, die die Gütegemeinschaft Substrate für Pflanzenbau e. V. für die Beurteilung von Blumenerden eingeführt hat (nachgewiesen wird diese Prüfung durch das RAL-Gütezeichen der Gütegemeinschaft auf der Packung): Kokoshumus hat nur einen geringen Salzgehalt, der ph-Wert liegt zwischen 5 bis 6 und hat damit die Werte, die gute Gartenerde haben sollte. Kokoshumus kann viel Wasser und Luft speichern und ist frei von Unkrautsamen, Krankheitserregern und Pflanzen schädigenden Stoffen.

Damit ist Kokoshumus ein vollwertiger Ersatz für Schwarztorf, der den gleichen ph-Wert zwischen 5 und 6 aufweist. Er lässt sich mit anderen Substraten zur Aussaaterde oder Anzuchterde, Pikiererde, Pflanzerde oder Topferde, Kübelpflanzenerde und Orchideenerde mischen, je nach Bedarf der Pflanzen werden ph-Wert, Nährstoffgehalt und Zusammensetzung eingestellt, vom Händler oder vom Pflanzenliebhaber zu Hause. Reiner Kokohum kann als Ersatz für die übliche torfhaltige Anzuchterde vor allem für Pflanzen eingesetzt werden, die ein lockereres Substrat mögen.

Unter welchen Bedingungen schimmelt Kokoshumus?

Eigentlich hat man bei der Verwendung von Kokoshumus eher weniger Schimmelprobleme als bei der jeder anderen Blumenerde, da Kokoshumus leicht fungizide Eigenschaften hat. Deshalb wird Kokoshumus häufig gerade dann unter das Substrat gemischt, wenn Schimmelprobleme beseitigt werden sollen.

Tipps gegen Schimmel beim Kokoshumus
  • Auch Kokoshumus neigt allerdings in sehr feuchter Umgebung zur
    Schimmelbildung, wenn vorher Schimmelsporen eindringen konnten. Schimmelsporen finden sich in abgestorbenen Pflanzenteilen, im Futter von Terrariumtieren oder einfach nur in feuchter Luft, sind also eigentlich immer und überall vorhanden. Sichtbar wird der Schimmel, wenn er ideale Wachstumsbedingungen vorfindet, zu denen Feuchtigkeit und Wärme gehören. Wenn sich auf dem Substrat Schimmel zeigt, sollte es auf jeden Fall komplett entfernt werden, sichtbare Sporen sind ungeheure Mengen von Sporen, die sich gerne weiter ausbreiten wollen.
  • Der befallene Topf sollte entweder ersetzt werden oder gründlich mit Essigreiniger desinfiziert werden. Wenn sich die Pflanzen mit der schimmligen Erde in einem Terrarium befinden, kann eine tierverträgliche Desinfektion mit Lapachotee vorgenommen werden. Dieser Baumtee enthält Naphthochinon, eine chemische Verbindung, die auch zur Herstellung von Fungiziden verwendet wird.
  • Die erste Maßnahme zur anschließenden Schimmelvorbeugung wäre also eine Überprüfung der Luftfeuchtigkeit und der Temperatur, ggf. eine Herabsetzung.
  • Ist beides in Ordnung oder unveränderbar, kann dem Schimmel vorgebeugt werden, indem

    man die Erde, der der Kokoshumus zur Auflockerung untergemischt werden soll, in der Mikrowelle oder im Ofen erhitzt. Bei einer Temperatur von etwa 120 Grad über eine Stunde sollten die meisten Schimmelsporen abgestorben sein.
  • pflanzen-setzen7 flWenn Kokoshumus unter die Erde gemischt wird, sieht die Packungsanleitung meist davor eine Quellzeit in Wasser vor. Bevor der Kokoshumus nach dieser Prozedur verwendet wird, sollte er gut ausgedrückt werden, triefend nass verwendeter Kokoshumus kann auch zum Schimmeln neigen. Wer ganz sicher gehen will, schickt den Kokoshumus nach dem Ausquellen ebenfalls eine Runde in den Backofen.
  • Alternativ wird empfohlen, die Erde vor Gebrauch mit Lapachotee zu tränken, um eventuell vorhandene Schimmelsporen zu entfernen.
  • Man sollte auch immer alles aus Erde oder Terrarium sammeln, was Schimmel anziehen könnte, abgefallene Pflanzenteile etwa.
  • Es soll auch darauf ankommen, welche Erde verwendet wird. Wenn als Grundlage doch noch gewöhnliche Blumenerde mit Torf dient, kann diese zu viel Wasser speichern und damit einen Schimmelbefall begünstigen. Dann sollte man insgesamt zu torffreiem Substrat wechseln, das im Ganzen wasserdurchlässiger und damit besser schimmelbeständig ist.
  • Blumentopf oder Terrarium brauchen eine funktionierende Drainage, die optimalen Wasserabfluss gewährleistet. Oft kann hier noch nachgebessert werden.
  • Leichter Schimmelbefall lässt sich eventuell noch mit Lapachotee eindämmen, der zum Bewässern verwendet wird.
  • pflanzen-setzen6 flChinosol ist ein Antimykotikum (Mittel zur Behandlung von Pilzinfektionen), das als Tablette in der Apotheke erworben werden kann und aufgelöst dem Gießwasser zugegeben werden könnte (allerdings nicht in einem Terrarium, das auch Tiere beherbergt).
  • Gegen Schimmel im Terrarium sollen weiße Asseln oder Springschwänze das Zaubermittel sein, beide haben großen Appetit auf Schimmel.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass es eher nicht am Kokoshumus liegt, wenn die Erde zu schimmeln beginnt, sondern dass zahlreiche andere Faktoren geprüft werden müssen.