Sandboden im Garten verbessern - Pflanzen für sandige Böden


ErdbodenOb nun Sandboden oder Lehmboden - im Garten herrscht nur in den seltensten Fällen der ideale Boden für all jene Pflanzen vor, die man gerne anbauen möchte. Und so ist jeder Gärtner dazu angehalten, den Boden so aufzubessern, dass der gewünschte Anbau problemlos stattfinden kann. Besonders sehr sandiger Boden kann den Gärtner vor eine schwierige Aufgabe stellen. Denn er speichert kaum Wasser, was vor allen Dingen in den Sommermonaten zu einem großen Problem werden kann.

Eigenschaften

Sandboden

ist sehr leicht und fein und bringt daher den großen Nachteil mit sich, dass er weder Wasser noch wichtige Nährstoffe lange speichern kann. Gleiches gilt für Düngemittel. Egal ob diese aus der natürlichen oder künstlichen Herstellung stammen: Ein Sandboden kann diese nur kurzzeitig binden, da sie schnell wieder ausgewachsen werden.

Durch den leichten Boden muss zudem im Sommer besonders viel gegossen werden. Der Wind und die hohen Temperaturen sorgen dafür. Würde nicht regelmäßig gewässert werden, dann ist es kaum möglich, Pflanzen bis zur Ernte oder zur Blüte anzubauen, da diese bereits im Vorfeld vertrocknen würden.

Als Vorteil von einem leichten Boden kann angesehen werden, dass sich dieser auch leicht bearbeiten lässt. So lässt sich ein Sandboden schnell ohne großen Körpereinsatz umgegraben. Zudem reicht eine Harke, um das Erdreich oberflächlich aufzulockern, schweres Gerät wird somit nicht benötigt.

Tipp: Einen Sandboden erkennt man sehr gut daran, dass dieser auch im nassen Zustand noch von selbst durch die Finger rieselt und keine Klumpen bildet.

Der Test

Sollte nicht sofort erkennbar sein, ob ein sandiger Boden vorliegt oder nicht, empfiehlt sich immer ein Test. Dieser kann in einem unabhängigen Labor oder auch beim Grünflächenamt durchgeführt werden. Da ein solcher Test jedoch Geld kostet, kann auch einmal in der Gartensparte herum gefragt werden, welche Erfahrungen die anderen Gärtner mit dem vorliegenden Boden gemacht haben. In der Regel hilft man sich unter Gärtnern gerne und gibt Tipps und Tricks ohne weiteres weiter. So legt man nicht nur den Grundstein für ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis, sondern spart mitunter eine Menge Geld.

Boden aufbessern

Damit ein Sandboden eine festere Struktur erhält, ist es wichtig, dass im ausreichend Humus zugeführt wird. Im besten Falle geschieht dies mit Hilfe von Kompost oder auch Stallmist. Pferdemist ist hier an erster Stelle zu empfehlen. Der Kompost kann im eigenen Garten hergestellt werden. Sollten große Mengen benötigt werden, muss ein Zukauf erfolgen. Die Städte und Gemeinden bieten oftmals Kompost zu recht günstigen Preisen an.

Das Untergraben von Kompost oder Stallmist sollte einmal im Jahr passieren. Im besten Falle im Frühjahr, damit der Boden vor dem Umgraben im Winter ruhen kann und nicht durch den Frost noch weiter aufgelockert wird. Nach und nach wird der Boden durch die Beigabe von Stallmist oder Kompost fester und kann dann auch besser das Wasser und die Nährstoffe halten.

Tipp: Ist wenig Zeit vorhanden und kann der Boden nicht nach und nach fester werden, dann muss ein Bodenaustausch stattfinden. Hierfür sollte Mutterboden gekauft und gegen den Sandboden ausgetauscht werden. In der Regel empfiehlt man, mindestens 20 cm vom alten Boden ab zutragen und durch neuen Boden zu ersetzen.

Weitere Möglichkeiten

Um die Pflanzen vor dem Vertrocknen zu

schützen, könnte etwas Mulch um sie herum gestreut werden. Der Mulch verbessert nicht nur die Bodenstruktur, sondern sorgt auch dafür, dass Sonnen
und Wind das Wasser nicht zu schnell aus dem Boden ziehen können. Zudem vermeidet man durch den Einsatz von Mulch eine starke Unkrautbildung. Besonders viele Nährstoffe können in den Sommermonaten dem Boden zugeführt werden, wenn mit Brennesseljauche gegossen wird. Diese riecht zwar sehr unangenehm, hilft den Pflanzen aber, viele Nährstoffe aufzunehmen und für das Wachstum zu nutzen.

Tipp: Auch andere Pflanzenjauchen sind geeignet. Sollten diese selbst hergestellt werden, empfiehlt sich ein gut schließendes Plastikfass, in dem die Jauche angesetzt werden kann.

Mulch, Gründüngung und Bentonit

Mulch, der den Boden rund um die Pflanzen bedeckt, verbessert ebenfalls die Bodenstruktur und hilft gleichzeitig dabei, Unkraut zu unterdrücken. Mulch lockt auch Regenwürmer an, die auf natürliche Weise für eine gesunden und lockeren Boden sorgen. In den Sommermonaten empfiehlt sich das Düngen mit Brennnesseljauche oder anderen Pflanzenjauchen, die Gemüse und Zierpflanzen mit den nötigen Nährstoffen versorgen.

Bei einer Gründüngung eignen sich für einen sandigen Boden vor allem die gelben Lupinen, die dort gut gedeihen. Sie sorgen für eine Beschattung der Oberfläche, sodass die Feuchtigkeit besser gehalten wird. Außerdem geben sie, nachdem sie untergegraben wurden, viele Nährstoffe an den Boden ab und unterstützen die Bildung einer Humusschicht. Diese Form der Düngung eignet sich für die Neuanlage eines Gartens, kann aber auch als Zwischenkultur oder nach der Ernte des Gemüses eingesetzt werden.

Bentonit ist ein Tonmineralmehl, das in einen Sandboden eingearbeitet wird. Es speichert Wasser und Nährstoffe, die der Sand selbst nicht halten kann und kann ganzjährig ausgebracht werden. Bei einem nur leicht sandigen Boden reichen 100 Gramm pro Quadratmeter, reine Sandböden benötigen dagegen bis zu 500 Gramm.

Gründüngung

Auch die so genannte Gründüngung kann empfohlen werden. Hierbei wird neben dem Kompost auch gezielt mit Pflanzen gearbeitet, die den Boden nachhaltig verbessern. Am besten sind tief wurzelnde Pflanzen wie Sonnenblumen oder auch Lupinen geeignet. Diese sehen nicht nur schön aus, wenn sie blühen. Ist ihre Zeit abgelaufen, können die Pflanzen einfach auf dem Boden belassen werden. Kommt die Zeit des Umgrabens, dann werden die Pflanzenreste mit unter gegraben und sorgen so dafür, dass der Boden eine bessere Struktur bekommt.

Geeignete Pflanzen

Für jede Bodenart gibt es Pflanzen, die sich besonders gut eignen. Egal ob der Boden sehr schwer oder - wie der Sandboden - sehr leicht ist. Auf sandigem Boden wachsen unter anderem Spargel und Möhren sehr gut. Beide Pflanzenarten haben tiefe Wurzeln, die nicht auf die oberflächliche Feuchtigkeit des Bodens angewiesen sind.

Auch Heidelbeeren oder Sanddorn lieben sandigen Boden. Und wer es etwas mediterraner mag, der wird mit Sicherheit viel Freude an Oregano oder Thymian haben. Auch Schnittlauch kann auf sandigem Boden gut wachsen. Etwas schwieriger gestaltet sich hingegen der Anbau von Petersilie. Farbe hingegen bekommt man mit Lavendel in den Garten, der ebenfalls sehr anspruchslos ist und auch bei sandigem Boden gedeiht. Und bei guter Bewässerung wachsen auch Rosen und viele Sträucherarten, die den Garten in tolle Farben tauchen.

Ein Sandboden hat nicht nur Nachteile, denn einige Pflanzen wachsen sehr gut auf einem solchen Boden. Hierzu gehören
  • Spargel, Möhren und Heidelbeeren
  • Sanddorn, Ginster, Felsenbirne und Schmetterlingsstrauch
  • Königskerze, Katzenminze, Fetthenne und Kissenaster
  • Lavendel und mediterrane Kräuter wie Oregano oder Thymian
Tipp: Generell gilt: Je länger die Wurzeln der Pflanzen, umso besser sind sie für sandigen Boden geeignet.

Oft gestellte Fragen

Woran erkennt man Sandboden?

Sandboden ist besonders leicht und rinnt auch dann noch durch die Finger, wenn er nass ist. Zudem trocknet er sehr schnell aus und kann zudem kaum Nährstoffe binden.

Wie kann man Sandboden aufbessern?

Im besten Falle mit Kompost oder Stallmist, der unter gegraben werden muss. Oberflächlich kann zudem mit Mulch gearbeitet werden. Das Material sorgt dafür, dass die Sonne und der Wind den Boden nicht allzu sehr austrocknen können.

Welche Pflanzen sind am besten geeignet?

Generell lässt sich sagen, dass tief wurzelnde Pflanzen sich hervorragend mit Sandboden vertragen. Zu diesen zählen unter anderem Heidelbeeren, Lavendel, Thymian, Möhren oder auch Spargel.