Weißtorf & Schwarztorf - Eigenschaften und Verwendung

Torf wurde früher in großen Mengen in den Gartenboden eingearbeitet, weil man sich dadurch erhoffte, die Bodenqualität zu verbessern. Heutzutage sieht man dies kritisch, weil es dem Boden eher schadet als nützt und gleichzeitig die letzten Moorgebiete Deutschlands inklusive ihrer ganz besonderen Pflanzen- und Tiervielfalt vernichtet werden. Trotzdem ist Torf in den meisten Blumenerden immer noch enthalten.

torftopf2 flUnterschiede zwischen Weißtorf und Schwarztorf

Weißtorf ist, wie sein Name schon vermuten lässt, heller als der Schwarztorf. Er ist jedoch nicht weiß, sondern

hellbraun. Dieser farbliche Unterschied kommt dadurch zustande, dass der Weißtorf aus den oberen Schichten des Moores gewonnen wird, wo die Pflanzenreste sich noch nicht vollständig zersetzt haben. Schwarztorf dagegen wird aus den tieferen Schichten abgebaut, ist damit älter und war während seiner Entstehung höherem Druck ausgesetzt. Bei ihm sind kaum noch Pflanzenreste zu erkennen und er hat im Laufe der Jahre eine dunklere Farbe angenommen. Weißtorf wie auch Schwarztorf wird nur in Hochmooren abgebaut, die sich von den Niedermooren dadurch unterscheiden, dass sich die Torfschicht von dem darunter liegenden Grundwasser abgekoppelt hat. In Deutschland gibt es solche Hochmoore hauptsächlich in Niedersachsen.

Verwendung des Torfs im
Garten


Torf wird im Gartenbau zur Herstellung von Blumenerde genutzt. Er senkt den pH-Wert des Bodens und kommt daher besonders bei Substraten für Pflanzen zum Einsatz, die einen sauren Boden benötigen wie dies zum Beispiel bei Azaleen und dem Rhododendron der Fall ist. Aus diesem Grund ist er auch in der Moorbeeterde enthalten, die als fertiges Pflanzsubstrat im Handel erhältlich ist. Für eine allgemeine Bodenverbesserung ist der Torf dagegen nicht geeignet, denn er ist sehr nährstoffarm und führt zu einer Versauerung des Bodens, die für die meisten Pflanzen schädlich ist. Um den Boden im eigenen Garten zu verbessern, sind daher Kompost oder Pflanzen zur Gründüngung besser geeignet.

Torf in Blumenerde

Auch in herkömmlicher Blumenerde ist meistens Torf enthalten. Da die Torfvorräte in Deutschland aber inzwischen zur Neige gehen und um die noch vorhandenen Moore zu schützen, gibt es inzwischen von einigen Herstellern torffreie Blumenerden. Bei ihnen wird der Torf durch Kompost, Humus oder Holzfasern ersetzt. Die positive Eigenschaft des Torfes, viel Wasser speichern zu können, wird bei diesen Produkten von Granulaten übernommen.

blumenerde2 flWeitere Verwendungsmöglichkeiten

Früher wurde Torf auch als Brennstoff verwendet und es gab sogar Torfkraftwerke. Zu Torfkohle weiter verarbeitet wurde er zum Heizen genutzt. In der Medizin und der Körperpflege finden sich Moorbäder und Moorpackungen, die eine heilende Wirkung auf die Haut und das allgemeine Wohlbefinden haben. Hierfür ist der Schwarztorf am besten geeignet, der besonders viele Huminsäuren enthält. Diese Säuren sorgen für eine Verbesserung der Durchblutung. Unverzichtbar ist Torf bei der Herstellung des schottischen Whiskys, ihm gibt ein Torffeuer seinen typischen Geschmack.