Würmer in Blumenerde und in Blumentöpfen

Würmer in der Pflanzerde sind normalerweise sehr nützlich. Auf einem sehr begrenzten Raum wie in einem Blumentopf kann es jedoch dazu kommen, dass sie nicht mehr genügend Nahrung finden und dann beginnen, die feinen Wurzeln der Pflanzen anzufressen und sie dadurch zu schädigen.

blumenerde flBei Zimmerpflanzen oder den Blumen auf dem Balkon ist es aber meist eher das Ekelgefühl, das Menschen dazu veranlasst, diese Würmer zu bekämpfen.

Enchyträen und Regenwürmer

Bei den in Blumenerde vorkommenden Würmern handelt es

sich in der Regel um Enchyträen, eine Familie von zahlreichen Wurmarten. Sie sind mit den Regenwürmern verwandt und daher im Prinzip genauso nützlich. Enchyträen werden zwischen 5 und 30 Millimeter lang und haben eine weiße oder gelbliche Farbe. Manche Arten besitzen sogar gar keine Pigmente und sind durchsichtig, sodass ihr Darminhalt von außen sichtbar ist.

Enchyträen ernähren sich wie die Regenwürmer von totem pflanzlichen Material und den darin enthaltenen Bakterien. Hierdurch entsteht der Humus, der die Pflanzen mit den nötigen Nährstoffen versorgt und damit für einen gesunden Boden im Garten wichtig ist.

Bei Blumenerde für Töpfe und Kästen, die direkt aus dem Garten entnommen wurde, kann es sich bei den Würmern aber auch um Regenwürmer handeln, die
mitsamt der Erde in den Blumentopf befördert wurden. Dort sind sie genauso nützlich wie im Garten, denn sie lockern und lüften den Boden und sorgen für eine gesunde Humusschicht. Im Allgemeinen sind sie in Blumentöpfen jedoch nicht erwünscht und können genau wie die Enchyträen wieder entfernt werden.

Gegenmaßnahmen: Absammeln, austrocknen oder umtopfen

Da der Anblick von Würmern in der Blumenerde von Zimmerpflanzen und Balkonkästen nicht unbedingt jedermanns Sache ist, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Würmer wieder zu entfernen:

  1. Aus der Blumenerde können die Würmer natürlich einfach von Hand entfernt werden, wenn sie sich an der Oberfläche zeigen. Meist sind sie dort jedoch nur direkt nach dem Gießen zu sehen, daher ist dies der beste Zeitpunkt, die Würmer abzusammeln. Beschleunigt werden kann dieser Prozess, indem die Pflanze reichlich gegossen oder noch besser in ein mit Wasser gefülltes Gefäß gestellt wird. Damit der nützliche Effekt der Würmer nicht verloren geht, werden sie nach dem Absammeln am besten im Garten ausgesetzt.

  2. umpflanzen flAuch das Gegenteil funktioniert bei der Bekämpfung der Würmer. Regenwürmer und Enchyträen können nur in Erde existieren, die einigermaßen feucht ist, deshalb sterben sie ab, wenn die Blumenerde dauerhaft trockener als üblich gehalten wird oder kurzfristig vollständig austrocknet. Dies ist nur bei Pflanzen empfehlenswert, die nicht dringend auf die nötige Feuchtigkeit angewiesen sind. Viele Zimmerpflanzen überstehen eine einmalige komplette Austrocknung jedoch problemlos.

  3. Um Würmer in der Blumenerde zu bekämpfen, kann aber auch das gesamte Substrat ausgetauscht werden. Hierbei sollte möglichst viel Erde vom Wurzelballen entfernt werden, damit sich darin keine kleinen Würmer verstecken können. Regenwürmer wie auch Enchyträen sind in den meisten Fällen Zwitter, die sowohl über männliche wie auch weibliche Geschlechtsorgane verfügen. Sie befruchten sich gegenseitig, daher reichen zwei Würmer für die Fortpflanzung aus.