Taubenmist - Taubendreck als Dünger

Taubenmist - Taubendreck als Dünger

Mit Taubenmist als Dünger ist das so eine Sache. Es gibt zahlreiche Hobbygärtner, die schwören darauf und es gibt sicher genau so viele, die würden Taubenkot nie im eigenen Garten verwenden.

mist_flFest steht, in Taubenmist stecken viele gute Nährstoffe. Am meisten enthalten ist Humus-Trockenmasse. Dazu kommen Stickstoff, Kali, Phosphorsäure und Kalk in nahezu gleichen Anteilen. Das ist bedeutend mehr, als z.B. in Pferdemist enthalten ist und der wird oft als idealer Dünger angepriesen. Ähnlich nährstoffreich wie Taubenmist ist

sonst nur Hühnermist oder aber dann Guano. Taubenmist ist aber sehr scharf und pur angewandt kann er zu Verbrennungen an den Pflanzen führen. Auch kann er gesundheitsschädliche Anteile enthalten.

Taubenmist von Taubenzüchtern

Es gibt Taubenmist von Taubenzüchtern zu kaufen. Er wird damit beworben, dass die Tauben gesund sind, da sie untersucht und geimpft werden. Das ist richtig und auch wichtig. Dieser Dünger ist gut geeignet für Gehölze, Sträucher und Blumen, aber mit Vorsicht zu behandeln bei Pflanzen, die man essen möchte. Teile des Impfstoffes werden ausgeschieden und auch Teile von Medikamenten, die kranke Tauben bekommen. Viele Tauben, welche Wettkämpfe abhalten, bekommen spezielle Zusätze zum Futter, welche sie leistungsfähiger machen. Was ist da enthalten und was noch in den Ausscheidungen vorhanden? Man weiß es nie genau. Außerdem wird auch im Kot von Brief- und Zuchttauben immer mal wieder der Pilz Cryptococcus neoformans nachgewiesen, der auch ernste Krankheiten auslösen
kann. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, düngt seine Tomaten, Erdbeeren, Bohnen etc. mit anderem Dünger. Alles andere im Garten kann mit Taubenmist versorgt werden.

Taubenmist von „Stadttauben“

Der Kot von frei lebenden Tauben kann Krankheitserreger enthalten. Es können recht gefährliche Krankheiten übertragen werden. Zwar passiert das selten, aber wem nützt das, wenn er betroffen ist. Panikmache ist nicht zu empfehlen, aber eine gewisse Vorsicht. Der Kot kann Salmonellen, Pilze, Viren und Bakterien enthalten. Es sind Fälle von Ornithose, Salmonellenerkrankungen, durch Pilze verursachte Lungen- und Gehirnhautentzündungen und andere Erkrankungen aufgetreten.

Ornithose ist eine ernste Angelegenheit. Die Bakterien befinden sich im Kot und wenn dieser verwirbelt oder verweht wird, besteht für den Menschen die Gefahr, dass er sich infiziert. Man nimmt die Clamydien mit der Atemluft auf. Sie setzen sich in der Lunge fest und können ernste Erkrankungen hervorrufen. Dadurch grippeähnliche Symptome auftreten, wird die Krankheit oft erst sehr spät erkannt. In Deutschland infizieren sich im Jahr etwa 100 bis 150 Menschen mit dem Erreger.

duenger-kompost_flTaubenmist niemals pur verwenden

Obwohl Taubenmist einen neutralen pH-Wert hat, ist er nicht ohne. Man sieht es in den Städten, wo Tauben oft ihren Kot absetzen, verursacht dieser sogar Gebäudeschäden. Er ist ziemlich aggressiv. Deshalb darf man den Kot  nicht pur verwenden. Viele geben den Mist zum Gießwasser, wodurch er gut verdünnt wird. Andere laden ihn erst einmal auf dem Kompost ab. Nach etwa einem Jahr ist die Kompostreife erreicht. Es ist günstig, den Taubenmist nur im vorkompostierten Zustand zu verwenden. Die Bodenorganismen können ihn so besser aufschließen. Ideal ist, Taubenkot mit Strohhäcksel oder Laub zu kompostieren. Beim Gießwasser ist es

günstig, den Kot in ein Jutesäckchen zu geben und dieses einige Tage in den Wasserbehälter zu hängen. Dann kann man damit gießen.

Fazit

Ob man den Taubenkot verwendet, muss jeder für sich entscheiden. Ein verantwortungsvoller Umgang mit den Hinterlassenschaften der Tauben ist aber wichtig. Fest steht, dass der Kot ein guter Dünger ist, ähnlich dem Guano. Da zweifelt kaum einer, dass er gesund und nützlich ist. Allerdings sind die Nebenwirkungen nicht zu unterschätzen.