Richtig düngen - so wirds gemacht!

Richtiges Düngen

Bei Topf- oder Kübelpflanzen sind Düngergaben wichtig - aber es sollte nicht übertrieben werdenDie Pflanzen, die wir in unseren Gärten kultivieren, sollen Überdurchschnittliches leisten: Den schönsten Blütenflor zeigen, die grössten Früchte tragen - und dies oftmals unter Bedingungen, die ihren Ansprüchen nicht unbedingt gerecht werden. Mit Düngergaben können wir unterstützend helfen, jedoch um keinen Fehler zu begehen, bedarf es einiger Kenntnisse.

Denn: Richtiges Düngen ist eine Wissenschaft für sich! Dazu müssten wir genau informiert sein,

welche Nährstoffe die Pflanze, in welcher Zusammensetzung, wie schnell verbraucht, um die Düngergabe exakt berechnen zu können. Ein präzises Ergebnis würden wir jedoch dennoch nicht erhalten, weil dies nicht nur von der Pflanzenart, sondern auch von deren Grösse und Konstitution, sowie vom Standort, Jahreszeit und Wetter abhängig ist: Faktoren, die sich nicht in Zahlen pressen lassen!

Richtig düngen - eine Einführung

Grundsätzlich reicht der Gehalt an Nährstoffen in der Blumen(topf)erde meistens nicht aus, um bis zum Umtopfen der Pflanze einen optimalen Ertrag oder schlicht ein gutes Gedeihen zu gewährleisten. An dieser Stelle beginnt die "Zufütterung", die der Pflanze hilft, die erforderlichen Lücken zu schließen oder ihr Reserven zu bieten.

Mithilfe ihrer Wurzeln nimmt die Pflanze die für sie optimale Konzentration an Stickstoff, Phosphor, Kalium, Schwefel, Magnesium und Kalzium auf. Neben diesen Nährstoffen können aber auch in geringerer Konzentration Spurenelemente enthalten sein. Ob man den Dünger als Granulat, Stäbchen oder als Flüssigdünger kauft, lässt keine qualitativen Rückschlüsse zu. Das Verhältnis der Nährstoffe ist auf die Pflanzenbedürfnisse abgestimmt. Sie sind optimal verwertbar. Flüssigdünger ist sofort verfügbar für die Pflanze, muss nicht aufwendig in den Boden eingearbeitet werden, aber birgt auch das Risiko, wieder ausgespült werden zu können.

Hilfreiche und wichtige Faustregeln sind:

  • stickstoffarmer Dünger für langsam wachsende Arten (zum Beispiel Kakteen)
  • höherer Stickstoffanteil für Blattpflanzen
  • phosphorhaltiger und kalibetonter Dünger für Blütenpflanzen

Pflanzenfreunde brauchen sich bei der Zusammensetzung des Fest- oder Flüssigdünger keine Sorgen zu machen, da die speziellen Düngermischungen bereits fertig im Regal stehen und so erwerbbar sind. Sie existieren für Hydrokulturen, Kakteen, Grün- und Blütenpflanzen oder Orchideen. Man sollte jedoch auch unbedingt beachten, in welchem Zustand sich der Boden befindet. So kann auch ein Boden in freier Natur bestimmte Mangelerscheinungen aufweisen!

Die Menge und Häufigkeit von Düngergaben sollte in einem gesunden Rahmen bleibenRichtig

düngen - Zeitpunkt und Dosierung

Wichtig ist, dass man die Pflanze nur zu Zeiten ihres Wachstums düngt. Dazu gehören die Monate März bis August. Einige Pflanzen legen im Winter gern Ruhepausen ein. Sie sollten dann auch weniger oder auch nicht gegossen werden und bevorzugen kältere Temperaturen. Wächst die Pflanze nur bedingt oder langsam unter der Gabe von zum Beispiel Flüssigdünger, sollte man die Häufigkeit der Düngergaben auch in einem gesunden und reduzierten Rahmen halten. Zudem gibt es auch Flüssigdünger oder Düngestäbchen mit einer Langzeitwirkung. Mehrere Monate wird die Pflanze dann durch den Dünger gut und ausreichend versorgt. Hilfreich ist hier das Lesen der Gebrauchsanleitung. Wächst die Pflanze zu üppig und bleiben lang ersehnte Blüten aus, ist der Anteil von Stickstoff im Dünger zu hoch.

Grundsätzlich ist ein Überangebot schädlich! Ein Zuviel an Düngesalzen beim Umtopfen kann man reduzieren, indem die Düngesalze

mit Hilfe von lauwarmem und kalkfreiem Wasser aus dem Substrat ausgespült werden. Unter einem Substrat versteht man Blumenerden im eigentlichen Sinne oder auch Erdsubstrate (spezieller Nährboden).

Mangelerscheinungen erkennen

  • Beim Fehlen von Flüssigdünger leidet die Pflanze an einem Stickstoffmangel. Sie zeigt dies durch verlangsamtes Wachstum, fahle und hellgrüne ins rötliche gehende Blätter an.
  • Einen Phosphormangel zeigt die Pflanze an, indem nur wenige Blüten gebildet werden. Diese frischen Blüten können auch deutlich blasser sein. Im Gegenzug haben ältere Blätter ein schmutziges Erscheinungsbild und weisen spezifische Verfärbungen auf. Diese muten blau, rot oder sogar violett an. Die Stoffwechselvorgänge werden also beeinträchtigt.
  • Das andere Extrem sind sehr schnell welkende Pflanzen: Das Phänomen tritt dann vermehrt an warmen und sonnigen Tagen auf. Sie bleiben auch gern klein und gedrungen. Auffällig sind auch oft heller erscheinende Blattränder, wobei die Blätter dann auch wenig später gern komplett absterben. Die Anfälligkeit gegenüber Schädlingen ist besonders auffällig. All dies sind typische Symptome eines Kaliummangels.
  • Bei Eisenmangel werden vor allem die jungen Blätter gelb, und die Blattadern treten grün hervor.
Ein Dünger, der alle drei Grundbestandteile NPK (Stickstoff-Phosphor-Kalium) sowie Spurenelemente enthält, wird als Volldünger bezeichnet. Die danach angegeben drei Zahlen - jeweils durch einen Bindestrich getrennt - weisen auf die Konzentration (in Prozenten) hin. Volldünger sind universell einsetzbar und haben ein ziemlich ausgeglichenes Nährstoffverhältnis, das heißt: alle drei Zahlen sind annähernd gleich.

Spezialdünger, Langzeitdünger, Flüssigdünger ...

  • Spezialdünger sind in ihrer Nährstoffzusammenstellung genau auf die spezifischen Anforderungen einer Pflanzengruppe ausgerichtet, z.B. Tomaten - Tomatendünger.
  • Langzeitdünger hält, je nach Produkt, drei bis sechs Monate an.
  • Flüssigdünger wirkt am schnellsten!
  • Organischer Dünger verzeiht Düngefehler eher als Mineraldünger.

Es gibt einige Grundregeln, nach denen man sich beim Düngen richten kannWie düngt man richtig? - weitere Tipps

Bäume, Hecken und Stauden: versorgt man im Herbst mit Kompost, und reicht im Frühling noch etwas organischen Dünger nach. Generell ist zu beachten:

  • Nur während der Wachstumsperiode düngen! (Von Antriebsbeginn bis Triebabschluss!)
  • Niemals auf trockenen Wurzelballen!
  • Lieber oft und schwach - als selten und hoch dosiert!
  • Während der Winterzeit unbedingt Düngepause einhalten!

Richtiges Düngen im Hausgarten

  • Rosen: Beim Einpflanzen darf nicht gedüngt werden. Nur im Frühling beim Austrieb und während der Blütezeit. Ab Sommermitte ist das Düngen einzustellen, um sie frosthart zu machen.
  • Sommerblumen: Von Juni bis September düngen, bei sonnigem Wetter wöchentlich, bei Regenwetter Dosis halbieren. Wer nicht ständig düngen will, aber auch keinen Dauerdünger beigemischt hat, kann zu jeder Pflanze ein Düngestäbchen oder ükegel stecken.
  • Rasen: Dreimal im Jahr (Frühling, Sommer und Herbst) am besten mit speziellem Rasendünger versorgen.