Torf im eigenen Garten

Torf im Garten einsetzen Blumenerde mit oder ohne Torf?Sicherlich gehört Torf im Garten zu den Materialien, die gerne zur Bodenverbesserung verwendet werden. Der Torf wird dabei dazu verwendet, den Boden etwas saurer zu machen. Er beschleunigt die Versauerung des Bodens, was gerade bei Pflanzen, wie Rhododendren, Azaleen und viele andere Moorbeetpflanzen notwendig ist. Der Torf wird entweder einfach unter die vorhandene Erde gemischt, oder beinahe pur verwendet (die Erde wird durch Torf ersetzt). Doch diese Versauerung kann man auch auf andere Art und Weise erreichen.

/>
Torf ist allerdings auch etwas, was nicht unbegrenzt zur Verfügung steht. Torf ist ein Produkt aus unseren Mooren. Zwar wird Torf nicht aus den aktiven Mooren gestochen, doch wer auf Torf in seinem Garten verzichtet, trägt sehr viel zur Umweltschutz bei. Moore sind Biotope, die die Natur braucht. Ihre Erhaltung sollte also auf unserem Herzen liegen. Im Gartenbau werden speziell Weiß- und Schwarztorfe verwendet. In der Regel werden die Torfe unaufbereitet angewandt, es gibt jedoch Torfprodukte, die aufgekalkt, bzw. mit speziellen Nährstoffen angereichert werden. Während früher keine andere Alternative für Torf gab, gibt es Heute bereits viele Torfersatzprodukte, die man im Garten verwenden kann. Der Schutz der Umwelt und der Natur bedeutet nicht nur, dass man Abfall trennt, oder einfach nichts mehr achtlos wegwirft, sondern auch, dass man unsere natürlichen Reserven schützt. So auch die Moore, von denen es immer weniger gibt.

Vor unbedachten Veränderungen besser Bodenprobe bestimmen lassen

Bevor Sie sich viel Arbeit aufhalsen, um Ihren Boden mit umweltschädlichem Torf oder Torfersatzstoffen zu verbessern, wäre es bestimmt nicht schlecht, erst einmal zu ergründen, ob der Boden überhaupt eine Verbesserung bzw. eine Korrektur braucht. Sie würden dann also zunächst den pH-Wert des Bodens bestimmen lassen (Ihr örtliches Umweltamt sagt Ihnen, wo und wie) und anschließend die Bodenbehandlung dem Ergebnis dieser Untersuchung anpassen.

Einen besonders sauren Boden, der also eine Korrektur bezüglich des pH-Werts erforderlich machen würde, brauchen Moorbeetpflanzen wie Rhododendren. Allerdings nicht unbedingt: Inzwischen werden kalktolerante Rhododendron-Hybriden gezüchtet, die Sie z. B. bei der Inkarho GmbH aus 26160 Bad Zwischenahn, www.inkarho.de, beziehen können, diese Pflanzen sollen sogar in schweren Böden mit viel Ton und Lehm und sehr hohen pH-Werten einen gesunden und kräftigen Wuchs entwickeln. Denn eigentlich ist es überhaupt keine so gute Idee, einen im pH-Wert normale Werte aufweisenden Gartenboden künstlich anzusäuern, diese Maßnahmen können meist nicht auf den gewünschten Bereich begrenzt werden.

Die normale Gartenerde
liegt im pH-Wert zwischen 5 und 6,5, bei diesen Werten gedeihen die meisten Pflanzen am besten, weil so eine  optimale Nährstoffaufnahme garantiert ist.

ErdbodenErde ohne Torf ansäuern oder auflockern

Wenn Sie den pH-Wert Ihres Bodens für bestimmte Pflanzen ein wenig in Richtung sauer verschieben möchten, können Sie das durch Einbringung einer ganzen Reihe von Materialien bewirken. All diese Substanzen sind besser als Torf, weil sie keine wichtigen Umweltressourcen zerstören und außerdem nicht nur den pH-Wert anpassen, sondern den Pflanzen auch noch Nährstoffe zur Verfügung stellen. Sie können mit Eichenlaub mulchen, Sauergräser anpflanzen, mit Nadelstreu und geschredderter Nadelholzrinde Ihren ganzen Kompost sauer einstellen oder Kaffeesatz und/oder Traubenester auf die

Beete kippen. Und das sind nur einige der Möglichkeiten, weitere Ideen gibt es beim Naturschutzbund Deutschland, www.nabu.de, unter dem Stichwort “Torf”.

Zur Lockerung der Erde gibt es ebenfalls eine ganze Reihe von anderen Wegen: Sie können Perlit oder Xylit untermischen, Holzschnitzel oder Kokoshumus oder Sand, mit all diesen Substanzen und vielen anderen Torfersatzstoffen können Sie auch hervorragend Ihre eigene Anzuchterde mischen. Oder Sie setzen gleich auf Gründüngung, mit der Sie auch große Bodenareale auflockern können oder vollkommen verdichtete Böden wieder bepflanzbar machen können. Mit der Gründüngung können Sie auch gleich noch andere Ziele der Bodenverbesserung verfolgen, je nach eingesetzter Pflanzensorte.

Die wichtigsten Punkte, die gegen den Einsatz von Torf im Garten sprechen:
  • Moore sind nur begrenzt erhaltene Flächen, die zu ihrer Entstehung eine sehr lange Zeit brauchen, bis zu mehreren tausend Jahren.
  • Diese begrenzten Flächen haben für den Klimaschutz große Bedeutung, Moore  binden etwa sechsmal so viel Kohlenstoff wie Wald und sind außerdem wichtige Wasserspeicher.
  • Die Moore bilden einzigartige Naturlandschaften, mit einer ebenso einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt, die durch den Abbau unwiederbringlich zerstört wird.
  • Die entscheidenden Merkmale von Torf sind Nährstoffarmut und sehr lockere Struktur, Merkmale, die eine Fülle anderer Stoffe auch aufweisen.
  • Diese Nährstoffarmut und Lockerheit qualifizieren einen unbehandelten Torf denn auch allenfalls als Anzuchterde, ansonsten brauchen Pflanzen nährstoffenthaltende Erde.
  • Die Industrie baut ihn trotzdem gerne ab, weil das sehr leicht geht, der Nährstoffgehalt wird künstlich mit synthetischem Dünger eingestellt. 
  • Der lange gereifte Schwarztorf ähnelt im pH-Wert  jeder gewöhnlichen Gartenerde, nur der aus sehr jungen Mooren gewonnene Weißtorf hat einen sauren pH-Wert. 
  • Dieser pH-Wert ist sogar meist zu sauer, er wird also wiederum durch Aufkalken künstlich erhöht.
Bei genauerer Betrachtung ergibt sich also, dass mit Torf ein eigentlich nicht gut geeignetes Material abgebaut wird und bei diesem Abbau wertvolle und für uns alle wichtige Naturlandschaften zerstört werden, nur weil der Abbau für die Gartenindustrie so schön bequem und preiswert ist. Das sollten wir sicher nicht unterstützen, übrigens auch nicht, wenn der Torf importiert wird, die Moore der uns umgebenden Staaten sind genauso schützenswert.