Ist Blauregen giftig?

Ist Blauregen giftig? BlauregenDer wunderschön blühende Blauregen ist giftig und zwar alle Teile von ihm. In der Rinde und der Wurzel sind Gifte enthalten, besonders viel davon aber in den Samen und den Hülsen. In den Wurzeln und der Rinde sitzt Wistarin, in den Samen und Hülsen Lectine und ein bisher noch unbekannter Wirkstoff. Der Gehalt an den Giftstoffen kann je nach Jahreszeit und Standort der Pflanze recht unterschiedlich sein.

Blauregen ist eine sehr auffällige Pflanze. Die großen Blüten sind richtige Hingucker. Man findet

die Pflanze in vielen Gärten. Den meisten Eigentümern ist sicher gar nicht bewusst, dass ihre schöne Kletterpflanze recht giftig ist. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann die Samen abschneiden, sobald sie sich zeigen. An höhere Lagen kommen Kinder nicht ran, also muss man nur die unteren Samenhülsen entfernen. Das Kinder die Rinde anknabbern oder an die Wurzeln gelangen, ist eher unwahrscheinlich.

Schon ab 3 verspeisten Samen sind Krankheitszeichen zu erwarten, zumindest bei Kindern. Meist kommt es zu Magenbeschwerden mit Erbrechen und Durchfall. Weitere Symptome sind Gesichtsblässe, erweiterte Pupillen und Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel und Kreislaufkollaps bei schweren Fällen.

Als Erste Hilfe Maßnahme kann man reichlich Wasser zu trinken geben und Kohle. Besser ist es, einen Arzt aufzusuchen.

Der Blauregen ist auch für Tiere giftig, vom Nager angefangen über Vögel bis zu großen Tieren wie Pferden.

Wuchs und Standort

Blauregen an FassadeBei einer Neupflanzung muss auf eine stabile Rankhilfe geachtet werden, damit seine beträchtlichen Ausmaße gesichert sind. Der Blauregen wächst äußerst schnell und erreicht sortenabhängig Höhen von 4 bis zu 10 Metern. Er ist normalerweise frosthart, sollte jedoch im Winter entsprechend geschützt werden. Der Blauregen kann durch einen regelmäßigen Schnitt auch freistehend als Stämmchen oder Strauch gezogen werden. 

Da Blauregen nach der
Neupflanzung empfindlich reagieren kann, wird er während des Frühjahrs gesetzt. Hierfür empfehlen sich speziell veredelte Pflanzen aus der Baumschule. Wird er aus Samen gezüchtet, kann er sich blühfaul zeigen. Das Gewächs bevorzugt einen durchlässigen, leicht feuchten sowie nährstoff- und humusreichen Erdboden. Idealerweise befindet sich der Standort in einem vollsonnigen Gartenbereich. Bekommt der Blauregen im Anschluss an die Pflanzung eine leichte Anhäufelung mit humoser, angefeuchteter Erde, treiben die Augen wesentlich leichter aus. Wird er zudem früh erzogen und geschnitten, folgt die erste Blüte meistens schneller. Dennoch kann es mehrere Jahre dauern, bis er sich akklimatisiert hat.

Um nicht ausschließlich das Blattwachstum zu fördern, sollten übermäßige Stickstoffgaben vermieden werden. Wird jedoch im April mit Superphosphat gedüngt, kann die Blüte sehr positiv begünstigt werden. Wärme und ausreichend Sonne für üppige Blüten findet der Blauregen an südlichen Hauswänden. Schattige Standorte eignen sich ebenfalls, wobei die Blüte wesentlich geringer ausfällt.

Blauregen optimal schneiden und anzüchten

Der kräftige Wuchs der Pflanze muss mittels eines Schnittes gebändigt werden, da sonst kaum Energie zur Knospenbildung verfügbar ist. Die Blüten des Blauregens finden sich an Kurztrieben, die durch den Schnitt im Wachstum begünstigt werden. Ohne jeglichen Rückschnitt dauert es oftmals Jahre, bevor der Blauregen üppige Blüten zeigt. Der Richtungs- beziehungsweise Grundschnitt sollte so erfolgen:
  • während des 1. und

    2. Jahres bleiben sämtliche oberen Seitentriebe erhalten
  • untere Triebe werden auf 2 bis zu 3 Blättern gekürzt
  • im 2. Jahr werden die Befestigungsschnüre darauf überprüft, ob sie bereits zu lockern sind, da sie die Rinde nicht einquetschen dürfen
  • ab dem 3. Jahr werden sämtliche Seitentriebe zur Hälfte oder zwei Drittel ihrer Länge gekürzt, sodass ein buschiger Wuchs mit etlichen Blüten entstehen kann
  • die untersten Seitentriebe werden direkt bis zum Stamm zurückgeschnitten und die Befestigungsschnüre gelöst, da der Blauregen sich nun eigenständig festhalten kann.
Hummel am BlauregenUm auch für die nächsten Jahre eine üppige Blütenpracht zu erhalten, muss der Blauregen im Frühjahr und Spätsommer geschnitten werden:
  • im August erfolgt eine Kürzung der beblätterten, langen Sommertriebe bis auf 2 oder 3 Augen
  • wird der Sommerschnitt als zu radikal empfunden, können die Triebe auf lediglich 40 Zentimeter gekürzt werden, um sie im Februar/März auf 3 oder 4 Augen zu stutzen
  • die verbleibenden Stummel zeigen danach neue Blüten
  • zusätzlich sollten die Triebe spiralförmig an der Kletterhilfe befestigt werden, um eine Blütenbildung zu fördern.
Die Anzucht des Blauregens per Samen ist während der Zeit Januar bis in den September möglich:
  • es wird eine Anrauung der einzelnen Samen empfohlen
  • danach werden sie innerhalb raumwarmen Wassers über Nacht eingeweicht, um vorzuquellen
  • anschließend kommen die Blauregensamen in leicht feuchte Anzuchterde oder aber Kokosfaser
  • die Keimung erfolgt bei gleichbleibender Temperatur und Feuchtigkeit recht schnell innerhalb von 2 bis zu 8 Wochen.