Brombeeren schneiden - Rückschnitt dornenloser BrombeerpflanzenBrombeeren schneiden - richtig zurückschneiden

Brombeere - Rubus sectioDornenlose Brombeerpflanzen wachsen wie alle Kultur-Brombeeren nicht ganz so stürmisch wie der wilde Vorfahr; aber auch diese Brombeeren sollten regelmäßig zurückgeschnitten werden, wenn Sie an gutem Ertrag interessiert sind. Nachfolgend geht es darum, wie die verschiedenen Brombeeren wachsen und wie sie beschnitten werden:

Der einfache Grundsatz des Brombeer-Schnitts

Um Brombeeren richtig zu schneiden, muss man nur wissen, wie sie wachsen und an welchen Zweigen sie wie lange tragen:

Brombeeren sind ausdauernde krautige Sträucher, die in den meisten Arten den größten Teil des Jahres grün sind

und deren je nach Sorte mehr oder weniger stachlige Sprossachsen mit der Zeit verholzen. Diese Sprossachsen bilden erst ein "Gerüst", auf dem die Brombeere steht, daraus werden weitere Triebe (Zweige, Ruten, Ranken) gebildet. Diese wachsen im ersten Jahr einfach nur grün vor sich hin und bilden erst im zweiten Jahr Fruchttriebe. Diese Fruchttriebe sind spezielle Seitentriebe, an deren Ende sich die traubigen bzw. rispigen Blüten- und Fruchtstände bilden. Brombeeren tragen ausschließlich an diesen zweijährigen Fruchttrieben, die nach der Fruchtentwicklung absterben.

Wenn ein Fruchttrieb trägt, kann er die ganze Saison beerntet werden: Im Mai fängt die Blüte an, im Juli sind die ersten Brombeeren reif, währenddessen bilden sich aber laufend neue Blüten, die dann bald die nächsten Früchte tragen. Die Brombeere blüht bis August, die Früchte erscheinen entsprechend zeitversetzt bis in den Oktober hinein. Erst wenn die letzte Frucht geerntet ist, beginnt das Einziehen der Nährstoffe aus dem Fruchttrieb, der danach langsam vertrocknet.

Wenn der Brombeerstrauch möglichst viele Brombeeren tragen soll, geht es grundsätzlich darum, immer möglichst viele Ruten im zweiten Jahr am Strauch zu haben, damit diese möglichst viele fruchtende Seitentriebe an ihren Enden ausbilden. Neue Ruten bildet die Brombeere nur aus, wenn sie Platz dazu hat und zum Austrieb angeregt wird. Deshalb werden jeweils die Ruten weggeschnitten, die in der vergangenen Saison Fruchttriebe abgeerntet wurden. Da diese Ruten nie wieder Fruchttriebe ausbilden, können und sollten sie in ganzer Länge entfernt werden.

Das gilt für normale Brombeeren und für dornenlose Brombeeren ganz genauso, obwohl die in Wirklichkeit stachellos sind, aber wie alle Brombeeren nach dem althochdeutschen Wort brāmberi = Dorngebüschbeere benannt sind. Hä? So ist es, aber das Verwirrspiel mit den leicht abzustreifenden Stacheln und den als Pflanzenorgane fest sitzenden Dornen ist alt; mehr interessiert Sie sicher, wie Sie dem Verwirrspiel der Brombeerranken zum Zwecke des Fruchtschnitts Herr werden. Dazu gibt es Möglichkeiten, zunächst interessiert jedoch ein Blick darauf, wie verwirrend das Verwirrspiel werden wird:

Brombeeren wachsen sehr unterschiedlich

Das Wachstum des ursprünglichen "ausdauernden krautigen Strauchs Brombeere" kennen Sie gut: Ausgedehnte Felder von Wildbrombeeren im Wald, von denen an den äußeren Rändern Brombeeren geerntet werden können. Will man weiter innen im Strauch ernten, wird es unangenehm stachlig; zu den schönsten, dicksten Beeren oben in der Mitte des weitläufigen Brombeergebüschs ist ohne Schutzanzug, Kettensäge und weitgehender Zerstörung der Pflanze kein Zugang möglich.
Brommbeere - Rubus sectio rubus
Solche Ungetüme möchte (fast, dazu unten) niemand im normal dimensionierten Hausgarten haben, weshalb schon vor langer Zeit begonnen wurde, die Brombeeren durch Zucht zu zähmen. Die Ergebnisse, die Kultur-Brombeeren, wurden jedoch in sehr unterschiedlichem Ausmaß gezähmt: Sie bilden je nach Zuchtsorte von der Triebbasis aus kürzere oder längere Ruten, die aufrecht oder halbaufrecht oder fast wie wilde Brombeeren in die Höhe und in die Breite wachsen und an ihren Enden wenige oder viele Seitentriebe (Fruchttriebe) ansetzen.

Diese Wuchsform bestimmt die Größe und Stabilität der Stütze (für eher langsam strikt aufrecht wachsende Brombeeren reichen drei mannshohe Stäbe, für fast wie Wildbrombeeren ausufernde Zuchtsorten braucht es ein hohes, stabiles Spalier). Die Anzahl der Seitentriebe bestimmt die in Aussicht stehende Ernte; die Anzahl der Stacheln hat Einfluss auf die Verletzungsgefahr bei der Ernte, aber auch auf den Geschmack der Beeren (siehe dazu den nächsten Tipp). Deshalb folgt zunächst eine Übersicht, wie die gängigen Brombeer-Zuchtsorten üblicherweise wachsen:
  • Rubus sect. Rubus 'Arapaho' wächst aufrecht mit langen stachellosen Ruten, die eine mittlere Anzahl von Seitentrieben bilden, frühe Blute + Reife, mittelhoher Ertrag großer schwarzer aromatischer Früchte
  • 'Black Satin': Starker Wuchs halbaufrechter, langer stachelloser Ruten mit vielen Seitentrieben, frühe Blute, späte Reife, hoher Ertrag großer schwarzer mäßig aromatischer Früchte
  • 'Chester Thornless': Starker halbaufrechter Wuchs, lange stachellose Ruten und mittelhohe Anzahl von Seitentrieben, späte Blüte + Reife, sehr hoher Ertrag glänzend schwarzer, großer aromatischer Fruchte
  • 'Choctaw‘, starker halbaufrechter Wuchs, lange Ruten + mittelhohe Anzahl Seitentriebe und Stacheln, sehr frühe Blüte, mittelfrühe Reife, mittelhoher Ertrag schwarzer, großer süß-aromatischer Früchte
  • 'Douglas', Spätsorte mit halbaufrechtem Wuchs, langen stachellosen Ruten und einer mittelhohen Anzahl Seitentriebe, sehr große aromatische nicht lange haltbare Früchte
  • 'Hull Thornless': Starker Wuchs, halbaufrechte, lange stachellose Ruten, mittelhohe Anzahl Seitentriebe, eher späte Blüte + Reife, hoher Ertrag großer haltbarer aromatischer Früchte
  • 'Jersey Black': Robuste Sorte mit sehr starkem Wuchs, halbaufrechte, lange Ruten mit sehr großen Stacheln, mittlere Anzahl Seitentriebe, die früh blühen + reifen und mittleren Ertrag mäßig aromatischer Früchte bringen
  • 'Jumbo': Breitwüchsig mit langen, stachellosen Ruten und wenig Seitentrieben, mittelfrühe Blüte + Reife, mittelhoher Ertrag sehr großer, mäßig aromatischer Früchte
  • 'Karaka Black‘: Breitwüchsig mit langen Ruten, viele Seitentriebe + Stacheln, sehr frühe Blüte + Reife, mittelhoher Ertrag sehr großer konischer, aromatischer Früchte
  • 'Kiowa‘: Starker, aufrechter bis halbaufrechter Wuchs mit langen Ruten + mittelhoher Anzahl Seitentriebe und Stacheln, späte Blüte + Reife, hoher Ertrag sehr aromatischer + großer Früchte
  • 'Loch Ness' (Nessy), halbaufrechter bis breiter Wuchs, lange, stachellose Ruten, geringe Anzahl Seitentriebe, mittelfrühe Blüte + Reife, hoher Ertrag großer aromatischer Früchte
  • 'Navaho', Sehr starker Wuchs, aufrechte, sehr lange, stachellose Ruten, mittelhohe Anzahl Seitentriebe, frühe Blüte + späte Reife, Ertrag mittel bis hoch, Frucht: mittelgroß + sehr aromatisch
  • 'Taylors Fruchtbare': Robust mit starkem halbaufrechtem Wuchs + langen Ruten, viele Seitentriebe, geringe Anzahl Stacheln, sehr frühe Blüte + mittelfrühe Reife, hoher Ertrag gut haltbarer aromatischer Früchte
  • 'Theodor Reimers': Sehr starker und breiter Wuchs, sehr lange Ruten, mittelhohe Anzahl Seitentriebe + Stacheln, späte Blüte + Reife, hoher Ertrag süßer, sehr aromatischer Früchte
  • 'Thornfree‘: Starker und breiter Wuchs mit sehr langen, stachellosen Ruten, mittelhohe Anzahl Seitentriebe, Blüte + Reife sehr spät, Ertrag hoch, Frucht groß, gut haltbar, mäßig aromatisch
  • 'Thornless Evergeen': Wuchs stark + breit, lange stachellose Ruten, hohe Anzahl Seitentriebe, Blüte + Reife spät bis sehr spät, Ertrag mittel bis hoch, Frucht: mittelgroß, haltbar, aromatisch
  • 'Wilsons Frühe': Wuchs stark aufrecht bis halbaufrecht, lange Ruten mit vielen Seitentrieben und wenig Stacheln, sehr frühe Blüte, mittelfrühe Reife, Ertrag mittel bis hoch, Frucht mittelgroß, süß, mäßig aromatisch
Tipp: Dornen bzw. Stacheln wurden bei mehr Kultursorten
weggezüchtet als belassen, trotzdem ist es nicht immer die beste Idee, stachellose Brombeeren zu wählen: Brombeeren haben ihre Stacheln vor allem entwickelt, um sich gegen Fressfeinde zu schützen. Was den stachellosen Kultursorten folgerichtig nicht mehr so gut gelingen soll, hier sollten Sie also auf die Notwendigkeit der Bekämpfung von Schädlingen und Krankheiten gefasst sein. Außerdem lassen sich Stacheln nur wegzüchten, wenn Gene eliminiert werden. Die "Stachel-Gene" sind aber offensichtlich auch irgendwie an der Aromabildung mitbeteiligt, weil in verschiedensten Quellen zu lesen ist, dass die stachellosen Sorten an den Geschmack echter Brombeeren nicht herankommen.

"Ordentliche Brombeeren" ziehen und schneiden

Brommbeere - Rubus sectio rubusWenn Sie die richtige Spaliergröße für die gewählte Zuchtsorte ermittelt und gebaut und die Brombeere davor gepflanzt haben, können Sie die Brombeere so an der Stütze hochführen, dass die fruchttragenden zweijährigen Triebe auf einer Seite wachsen und die neuen Triebe, die erst in der nächsten Saison Fruchttriebe ansetzen, auf der anderen. In der Praxis gehen Sie dazu so vor:
  • Pflanzen Sie die Brombeere am besten im Herbst, dann kann sie über den Winter in Ruhe Wurzeln bilden
  • Im Frühjahr erfolgt der erste Beschnitt
  • Wählen Sie 2 - 10 kräftige Ruten aus (je nach Größe des Brombeer-Strauchs und des Spaliers)
  • Diese Ruten sollen Fruchttriebe ansetzen, alle schwächeren Triebe drumherum werden weggeschnitten
  • Im Spätwinter/Frühjahr der Folgesaison werden bereits vorhandene Seitentriebe dieser Fruchttriebe bis auf 2 -3 Augen gekürzt
  • Außerdem dürfen 2 - 10 neue Ruten wachsen, die Fruchtträger für die nächste Saison, die auf der anderen Seite des Spaliers befestigt werden
  • Alle anderen im Frühjahr neu erscheinenden Triebe werden bodennah abgeschnitten
  • Etwa im Juni bilden die als künftige Fruchttriebe ausgewählten Ruten mehr oder weniger viele lange Geiztriebe
  • Normalerweise wird empfohlen, diese Triebe auszureißen oder sie auf 2-3 Augen einzukürzen
  • Manche Zuchtsorten soll das nicht befrieden, sondern nur anspornen, noch mehr Seitentriebe zu bilden
  • Diese Sorten sollen besser zur Ruhe kommen, wenn einer der Geiztriebe wachsen darf, wie und wohin er will
  • Manchmal müssen ein paar Meter Trieb "irgendwo im Spalier geparkt werden", bis der übermütige Trieb im frühen Winter um die Hälfte gekürzt wird
  • Beim Schnitt im Frühjahr wird der komplette hellere Geiz-Teil dieses Triebes gekappt, er benimmt sich von nun an normal
  • Wenn die ersten Fruchttriebe komplett abgeerntet sind, sterben sie langsam ab
  • Da sie an einer Seite des Spaliers versammelt sind, können sie über den Winter an der Pflanze bleiben
  • Sie zieht aus ihnen Nährstoffe ein, außerdem sind alte Ruten ein guter Winterschutz
  • Im nächsten Spätwinter/Frühjahr werden diese Fruchttriebe weggeschnitten
  • Auf der anderen Seite werden die Seitentriebe der heranwachsenden Fruchttriebe bis auf 2 -3 Augen gekürzt
  • Und so weiter, und so weiter, immer im Wechsel von Seite zu Seite

Natürlich wachsende Brombeeren ziehen und schneiden

Es gibt Gärten, in denen ein Spalier mit ordentlich aufgereihten Brombeeren etwas zu ordentlich wirken würde, weil der Garten wie ein Abbild der echten Natur wirken soll. Bei einer solchen naturnahen Gartenbewirtschaftung werden die einzelnen Pflanzen möglichst so gezogen, dass sie ähnlich wachsen wie ihre natürlichen Vorbilder (keine sichtbar künstlich gezogenen Hochstämmchen, keine kastenförmig geschnittenen Hecken, etc.), wie sie wollen und wohin sie wollen.

Selbstverständlich mit kräftigen Ausnahmen wachsen wohin sie wollen, sonst beständen all diese Gärten aus wenigen durchsetzungsstarken Pflanzen. Die Wild-Brombeere gehört zu den Ausnahmen: Wenn sie wachsen darf, wie sie will, legen sich die Ruten des zweiten Jahres über die des ersten Jahres, die des dritten über die des zweiten und so weiter. Unten drunter sterben die Ruten jeweils nach Fruchten im zweiten Jahr ab, man könnte sagen, dass wilde Brombeeren zu einer Art Berg wachsen.

Ihre Kultur-Brombeere kopiert diesen Wuchs mehr oder weniger, je nachdem, wie viel Wildbrombeere sie "in sich hat". Es gibt total auf Ordnung reduzierte stachellose Sorten, bei denen Sie mit einem Spalier aus Holz und bewusst schräger Anordnung der Ruten dafür sorgen müssen, dass die Brombeere natürlich wirkt. Bei solchen Sorten haben Sie wenig Last mit dem Beschnitt, auch wenn Sie neue und alte Ruten durcheinander wachsen lassen. Sie müssen nur von Anfang an regelmäßig so schneiden wie oben bei den "ordentlichen Brombeeren" beschrieben; auch im Frühjahr erkennen Sie die abgeernteten Ruten gut, weil sie vertrocknen.

Wenn Ihre Brombeeren mehr den Wildwuchs nachahmen, sollten Sie mit dem "einfach wachsen lassen" wahrscheinlich etwas vorsichtiger sein – es sei denn, Sie möchten gerne einen Anflug von Wildwuchs sehen, haben die Brombeeren an einem starken Spalier (sodass Sie schon einmal an einer halb vertrockneten Ranke ziehen können, um sie ganz herauszuschneiden) und sind willens, den ein oder anderen Ausläufer oder Wurzeltrieb vor dem Spalier zu entfernen. Dann können Sie die abgeernteten Fruchttriebe im Frühjahr wegschneiden, wenn sie vertrocknet und deshalb gut zu identifizieren sind, und die Brombeeren ansonsten ruhig ein wenig wuchern lassen: Um die Ausläufer der Brombeeren im Zaum zu halten, könnte ein Beet vor den Brombeeren angelegt werden, in dem kurzlebige Pflanzen gesetzt werden und das regelmäßig bis in die Tiefe umgegraben wird.
Brommbeere - Rubus sectio rubus
Im Grunde werden diese Brombeeren also ganz genauso beschnitten, wie es oben beschrieben wurde; die abgeernteten Fruchttriebe werden nach dem Absterben entfernt. Nur der Beseitigung sonstiger Triebe wird hier nicht ganz so viel Aufmerksamkeit gewidmet wie bei den ordentlich geführten Brombeeren, sondern im Zweifel wird eben gelegentlich "in die Mitte des Gestrüpps" geschnitten. Aber Vorsicht: Bei den Zuchtsorten sind welche mit "Stachelchen" und welche mit "halben Dolchen", letztere sollten Sie nicht lange unbeaufsichtigt wachsen lassen.

Wenn Sie in einer Region mit üblicherweise milden Wintern wohnen, können Sie die abgetragenen Fruchttriebe gleich im Herbst zurückschneiden, was gerade bei etwas wilder wachsenden Brombeeren schon sehr der Übersicht dient. In Regionen mit kalten Wintern sollten die alten Ruten bis zum Frühjahr dranbleiben, weil sie die jüngeren Triebe gegen die Wintersonne und die ganze Pflanze gegen Winterfrost schützen.

Tipp: Manche Gärtner sind zufrieden mit den "aromatischen Früchten" einer Kultur-Brombeere; andere ziehen Brombeeren, weil sie Brombeeren essen möchten, möglichst Brombeeren, die authentisch nach Brombeere schmecken. Für diese Gärtner gibt es nur Eins: Wilde Brombeeren, auch wenn die obige Schilderung nahelegt, dass diese im normalen Hausgarten nichts zu suchen haben. Wenn Sie auf authentischen Geschmack aus sind, kommen Sie um Stacheln ohnehin nicht herum – die stachellosen Arten sind bekannt dafür, dass sie weniger Aroma haben. Wenn Sie auf die Heilwirkung der Brombeeren aus sind (die Fruchtsäuren und Flavonoide der Brombeeren nutzen wollen, um Ihre Familie vor Zellschäden und Freien Radikalen zu schützen), sollten es wahrscheinlich wirklich Wild-Brombeeren sein, die noch alle Pflanzeninhaltsstoffe in Beeren und Blätter tragen.

Wilde Brombeeren zähmen

Vielleicht können die Wild-Brombeeren in ein Stück Boden gepflanzt werden, das durch Bauten begrenzt wird. Ein kleiner Innenhof wäre z. B. ideal, wo die Brombeeren Wurzelausläufer in die Gegend und Absenker in die Erde schicken können, die nicht ausbüxen können. Die Alternative wäre die Kultur im (sehr großen) Kübel – es gibt Menschen, die Wild-Brombeeren in nicht geringen Mengen auf dem Balkon ernten.

Die übliche Kultur am Spalier ist natürlich auch möglich. Dann steht außer Beschnitt aber auch noch die regelmäßige Bearbeitung des Bereichs um die und vor den Brombeeren an, sonst haben Sie bald ein Grundstück voller Brombeeren. Dieser Bereich vor den Brombeeren sollte dann aber eher ein lässiges Stück Naturgarten sein; Wild-Brombeeren in einem ordentlich und korrekt gepflegten kleinerem Eigenheim-Garten im Zaum zu halten, überfordert jeden Gärtner.

Dieses lässige Stück Naturgarten könnte z. B. mit bodendeckenden und begehbaren Kräutern bepflanzt sein, oder mit einem nicht in englischer Manier gepflegten Rasen, die beide mit dem Rasenmäher gepflegt werden. Immer wieder Abmähen hält auch ein Ausläufer einer Brombeere nicht aus, unter solchen Bedingungen kann die Wild-Brombeere meist ganz gut auf den ihr zugewiesenen Platz beschränkt werden.

Falls die Hauptpflanze zu übermütig wird, ist sie leicht zu bremsen: Schieben Sie eine Runde Sport mit einer Machete in der Hand ein, bei der Sie die vorwitzige Brombeere komplett platt machen, und bauen Sie aus den Resten einen vernünftig zu beerntenden Brombeer-Strauch auf.