Buchenhecke schneiden - Zeitpunkt?

Buchenhecke schneiden - Zeitpunkt?

Hainbuchenhecke oder Rotbuchenhecke

Zunächst kommt es darauf an, welche Hecke in Ihrem Garten zu beschneiden ist: eine Hainbuchenhecke (Carpinus betulus) oder eine Rotbuchenhecke (Fagus sylvatica)?

rotbuche_flDie Hainbuche (auch Hornbuche oder Weißbuche genannt) gehört zur Familie der Birkengewächse (Betulaceae).

Die Unterscheidung zur Rotbuche gelingt anhand der Blüten und Früchte: Wenn die hell- bis mittelgrünen Blätter austreiben, also meist gegen Ende März, bildet die Hainbuche Kätzchen (weiblich 2-3 cm, männlich 4-7 cm). Daraus bilden sich Fruchtstände, die zur Reifezeit August bis September

bis zu 15 cm lang werden und wie kleine Flügel aussehen, sie enthalten eine kleine Nuss als Frucht und lösen sich erst im Oktober oder November ab. Im Herbst verfärbt sich das Laub der Hainbuche goldgelb und bleibt oft bis in den Winter am Gehölz. Wie lange, ist sortenabhängig, das Laub wird dann trocken und braun, bietet aber noch Sichtschutz.

Die Rotbuche, Fagus sylvatica, gehört zu den Buchengewächsen (Fagaceae).

Den Unterschied zur Hainbuche kann man beim Austrieb sehen, die Rotbuche treibt leicht rotstichig aus, wenn die ersten Blätter kommen. Mit dem Laubaustrieb April bis Mai entwickeln sich unscheinbare Blüten, die im Spätsommer zu Bucheckern heranreifen. Das sind dreikantige Nüsse, die in einem stacheligen Fruchtbecher stecken, der im Verlauf der Reife aufplatzt.
Die Bucheckern sind hoch geschätztes Futter für Vögel und Nagetiere, die Rotbuche trägt allerdings erst als gereifte Pflanze Früchte.

Das Laub verfärbt sich im Herbst Gelborange bis Rotbraun, es bleibt im Winter teilweise bis zum neuen Austrieb am Gehölz, bietet also weiter guten Sichtschutz. Das Holz wirkt im Vergleich zur Hainbuche leicht rötlich, woher die Bezeichnung Rotbuche stammen soll. Die Blätter der normalen Rotbuche sind sattgrün, können jedoch im Gegensatz zur Hainbuche leicht wellig sein.

Der richtige Zeitpunkt zum Schneiden einer Hainbuchenhecke

Eine Hainbuchenhecke sollte zweimal im Jahr geschnitten werden. Im Frühjahr erfolgt der Grundschnitt, sein Zeitpunkt wird durch verschiedene Überlegungen festgelegt: Der Schnitt erfolgt nicht vor der Sommersonnenwende, dem 21. Juni.  Sie leitet im Wachstumsjahr die Reifezeit ein und hängt eng mit dem Johannistag, dem 24.6., zusammen (letzter Erntetag für Spargel und Rhabarber). Denn zu dieser Zeit haben die Vögel normalerweise ihre Brutzeit beendet (eine Überprüfung auf
noch vorhandene Nester sollte trotzdem vor dem Schnitt erfolgen). Außerdem ist nach dem Schnitt kein starker Austrieb mehr zu erwarten.

Das bedeutet jedoch auf der anderen Seite, dass Sie den Schnitt auch früher in das Jahr verlegen können, wenn Sie gerade diesen Austrieb erzielen möchten (zum Beispiel, um eine Hecke zum Verzweigen anzuregen).
Das zweite Mal wird die Hecke im Herbst geschnitten. Im Oktober ist die richtige Zeit, das Ausdünnen gibt den Pflanzen neue Wuchskraft und regt neue Triebe zum Wachsen an.

Der richtige Zeitpunkt zum Schneiden einer Rotbuchenhecke

Eine Rotbuchenhecke bekommt schon früh im Jahr den Grundschnitt, und zwar vor dem ersten Laubaustrieb. Zu diesem Zeitpunkt ist die Wundabschottung des Gehölzes am besten. Außerdem ist die Belaubung noch spärlich, abgestorbene Bereiche zum Beispiel können gut erkannt werden.

Im Sommer kann ein Nachschnitt erfolgen, er dient der Formkorrektur und der weiteren Verzweigung. Dieser kann bis Mitte August erfolgen, dann reifen die neuen Herbsttriebe vor dem

ersten Frost noch genügend aus.

Teilweise wird die Meinung vertreten, ein einziger Sommerschnitt sei bei beiden Hecken ausreichend. Diese Möglichkeit ist bei Zeitmangel gegeben, eine Trennung von Grundschnitt und Formschnitt wird jedoch Ihre Hecke immer schöner und dichter werden lassen.

Arbeitsvorbereitung und Geräte

Gartenhandschuhe sind ratsam, die abgeschnittenen Zweige können sonst schnell kleine Verletzungen in der Haut verursachen. Vor herumspringenden Abschnitten bewahrt eine Schutzbrille.

Führen Sie den Schnitt mit einer elektrischen Heckenschere durch, sollte die Kabelzufuhr vorher bereitgestellt werden. Achten Sie darauf, den Platz vor der Hecke frei von Hindernissen zu halten, in denen sich das Kabel der elektrischen Heckenschere verhaken könnte.

Bei hohen Hecken muss eine Leiter hinzugezogen werden, sie sollte bei jedem Platzwechsel sorgfältig auf sicheren Stand geprüft werden.

Wie und wie viel schneiden?

Zuerst werden die Seiten der Hecke geschnitten, der Rückschnitt sollte in der Regel die Hälfte bis zwei Drittel des jährlichen Neuaustriebes erfassen.

Der Schnitt nach unten hin erfolgt so, dass die Hecke unten breiter bleibt als oben. Damit bekommt auch das untere Gehölz genug Licht.

Nun ist die obere Horizontale an der Reihe, sie wird bis auf die gewünschte Höhe zurückgeschnitten.

Um einen geraden Schnitt zu erreichen, gibt es einen Trick: Zwei Pfosten links und rechts der Hecke mit einer Schnur dazwischen gespannt zeigen Ihnen immer die richtige Schnittkante.

Ist bei einer alten, nicht gepflegten Hecke ein radikaler Rückschnitt erforderlich, soll die Hainbuche rückschnittsverträglicher als die Rotbuche sein.

Nach dem Schnitt sollte die Hecke ordentlich gewässert werden.

Beim zweiten Schnitt im Jahr werden vor allem die unverzweigten Triebspitzen geschnitten, was die Verzweigung der Hecke fördert.

Abschließende Arbeiten

Der Abschnitt wird zusammengekehrt. Er ergibt, kleingehäckselt auf den Boden unter der Hecke gestreut, einen guten Dünger.

Die Heckenschere wird mit einer weichen Bürste gereinigt und eingeölt.