Buchsbaumkugel schneiden - Anleitung

Buchsbaumkugeln machen eine gepflegten Eindruck in Garten und HofDie streng geometrische Gestalt von Formgehölzen wie dem Buchsbaum wirkt entspannend auf das menschliche Auge. Sie erzeugen einen Hauch Eleganz und wirken zu jeder Jahreszeit einladend und gepflegt.

Auch in Blumenkübeln auf Terrasse oder Balkon machen sich Buchsbaumkugeln ausgesprochen gut. Wäre da nur nicht der regelmäßige Schnitt, vor dem sich einige Gärtner fürchten. Doch schon mit den einfachsten Mitteln und ohne großen Aufwand können auch ungeübte Laien eine Buchsbaumkugel fachmännisch schneiden.

Steckbrief
  • botanischer Name: Buxus

    sempervirens
  • immergrünes Gehölz
  • kleine, löffelförmig gebogene Blätter
  • beliebte Zierpflanze für Formgehölze
  • Standort: schattig oder halbschattig
Welche Arten eignen sich für die Kugelform?

Nicht jeder Buchsbaum eignet sich auch zur Formung einer Kugel. Hier gibt es deutliche Unterschiede, was die Wuchsform, Blattform und Farbe angeht. Für die Gestaltung einer Kugel sind vor allem buschig wachsende Varianten ideal. Auch die Wuchsstärke sollte an die Größe der Kugel angepasst werden.
  • kleine Kugeln: Green Gem, Blauer Heinz, Faulkner oder Suffruticosa (Zuwachs etwa 5 cm jährlich)
  • große Kugeln: Rotundifolia, Handsworthiensis (Zuwachs etwa 10-15 cm jährlich)
Wann wird ein Buchsbaum geschnitten?

Grundsätzlich gilt: Je häufiger ein Buchsbaum geschnitten wird, umso kompakter wird seine Wuchsform. Dabei benötigt die Pflanze jedoch auch Zeit, um wieder neu auszutreiben und sich zu regenerieren. Dafür sind etwa vier Wochen notwendig, in denen nicht geschnitten werden darf.
  • Zeitpunkt: nur zwischen Mai und August (benötigt Winterruhe)
  • etwa zwei Schnitte im Jahr
  • beste Termine: Mitte Mai und Mitte August
  • nur an trockenen, bewölkten Tagen schneiden (Sonnenschäden möglich)
Zum Schneiden der Buchsbaumkugel sollte ein feines Werkzeug gewählt werdenWerkzeug

Ein Buchsbaum hat nicht nur einen besonders dichten Wuchs, sondern verholzt auch sehr schnell. Um die Zweige nicht zu quetschen oder zu zerreißen, ist gutes Werkzeug notwendig. Dies sollte immer sauber und sehr scharf gehalten werden.
  • Allzweckgartenschere
  • spezielle Buchsbaumscheren
  • Schafschere (nur für nicht verholzte Triebe)
  • Akkuschere (lohnt sich nur bei größeren Beständen)
Wie wird geschnitten?

Ist schon eine Kugelform erreicht, so werden lediglich die Jahrestriebe geschnitten, um die Form zu erhalten. Diese sind daran zu erkennen, dass sie deutlich hellere Blätter haben als der Rest der Pflanze. Soll die Kugel noch an Umfang zunehmen, lässt man einfach ein paar Millimeter dieser Jahrestriebe beim Schnitt stehen. Beim Schneiden ist Vorsicht geboten, dass nicht versehentlich zu tief ins alte Gehölz geschnitten wird. Aus verholzten Trieben treibt ein Buchsbaum nämlich nur sehr langsam wieder neu aus.
  • nie zu tief ins Gehölz schneiden
  • nach dem Schnitt dürfen keine braunen Stellen sichtbar sein
  • immer von unten nach oben schneiden
  • liegen gebliebene Schnittstücke von der Kugel entfernen
  • freihändiger Schnitt für geübte Gärtner
  • Schablonen für alle, die unsicher sind
Bewährt hat es sich, zunächst ein paar grundlegende Schnitte durchzuführen. Stellen Sie sich den Buchsbaum wie eine Weltkugel vor. Schneiden Sie als Erstes die Bahnen für den Äquator und vier gleichmäßig verteilte Längengrade. Wenn Sie mit deren Form zufrieden sind, bleiben nur noch die restlichen Flächen. Tipp: Lieber mehrfach einzelne Schichten abtragen und nicht gleich von Anfang an großzügig ins Holz schneiden. Hier sind eine ruhige Hand und etwas Geduld gefragt.

Schablonen für den Buchsbaumschnitt

Eigentlich gibt es kaum eine einfachere Form als die Kugel. Einen Kreis oder eine Kugel gleichmäßig zu zeichnen oder gar zu schneiden, gestaltet sich in der Praxis jedoch meist schwieriger als angenommen.

Die meisten Gärtner tun sich leichter, wenn sie mit einer Schablone arbeiten.
  • Mulch hebt die Form der Buchsbaumkugel optisch hervor
src="images/pflanzen/heckenpflanzen/buchsbaum-kugel-mulch-300-fl.jpg" width="250" height="278" />Drahtgestelle Im Fachhandel gibt es eine Vielzahl an Schablonen für die unterschiedlichsten Formen wie Kugeln oder Tierformen. Diese Schablonen sind aus (meist grün ummanteltem) Draht gefertigt und können über längere Zeit am Buchsbaum verbleiben. Unter Umständen sind sie noch für einen gewissen Zeitraum sichtbar, bis die Triebe darüber gewachsen sind. Allerdings kann ein Gärtner mit dieser Form nichts falsch machen, denn ein zu tiefes Schneiden ist nahezu unmöglich ohne den Draht mit zu durchtrennen.
  • Halbkreisschablonen
Auch form- und witterungsbeständige Halbkreise aus Metall oder anderen Materialien gibt es fertig zu kaufen. Diese werden nur zum Zeitpunkt des Schnittes benötigt. Dazu hält man sie mit der einen Hand an die Buchsbaumkugel, um die Schnittführung zu vereinfachen. Praktisch an diesen Schablonen ist, dass sie nicht an der Pflanze verbleiben müssen, sondern für mehrere Kugeln gleicher Größe benutzt werden können.
  • selbst gefertigte Schablone
Halbkreisschablonen können auch sehr einfach selbst hergestellt werden. Dafür ist es notwendig, den Durchmesser der Buchsbaumkugel auszumessen, um eine geeignete Größe zu bekommen. Dazu ist folgendes Werkzeug notwendig: Zollstock, Bleistift, Schnur, Schere oder Säge. Zunächst messen Sie mit dem Zollstock die Höhe oder Breite der Buchsbaumkugel. Das Ergebnis geteilt durch zwei ergibt dann den Radius für die Schablone. Als Schablone kann ein Holzbrett oder auch dicke Pappe eingesetzt werden. Nun befestigen Sie den Bleistift an der Schnur und messen den Radius ab. Halten Sie dann mit der einen Hand das Ende der Schnur in der Mitte einer Seite der Pappe fest und ziehen einen Halbkreis mit dem Stift. So entsteht ohne viel Aufwand ein gleichförmiger Halbkreis. Jetzt muss der aufgemalte Halbkreis nur noch ausgeschnitten werden. Tipp: Lassen sie um den Halbkreis genügend Pappe stehen, sonst wird die Schablone zu instabil.
  • Blumentopf
Einige Gärtner schwören auch auf große Plastikblumentöpfe als Schablone. Dazu benötigen Sie einen Blumentopf mit Öffnung in der richtigen Größe. Dieser wird nun einfach oben oder seitlich an die Buchsbaumkugel angesetzt und am Rand entlang alle überstehenden Triebe geschnitten.

Buchsbaumkugel selber ziehen

Wer nicht viel Geld ausgeben möchte, kann sich einen Buchsbaum in Kugelform selbst ziehen. Wichtig dabei ist: Die Pflanzen wachsen von Natur aus eher in die Höhe als in die Breite. Deshalb wird sich der obere Teil recht schnell und einfach in eine Kugelform schneiden lassen. Die unteren Bereiche bleiben jedoch lange recht karg oder sparrig. Um auch hier eine schön kompakte Wuchsform zu erreichen, ist etwas Geduld notwendig. Die frischen Jahrestriebe werden etwa dreimal im Jahr (Mai bis August) um etwa die Hälfte des Neuaustriebes (hellgrüne Farbe) zurückgeschnitten. So erreicht die Pflanze nach einigen Jahren auch im unteren Bereich ein buschiges Aussehen. Tipp: Häufigster Fehler von Anfängern ist, dass sie die unteren Triebe einfach wachsen lassen, damit sie schnell länger werden. Das hat aber nur den Effekt, dass sie sich nicht verzweigen!

Buchsbaum sollte man nicht bei starkem Sonnenlicht schneidenFazit der Redaktion

Zunächst mag es schwierig erscheinen, eine Buchsbaumkugel in Form zu halten. Mit einfachen Hilfsmitteln wie einem Blumentopf oder einer Pappschablone ist der Formschnitt jedoch auch für den Anfänger gut zu bewerkstelligen. Mit etwa zwei Schnitten im Jahr bleibt die Buchsbaumkugel dann das ganze Jahr über ein Highlight im Garten.

Wissenswertes zur Buchsbaumkugel in Kürze
  • Am besten schneidet man einen Buchsbaum nach einem Wachstumsschub, also in der Regel meist zweimal im Jahr - siehe Buchsbaum schneiden.
  • Der erste Austrieb endet gegen Ende Mai, Anfang Juni und der zweite etwa Ende August, Anfang September.
  • Wenn man in dieser Zeit vergessen hat, die Kugel wieder schön rund zu schneiden, ist das kein Problem.
  • Der Buchsbaum nimmt einem nicht übel, wenn er außerhalb dieser Zeit geschnitten wird. Allerdings stehen dann schnell wieder Ästchen über.
Nicht bei Sonnenschein schneiden
Was man unbedingt beachten sollte ist, dass eine Buchsbaumkugel nicht bei Sonnenschein geschnitten werden darf. Eine Pflanze im Kübel kann man ja problemlos schattig stellen, bei eingepflanzten Exemplaren ist das schwieriger. Sie schneidet man an einem trüben Tag, da ansonsten die Blätter verbrennen und braun werden. Sie haben ja bis dahin noch keine Sonne abbekommen, da sie innen lagen. Am besten hängt man die folgenden Tage ein Tuch darüber, denn die Pflanzen sind dann doch empfindlich.

Schneidewerkzeug
Wenn man die Buchsbaumkugel mit der elektrischen Gartenschere schneidet, werden viele Blätter zerfetzt. Das ist nicht gut für den Buchs und sieht auch nicht schön aus. Wer nicht zu viel Buchsbäume hat oder andere Arbeit, sollte sich die Mühe machen und eine Handschere benutzen. Das Endergebnis zeigt deutlich, dass sich die Mehrarbeit lohnt.

Schablonen
Um die Form einer Kugel exakt hinzubekommen, sollte man eine Schablone verwenden.
Im Handel erhältlich ist eine aus Metall, deren Weite verstellt werden kann, je nach Größe der Kugel.
Es funktioniert ganz einfach: Man dreht die Schablone und schneidet alles was übersteht ab. So bekommt jeder eine perfekte Kugel hin.
Wer sich die 20 Euro Anschaffungspreis sparen möchte, kann sich aus Pappe selbst eine passende Schablone schneiden.

Eine schöne Buchsbaumkugel entsteht nur, wenn auch die Pflege stimmtBuchsbaum-Pflege

Die Pflege des Buchsbaumes ist recht einfach. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein. Der Buchs kommt mit den meisten Böden gut zurecht. Ideal ist ein lockerer, feuchter, kalkhaltiger Boden mit Lehm oder Sand. Der Buchsbaum benötigt regelmäßig Wasser, aber nicht zu viel. In der Sonne sollte man mehr gießen als im Schatten. Stehendes Wasser schädigt den Buchs wie die meisten Pflanzen. Gedüngt wird am besten mit Kompost. Im Frühjahr kann man dazu noch Hornspäne in den Boden einarbeiten. Sollte man ihn einmal umpflanzen müssen, muss man sehr vorsichtig zu Werke gehen, damit so wenig Wurzeln wie möglich beschädigt werden.

Buchsbaum vermehren

Vermehrt wird der Buchsbaum durch Senker. Das ist relativ einfach. Man steckt die Triebe einfach in Erde. Sie bewurzeln recht gut. Man nimmt halbverholzte Seitentriebe, die 5 bis 10 cm lang sein sollten.