Johannisbeeren schneiden, zurückschneiden, Schnitt

Johannisbeeren schneiden, zurückschneiden, Schnitt Eine reiche Ernte: Damit sie jedes Jahr so gut ausfällt, sollten Johannisbeeren verschnitten werdenMan unterscheidet zwischen Roten, Weißen und Schwarzen Johannisbeeren. Rote Johannisbeeren enthalten weniger Vitamin C als schwarze, dafür jedoch mehr Zitronen-, Apfel-, Weinsteinsäure und Pektin. Die süßen weißen Johannisbeeren liegen im Vitamingehalt ähnlich wie die roten, haben jedoch sehr viel weniger Säure. Den höchsten Vitamin C-Gehalt unter allen Gartenfrüchten haben Schwarze Johannisbeeren.

Beliebte und ertragreiche Sorten sind:
  • Jonkher van Tets, rote Beeren, frühreifend, starkwüchsig,

    sehr ertragreich
  • Red Lake, große rote Beeren, schwachwüchsig
  • Heinemanns Rote Spätlese, sehr ertragreich, starkwüchsig, späte Sorte
  • White Pearl, ertragreiche weiße Sorte
  • Titania, schwarze, große Beeren, ertragreich
  • Rosenthals Langtraubige Schwarze, große Beeren, sehr ertragreich
  • Silvergieters, sehr ertragreich, weniger Vitamin C-Gehalt, die schwarzen Beeren reifen nacheinander
Standort für Johannisbeeren

Johannisbeeren gedeihen am besten in sonniger, luftiger Lage. Die Früchte weisen dann auch einen höheren Zuckergehalt auf. Gepflanzt wird am besten im Herbst, da Johannisbeeren sehr früh austreiben. Der Pflanzabstand zwischen den Sträuchern sollte etwa 2 Meter bei den schwarzen und etwa 1,50 Meter bei den roten und weißen Johannisbeeren betragen. Die Sträucher werden etwas tiefer gesetzt, als sie in der Gärtnerei oder Baumschule vorher gestanden haben. Dadurch entstehen aus dem Boden reichlich junge Triebe, die später zur Verjüngung gebraucht werden. Beim Pflanzen sollte man die Triebe auf etwa ein Drittel zurückschneiden. Dadurch erfolgt bereits im ersten Jahr ein kräftiger Austrieb.

Johannisbeeren düngen

Im zeitigen Frühjahr werden um die Beerensträucher herum reichlich Kompost und Beerendünger oder sonstiger Dünger gegeben. Da Johannisbeeren Flachwurzler sind, darf der Boden dabei nicht zu tief bearbeitet werden. Die flachen Faserwurzeln
sind für die Wasser- und Nährstoffaufnahme wichtig. Zur Blütezeit und Anfang Juni erhalten die Sträucher nochmals eine Düngergabe.

Überwintern und vermehren

Johannisbeersträucher sind winterhart und brauchen keinen besonderen Frostschutz. Allerdings sollten die Sträucher etwas zusammengebunden werden, damit die Triebe nicht durch Schneelasten abbrechen. Eine Vermehrung lohnt sich in Privatgärten kaum, da Johannisbeersträucher im Preis relativ günstig sind. Wird aber eine Vermehrung gemacht, weil es vielleicht eine besonders gute Sorte ist, kann man dazu im Sommer einen Jungtrieb von etwa 20-30 cm schneiden und im Garten an einem geschützten Platz gut 10 cm tief in den Boden stecken. Der Trieb kann jedoch auch in einem Blumentopf gezogen werden, bis er angewurzelt ist.

Johannisbeeren schneiden


Das Schneiden ist bei Roten und Schwarzen Johannisbeeren unterschiedlich. Grundsätzlich sollten rote und weiße Sorten nicht mehr als 8-12 kräftige, gut verzweigte Triebe haben. Triebe, die alter als 4-5 Jahre sind - erkenntlich am dunklen Holz - werden entfernt und dafür 2-3 Jungtriebe belassen. Rote und Weiße Johannisbeeren tragen an zwei- bis dreijährigen Trieben am besten. Daher gilt:
  • gleich nach der Ernte 2-3 ältere Triebe herausnehmen
  • ebenso viele kräftige Neutriebe nachziehen
  • alle anderen Neutriebe dicht über dem Boden abschneiden
Bei schwarzen Johannisbeeren bewirkt ein gezielter Rückschnitt die nötigen NeuaustriebeSchwarze Sorten dagegen tragen an den einjährigen Trieben, vor allem zur Spitze hin. Daher muss alljährlich für reichlich Neutrieb gesorgt werden. Das Schneiden erfolgt sofort nach der Ernte. Die abgeernteten Triebe werden bis auf Jungtriebe zurückgeschnitten bzw.

bis zum Boden, wenn genügend Neutriebe aus dem Wurzelstock vorhanden sind.

Da die Triebe der Beeren gut frostverträglich sind, kann man sie schon im Januar schneiden. Bei roten und weißen Beeren sollen durch den Schnitt die von den Haupttrieben abzweigenden Fruchttriebe gefördert werden. Äste, welche mehr als fünf Jahre alt sind, bringen keine oder wenig Früchte und können entfernt werden. Man schneidet jedes Jahr die zwei oder drei ältesten Triebe direkt über dem Boden ab. Dafür lässt man ebenso viele junge, kräftige Triebe ungeschnitten. Schwache Triebe werden ebenfalls entfernt. Ein Johannisbeerstrauch sollte insgesamt nicht mehr als 10 bis 12 Haupttriebe besitzen.

Seitentriebe richtig verschneiden
  • Alle ins Kroneninnere wachsenden und zu dicht stehenden Seitentriebe werden gestutzt.
  • Zwischen ihnen sollte eine handbreit Platz sein. 
  • Die fruchttragenden Seitentriebe dürfen nicht zu dicht stehen. 
Sollte das der Fall sein, schneidet man jeden zweiten auf etwa ein bis zwei Zentimeter zurück. Daran bleiben zwei bis drei Knospen. Daraus entwickelt sich ein neuer Seitentrieb, welcher im nächsten Jahr Früchte trägt. Bei Schwarzen Johannisbeeren sieht es etwas anders aus: Sie tragen ihre besten Früchte an den langen Seitentrieben. Grundsätzlich werden alle schwachen Triebe an der Basis entfernt. In jedem Frühjahr werden außerdem die Hauptäste direkt über dem zweiten oder dritten langen Seitentrieb ab. Auch hier entfernt man die ältesten Haupttriebe und lässt gleichviel neue Triebe stehen.

Fazit

Beim Schnitt der Johannisbeeren gehen die Meinungen oft auseinander. Man kann auch ruhig etwas experimentieren. Wichtig ist, dass nicht zu viele Triebe stehen bleiben und alte durch neue ersetzt werden. Auch zu dicht dürfen die Äste nicht stehen. Beherzigt man diese beiden Punkte, ist das Verschneiden von Johannisbeeren leicht zu handhaben. Ohnehin sind die Sträucher anpruchslos und pflegeleicht. alt