Lavendel schneiden - Zeitpunkt und Anleitung

Lavendel schneiden ist keine Kunst, aber ein paar Kniffe sollte man kennenLavendel wird in den hiesigen Gärten immer beliebter, was nicht zuletzt an seinem betörenden Duft, aber auch an seinem sehr eleganten Aussehen liegt. Gerade in einem mediterran angelegten Garten darf der Lavendel, der oft an die letzte Reise ans Mittelmeer und somit auch an Sonne, Strand und Seeluft erinnert, nicht fehlen. Die an sich pflegeleichte Pflanze benötigt jedoch einen regelmäßigen Schnitt, damit sie auch anmutig bleibt. Denn verholzt die Pflanze werden neue Triebe

mit duftenden Blüten kaum mehr gebildet.

Regelmäßiger Schnitt

Der regelmäßige Schnitt beim sonst sehr pflegeleichten Lavendel muss sein. Denn ansonsten verholzt die Pflanze von Innen, neue Triebe bilden sich aus diesem alten Holz nicht und es kann im schlimmsten Fall zu einer Verkahlung kommen. Ein weiterer Punkt für den regelmäßigen Schnitt ist, dass der Lavendel, wenn er keinen regelmäßigen Schnitt erhält, nur wenige hohe Triebe bildet, die andere Pflanzen und Blumen, die mit ihm zusammengesetzt wurden, überwuchert. Denn diese Triebe wachsen so hoch, dass zum Beispiel Rosen, die gerne Nachbarn des Lavendel im Blumenbeet sind, gar nicht mehr zu sehen sind. Tipp: Wer seinem Lavendel einen regelmäßigen Schnitt gönnt, kann sich für viele Jahre an einer kompakten, dichten Pflanze mit vielen duftenden Blüten erfreuen, mit denen sich die Pflanze hierfür bedankt.

Idealer Zeitpunkt

Es gibt verschiedene ideale Zeitpunkte beim Lavendel schneiden. Denn die verschiedenen Arten der Schnitte erfolgen zu verschiedenen Zeiten über das ganze Jahr:
  • im Frühjahr ein kräftiger Rückschnitt
  • im Sommer können die Blüten geerntet werden, dazu die Triebe kappen
  • werden keine Blüten geerntet, die verblühten Triebe im Herbst insgesamt schneiden
  • ein Radikalschnitt im Frühjahr, wenn die Pflanze keinerlei Form mehr besitzt und droht zu verkahlen
Werkzeug und Materialien

Damit der Hobbygärtner viele Jahre Freude an seinem Lavendel hat, muss für den Rückschnitt das geeignete Gartenwerkzeug besorgt werden. Doch wer einen Garten besitzt, der besitzt auch bereits die entsprechenden Geräte für den Rückschnitt der Lavendel-Pflanzen:
  • eine scharfe Gartenschere
  • scharf aus dem Grund, damit keine Triebe oder verholzte Äste aufgrund von unscharfem Werkzeug eher abgerissen als geschnitten werden
  • Gartenschere vor der Nutzung desinfizieren, damit keine Krankheiten, Bakterien oder Pilze von anderen Pflanzen übertragen werden können
Tipp: Geeignetes Desinfektionsmittel für Gartenscheren, das übrigens vor jedem Schnitt einer jeden Pflanze genutzt werden sollte, ist im gut eingerichteten Fachhandel erhältlich. Für das Desinfizieren von Gartenscheren kann nach einer gründlichen Reinigung aber auch reiner Alkohol, der in Apotheken erhältlich ist, genutzt werden.

Richtig schneiden

Der richtige Schnitt zum jeweiligen Zeitpunkt ist sehr wichtig, damit der Lavendel seine natürliche Schönheit auch behält. Wildwuchs bekommt der Pflanze gar nicht, auch wenn sie nach einen Schnitt wie wild gewachsen aussehen soll, was das Flair dieser schönen Kräuterpflanze ja erst ausmacht. Ganz radikal darf der Lavendel aber nicht geschnitten werden, es müssen immer genügend Blätter stehen bleiben. Nur wenn die Pflanze verkahlt ist oder droht zu verkahlen, also keine neuen Triebe mehr bildet, da das alte Holz nicht entfernt wurde, darf die Pflanze radikal zurückgeschnitten werden, was zu einer Rettung führen kann. Bei den von Anfang an regelmäßigen Schnitten zu den verschiedenen Zeiten im Jahr ist daher unbedingt auf Folgendes zu achten:
  • In der Regel wird Lavendel zweimal im Jahr geschnittenab

    dem ersten Jahr auf einen mehrmaligen Schnitt im Jahr Wert legen
  • im Frühjahr, wenn die Sonne etwas länger scheint, muss der kräftige Rückschnitt erfolgen
  • dadurch wird gewährleistet, dass der Lavendel neue, kräftige Triebe austreibt
  • damit die Pflanze nicht verkahlt, muss das alte Holz kräftig gekürzt werden
  • hierzu die verholzten Äste direkt am Ansatz schneiden
  • darauf achten, dass
    wirklich alles alte Holz entfernt wird und keine Stummel stehen bleiben
  • die untersten Blätter an grünen Trieben müssen erhalten bleiben
  • daher bei neuen Trieben nicht zu tief schneiden
  • dadurch wird gewährleistet, dass der Lavendel auch weitere neue Triebe bilden kann
  • diesen werden nur an grünen Zweigen, nicht am alten Holz gebildet
  • im Sommer könnten die Blüten geerntet werden
  • dies sollte erfolgen, kurz bevor sie sich öffnen
  • hierzu den langen Stiel mit den Blüten abschneiden, bis hin zum ersten Blattpaar
  • auf diese Weise kann nicht nur geerntet werden, auch wächst die Pflanze kompakt nach
  • je nach Sorte blüht der Lavendel dann im Sommer ein zweites Mal durch diesen Schnitt
Tipp: Wer sich den Duft von Lavendel auch ins Haus holen möchte, der erntet im Sommer die Blüten mit Stil. Dieser wird sodann an einem warmen, trockenen Platz nach unten aufgehängt. So kann sich der Hobbygärtner im Herbst und Winter an einem besonderen Lavendelduft im Haus erfreuen. Ein Lavendelsäckchen mit getrockneten Blüten hilft auch gegen Motten im Kleiderschrank.
  • der nächste Schnitt im Herbst dient dazu, dass der Lavendel den Winter gut übersteht
  • die verblühten Stiele insgesamt abschneiden, ebenfalls bis zum ersten Blattpaar
  • den Lavendel im Herbst nicht zu tief zurückschneiden
  • es müssen genügend Blätter verbleiben, damit die Pflanze ihren natürlichen Schutz vor dem Winterfrost beibehalten kann
  • werden die Blätter vor dem Winter entfernt, muss mit Frostschäden gerechnet werden
  • auch treibt der Lavendel im nächsten Frühjahr unter Umständen nicht mehr aus, weil keine grünen Ansätze mehr vorhanden sind
Wenn ein Notfallschnitt bei einem bereits verkahlten Lavendel notwendig geworden ist, wird wie folgt vorgegangen, um die Pflanze idealerweise zu retten:
  • nur eine Seite bis ganz unten schneiden
  • alles alte Holz auf dieser einen Seite entfernen und auch hier keine Stummel stehen lassen
  • diese geschnittene Seite sollte nicht mehr höher als etwa 5 bis 10 cm sein
  • damit die Pflanze sich mit Licht und Sonne versorgen kann, bleibt die andere Seite vorerst ohne Schnitt stehen
  • treibt die geschnittene Seite neu aus, kann die andere Seite auf die gleiche Weise geschnitten werden
  • auf diese Weise wächst die gesamte Pflanze wieder neu und kompakt nach
  • nach einem erfolgreichen Notfallschnitt sollte jedoch auf einen regelmäßigen Schnitt Wert gelegt werden
Lavendel sollte man mit einer sauberen, guten Gartenschere schneidenFazit der Redaktion

Der Lavendel kann im Kübel auf der Terrasse oder in einem Gartenbeet, auch gerne mit anderen Pflanzen, wie zum Beispiel Rosen, kultiviert werden. Sein Duft erinnert an vergangene Reisen ans Mittelmeer und seine schönen blau-lila Blüten bringen hübsche Farbtupfer. Wird er richtig und regelmäßig geschnitten, dann hat der Hobbygärtner lange Freude an dieser schönen Kräuterpflanze, die auch gerne beerntet werden kann.

Wissenswertes zum Lavendel-Schnitt in Kürze

Wenn man Lavendel zurückschneiden möchte, sollte man beim Schnitt einiges beachten. Denn obwohl die Pflanze selbst sehr anspruchslos ist, kann man beim Schnitt sehr viel falsch machen. Zum ersten muss man unterscheiden, ob man den Lavendel schneiden möchte, um die Blüten zu nutzen oder ob der Schnitt erfolgt, um die Pflanze zu pflegen. Bei beiden Schnittmöglichkeiten gelten unterschiedliche Zeiten und auch Schnitttechniken, die man berücksichtigen muss. Generell wird nur nach bzw. vor der Blüte zurückgeschnitten. Dabei kann man die Pflanze auf die Hälfte bzw. 1/3 kürzen.

Schneiden zur Verwendung der Blüten
  • Am besten wird der Schnitt der Blüten vollzogen, kurz bevor diese vollständig aufblühen.
  • Dann entfalten die Blüten noch ihren vollständigen Duft und man hat das maximale Ergebnis für ein Duftsäckchen.
Normaler Rückschnitt
  • Generell sollte man nicht zu spät im Jahr Lavendel schneiden, denn dann besteht die Gefahr, die Frostresistenz der Pflanze zu beschädigen.
  • Das Zurückschneiden sollte daher nicht später als August erfolgen.
  • Wenn man Lavendel schneiden möchte, sollte man jedoch darauf achten, dass dieser nicht mehr blüht.
  • Aus diesem Grund kann der Schnitt auch im Frühjahr erfolgen, bevor die neue Blütezeit beginnt.
  • Zu altes Holz darf man nicht zurückschneiden.
  • Je älter die Zweige des Lavendels sind, umso unwahrscheinlicher ist es, dass diese an den Schnittflächen erneut Triebe bilden!
  • Wenn man den Lavendel schneiden möchte, um die Wuchsform zu verändern, sollte man daher junge und mittelalte Triebe zurückschneiden.
Wann und wie oft?
  • Lavendel sollte zweimal im Jahr beschnitten werden.
  • Auch macht es Sinn, ihn alle 3 bis 4 Jahre bis knapp über dem Boden einzukürzen. Das beugt einem Verholzen und Verkahlen vor.
  • Junger, aus dem Vorjahr stammender Lavendel wird um die Hälfte oder gar ein Drittel zurück geschnitten. So kann er sich schön buschig entwickeln.
  • Ab dem zweiten Jahr wird generell auf etwa ein Drittel gekürzt. Allerdings sollte man nicht tief ins alte Holz schneiden.
  • Der zweite Schnitt erfolgt nach der Blüte. Jetzt kürzt man um etwa ein Drittel. Mehr schneidet man nicht, damit die Pflanze gut über den Winter kommt.
  • In milden Gegenden, in denen es keinen strengen Frost gibt, schneidet man nach der Blüte kräftig zurück und nicht im Frühjahr.
  • Da in unseren Regionen aber nun mal mit Frost zu rechnen ist, ist der Frühjahrsschnitt besser geeignet.
Tipp: Der Verschnitt des Lavendels kann gehäckselt werden und tut Gutes, wenn man den Mulch dann um die Pfingstrosen herum verteilt. Sie werden dadurch von Ameisen verschont.