Anleitung zum Schneiden von Reben
Mit dem Rebschnitt verfolgt der Weingärtner das Ziel, dass der Weinstock möglichst lange vital bleibt und einen guten Ertrag liefert. Dies ist gleichermaßen nötig, ganz gleich ob es sich um Wein- oder Tafeltrauben handelt.
Doch ... vor allem Einsteiger stehen dem Rebschnitt eher zurückhaltend gegenüber, denn sie befürchten dabei einen Fehler zu machen. Solange der Weinstock aber nicht von seinen Wurzeln getrennt wird, das verkraftet er nämlich nicht, kann man kaum Fehler machen. Trotzdem sind ein wenig Fingerspitzengefühl und etwas Erfahrung von Nutzen. Die Grundform des Weinstockes wird während der Stockaufbau- oder Erziehungsphase festgelegt. Das erfolgt in der Phase, in welcher der Weinstock soweit gedeiht bis er ein Spalier oder Rankgitter belegen kann.
Der Zeitpunkt
Geschnitten werden die Reben im Frühjahr von Februar bis März. Damit soll ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen dem Wachstum des Stockes und dem Fruchterfolg erreicht werden. In der Regel gilt, dass je stärker der Rückschnitt ist, umso größer ...
ist das Wachstum des Stockes und umso geringer ist der Fruchterfolg. Dies ist deshalb so, weil der Weinstock seine Blütenknospen schon im Vorjahr anlegt.
Alte Stöcke kräftig, junge weniger zurückschneiden
Ein kräftiger Rückschnitt kann bei einem alten, erschöpften Weinstock wie ein Jungbrunnen wirken, weil dieser dadurch zu neuem Wachstum angeregt wird. Genau anders herum geht man bei einem jungen Stock vor. Dessen Wachstum kann gebremst werden, wenn man an ihm mehr Fruchtholz belässt.
Grundlegendes Wissen für den Rebschnitt
Die Blüten entstehen an den grünen, diesjährigen Trieben, welche aus einjährigem Holz kommen. Unfruchtbar sind die so genannten Wasserschosse. Sie wachsen direkt aus altem Holz, das älter als zwei Jahre ist. Diese beiden Regeln gehören zu den wichtigsten Grundsätzen, die beim Rebschnitt beherzigt werden müssen.
Rute, Zapfen: Eine Begriffserläuterung
Um die Anleitung zum Schneiden von Reben zu verstehen müssen die gebräuchlichen Fachausdrücke geläufig sein. Unter einer Rute versteht man einen Trieb, der auf acht bis zwölf Augen zurück geschnitten wird. Wenn von einem Zapfen die Rede ist, dann ist ein Trieb gemeint, der auf ein bis zwei Augen gekürzt wird.
Schnitt des Weinstocks
Mit dem einjährigen Holz werden üblicherweise 90 Prozent der vorhandenen Augen entfernt. Ausgeschnitten werden kann eine komplette Etage aus dem Spalier. Dabei muss nicht befürchtet werden, dass der Stock abstirbt. Im Gegenteil dadurch kann ein älterer Stock sogar verjüngt werden. Die zweckmäßigste Form bei einem als Spalier erzogenem Weinstock ist der Zapfenschnitt. Es muss verhindert werden, dass der Zapfen immer weiter nach oben wandert. Dazu wird der Zapfen möglichst kurz angeschnitten.
Lediglich ein bis zwei sichtbare Augen verbleiben am Zapfen. Abgeschnitten wird der einjährige Trieb genau in der Mitte zwischen zwei Augen. Verhindert werden muss auch ein zu dichtes Laub, weil dies die Trauben beschattet und es dadurch auch relativ leicht zu Pilzerkrankungen kommen kann. Deshalb sollte zwischen den Zapfen ungefähr ein Abstand in der Länge einer Rebschere (rund 20 Zentimeter) gelassen werden.
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