Zierweide, Harlekinweide richtig schneiden

Besonders Hochstämmchen-Zierweiden benötigen einen Rückschnitt, um in Form zu bleibenHarlekinweiden mit ihren bunten Blättern und Trieben sind ein aparter und beliebter Vertreter von Salix integra. Die Ziergehölze sind besonders anspruchslos, neigen jedoch zum Verwildern. Um das gesunde Erscheinungsbild der Pflanze zu fördern und um den starken Wuchs einigermaßen in den Griff zu bekommen, ist ein regelmäßiger Rückschnitt fast unumgänglich. Das gilt besonders dann, wenn die Zierweide zu einem Hochstamm gezogen wurde. Mit den richtigen Schnittmaßnahmen bleibt Ihnen die kugelförmige Laubkrone erhalten.

Salix integra - die

buntblättrige Schönheit


Die Harlekinweide ist ein dekorativer Strauch, dessen Zuchtursprung in Japan liegt. Das Gehölz aus dem Land der aufgehenden Sonne gehört mit zu den facettenreichsten Zierpflanzen, die im Wechsel der Jahreszeiten ständig in neuer Pracht erstrahlen. Salix integra kann eine Wuchshöhe von bis zu 3 Metern erreichen, was das Ziergewächs besonders interessant für Klein- und Vorgärten macht. Die Weidenkätzchen erscheinen lange vor dem Austrieb des Laubs im Frühjahr, die weißen bis rosafarbenen Blätter sind ein Blickfänger im Sommer und ähneln kleinen Blüten. Im Winter hingegen bringen die rötlich und gelblich gefärbten Zweige Abwechslung in die sonst so triste Winterlandschaft.

Salix integra "Hakuro Nishiki" - so die korrekte lateinische Bezeichnung der Harlekinweide - lässt sich aufgrund seines kompakten Wuchses auch in größeren Pflanzgefäßen kultivieren. Die panaschierte Weidensorte benötigt zur Ausbildung ihrer bunt gefärbten Blätterpracht jedoch einen vollsonnigen bis halbschattigen Standort. Nehmen die Blätter eine fahle oder grüne Färbung an, leidet das Ziergehölz unter Lichtmangel und sollte an einen anderen Ort umgesetzt werden. Zur Pflege der schnell wachsenden Ziergehölze gehört auch ein regelmäßiger Schnitt. Ob ein Form- oder ein Rückschnitt notwendig ist, hängt dabei von der Wuchsform der jeweiligen Harlekinweide ab. Im Fachhandel sind meist zu Hochstämmen gezogene Zierweiden erhältlich.

Der richtige Schnitt von Sträuchern

Im Hinblick auf den Beschnitt der Zierweide muss zwischen Hochstamm und Strauchform unterschieden werden. Der ideale Zeitpunkt für jede Art des Schneides liegt im Frühjahr, ehe die Weide kraftvoll mit dem Austrieb von Blättern und Trieben beginnt. Wird die Maßnahme im Herbst durchgeführt, schließen sich die Wundränder nur schlecht. Das kann ein idealer Nährboden für Pilzerreger sein, auch Frost kann derartig geschwächten Pflanzen enorm zusetzen. Angst vor etwaigen Fehlern beim Rückschnitt müssen Sie nicht haben, denn Weiden sind fast unverwüstlich. Kahle oder falsch zurückgeschnittene Stellen verschwinden durch das schnelle Wachstum der Pflanzen rasch. Verzichten Sie auf elektrische Heckenscheren. Werkzeuge dieser Art richten in der Regel mehr Schaden an, als dass sie Nutzen bringen.

In ihrer Ursprungsform treiben alle Harlekinweiden strauchartig aus. Diese Gehölze beanspruchen viel Platz, das Unterpflanzen von Frühlingsblühern entfällt in diesem Fall. Strauchförmig wachsende Zierweiden benötigen normalerweise keinen jährlichen Rückschnitt. Besonders gut kommen diese Gehölze als Bereicherung einer Sichtschutzhecke zur Geltung. Hin und wieder ist es jedoch unumgänglich, dass Salix integra eingekürzt werden muss. Denn ältere Triebe verholzen stark, diese Stellen werden kahl.
  • Alte und schwache Triebe vollständig entfernen.
  • Tote und kranke Zweige können ganzjährig geschnitten werden.
  • Zu große Pflanzen lassen sich zu 2/3 einkürzen.
  • Auch bodennah abgeschnittene Weiden treiben kraftvoll neu aus.
Leicht verholzte, abgeschnittene Triebe können Sie zur Vermehrung der Harlekinweide verwenden. Kürzen Sie den Zweig auf etwa 10 cm ein und entfernen Sie bis auf zwei Paar obere Blätter das komplette Laub. Das Anwurzeln der Stecklinge erfolgt in einem

mit Wasser gefüllten Behältnis oder direkt im Substrat. Halten Von den Stecklingen der Harlekinweide können sie neue Exemplare ziehenSie den Boden gleichmäßig feucht, denn Trockenheit schadet der Wurzelbildung. Nutzen Sie die Masse der abgeschnittenen Triebe und ziehen Sie so viele Stecklinge wie möglich. Denn so wuchsfreudig Salix auch ist, so zickig gestaltet die Pflanzen sich bei der vegetativen Vermehrung. Nicht ungewöhnlich ist es auch, wenn die auf diese Art gezogenen Gehölze andere Merkmale aufweisen als die Mutterpflanze. Denn einige Züchter der panaschierten Weidensorte veredeln ihre Pflanzen, viele positive Eigenschaften, wie beispielsweise Blattfärbung und -Musterung, können deswegen nicht über Stecklinge
weitervererbt werden. Trotzdem erhalten Sie eine robuste Pflanze, welche sich leicht und unkompliziert im Garten kultivieren lässt.

Hochstämme ziehen und schneiden

Ob strauchförmig oder zum Hochstamm gezogen, die Harlekinweide erstrahlt bei beiden Wuchsformen in ihrer vollen Pracht. Um das kugelförmige Erscheinungsbild zu erhalten und optimal zu fördern, benötigen diese Zierweiden einen jährlichen Erziehungs- und Auslichtungsschnitt. Orientieren Sie sich beim Einkürzen der Triebe an der kugelartigen Form. Diese zu erhalten erfordert jedoch einiges an Geschick und ordentliches Augenmaß. Verzweifeln Sie nicht, falls es einmal nicht klappt, denn Zierweiden sind sehr schnittverträglich. Das rasche Wachstum der Pflanzen bietet häufiger Gelegenheit zum Üben. Bei günstiger Witterung und idealer Pflege ist ein zweiter und dritter Formschnitt ebenfalls möglich. Um einen gleichmäßigen Austrieb anzuregen, werden die Triebe direkt oberhalb eines Auges eingekürzt.
  1. Im Februar und März lassen sich die Ziergehölze bis zu 1/3 zurückschneiden.
  2. Störende, schwache und abgestorbene Triebe werden zu dieser Zeit ebenfalls entfernt.
  3. Stark austreibende Zweige regelmäßig in der Hauptvegetationszeit zurückschneiden.
  4. Wild- und Seitentriebe entfernen.
Das dichte Geflecht der Zweige animiert Vögel dazu, zwischen den Trieben Zuflucht zu suchen und dort auch Nester anzulegen. Zwischen März und September sollten Sie deswegen auf einen radikalen Rückschnitt des Ziergehölzes vollständig verzichten. Ältere Triebe der Salix integra sind besonders anfällig für Krankheiten und haben auch Schädlingen nur wenig entgegenzusetzen. Der regelmäßige Beschnitt der Pflanze trägt zu einem gesunden Erscheinungsbild des gesamten Gewächses bei und fördert dessen Widerstandsfähigkeit. Bereits befallene Zweige und Blätter sollten nicht auf dem Kompost, sondern direkt über den Restmüll entsorgt werden. Tipp: Salix integra ist äußerst anfällig für Schädlinge. Reinigen Sie das Gartenwerkzeug vor und nach der Arbeit gründlich, um eine Verbreitung schadhafter Insekten und Pilzerreger einzuschränken.

Bei Hochstämmen müssen Sie auf ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen Stamm und Krone achten. Denn besonders bei Salix integra "Hakuro Nishiki" in Pflanzgefäßen besteht häufig das Problem, dass sich der Stamm der Weide, aufgrund von Platz- und Nährstoffmangel, nur mäßig entwickeln kann. Um hier Schäden durch Windwurf oder Kopflastigkeit zu vermeiden, sollten Sie deswegen auf eine allzu üppige Laubkrone bei Kübelgewächsen verzichten.

Verbreitung und Verwendung

Die Zierweide ist ursprünglich in Ostasien verbreitet. In China, Japan, Korea und Russland wächst sie an Wasserläufen und in Feuchtwiesen. Die Harlekin-Weide wird meist auf eine Weide einer anderen Sorte gepfropft und als Hochstämmchen in den Handel gebracht. Weiden eignen sich als Solitärgehölze. Kleinere Formen, wie die Zierweide können zum Blickfang im Rasen oder im Blumenbeet werden. Auch an Teichrändern und Bachläufen machen sie auf Grund ihres Wuchses immer eine gute Figur. Wird die Zierweide in einem Kübel gehalten, dann sollte gelegentlich gedüngt werden. Entsprechender Dünger wird im Fachhandel angeboten. In Form von Flüssigdünger wird er dem Gießwasser zugegeben oder als Depot in die Erde eingebracht.

Eine Harlekinweide muss man schneiden, damit sie nicht verwildertÜberwinterung

Die Harlekinweide ist frosthart und kann den Winter im freien verbleiben. Als Kübelpflanze kann sie gern auch zu dieser Zeit ins Haus, an einen kühlen und hellen Ort, gebracht werden. Die Weide hat dann im Frühjahr einen kleinen Vorsprung im Wachstum und zur Blüte.

Fazit der Redaktion


Harlekinweiden sind eine hübsche Bereicherung für den Garten, stellen aber auch im Pflanzgefäß keine besonderen Anforderungen an den Hobbygärtner. Das rasante Wachstum der Zierweiden macht einen Rück- und Auslichtungsschnitt fast zwingend notwendig. Besonders zu Hochstämmen gezogene Salix integra "Hakuro Nishiki" mit einer kugelförmigen Laubkrone müssen mehrmals jährlich in Form geschnitten werden. Beim Beschnitt der Harlekinweide selbst können selbst Anfänger nicht viel falsch machen, denn die Gehölze sind überaus schnittverträglich.

Wissenswertes zum Schnitt von Zierweiden in Kürze
  • Die Zierweide 'Hakuro Nishiki' ist sehr gut schnittverträglich. Sie sollte sogar reichlich geschnitten werden.
  • Wenn man nicht schneidet, wird die Krone sehr groß und auch recht wirr. Die Proportionen stimmen dann nicht mehr.
  • Der recht kurze und meist auch recht dünne Stamm passt nicht zu der üppigen Krone. Außerdem verkahlt die Krone von innen.
Das Wichtigste aber ist, dass die schönen panaschierten Blätter dieser speziellen Weide nur am diesjährigen Holz blühen. Wenn man also nicht schneidet, verblassen die Blätter und von der Besonderheit der Weide bleibt nichts erhalten! Mit Schnitt wird sie dagegen schön dicht und sieht gesund aus.
  • Geschnitten wird am besten im Spätwinter, also im Februar an einem frostfreien Tag ohne Sonne.
  • Es reicht, wenn man etwa 5 cm lange Zapfen stehen lässt, alles andere kann weg.
  • Das Bäumchen treibt schnell und zuverlässig aus. Im Spätsommer kann dann die runde Form noch einmal nachgeschnitten werden.
  • Je mehr die Zierweide 'Hakuro Nishiki' gestutzt wird, umso besser entwickelt sie sich und ist ein richtiges Highlight im Garten.
Steckbrief
  • Wuchs: dichtbuschiger Strauch oder Hochstamm, im Herbst/Frühjahr schneiden
  • Wuchshöhe: kann bis zu 2 Meter hoch werden
  • Blätter: länglich, weißgrün, der Neutrieb ist leicht rosafarben, im Herbst werden sie abgeworfen
  • Blüte: unscheinbar
  • Standort: volle Sonne aber auch Halbschatten
  • Bodenansprüche: keine besonderen Ansprüche, normaler Boden, mit Sand von Vorteil
  • Winter: ist im Freien gut zu überwintern, als Kübelpflanze auch im Haus an einem kühlen, hellen Ort
  • Besonderheit: sehr gut zu schneiden
  • Zuwachs im Jahr: halber bis ein Meter