Meristemvermehrung - Ablauf dieser Vermehrung

Meristemvermehrung - Ablauf dieser Vermehrung

Bei der Meristemvermehrung werden Pflanzen aus Pflanzenzellen gezogen. Aus einzelnen Meristemzellen oder auch aus Zellhaufen (Kallus genannt), entstehen neue Pflanzen. Wichtig dafür ist eine sterile Umgebung. Daran scheitern meist die Versuche zuhause.

Die Meristemvermehrung gelingt am besten unter LaborbedingungenPflanzenzellen werden auf ein Nährmedium gegeben. Dazu kommen Pflanzenhormone und viel Licht und schon bilden sich Wurzeln und Blätter aus (wenn alles gut läuft). Man nennt diese Art der Vermehrung auch In-vitro-Kultur, weil es in einer künstlichen Umgebung geschieht.

Meristematische Zellen von Pflanzen und Stammzellen von tierischen Organismen sind der Ursprung aller spezialisierten Zelltypen.

Heute treten bei Pflanzen viele Viren und Bakterien auf und das macht es schwierig, sie zu vermehren. Für viele Pflanzen ist die Meristemvermehrung deshalb die einzige Methode, um gesunde (pathogenfreie) Jungpflanzen zu bekommen.

Welche Pflanzen werden durch Meristemvermehrung gezogen?

/>Bei Gartenpflanzen sind es vor allem Erdbeeren. Für diese ist die Meristemvermehrung die einzige Möglichkeit, um virusfreie Jungpflanzen zu bekommen.
  • Himbeeren, fast alle Strauchbeeren und Kiwis werden so gezüchtet.
  • Auch Blumen werden durch Zellkultur vermehrt, allen voran Orchideen und Taglilien.
Es funktioniert quasi bei allen Pflanzen.

Wo werden die Zellen entnommen?

Man kann die Zellen aus den oberirdischen Teilen der Pflanze nehmen. Die Sprossspitzen (Meristeme) sind das jüngste Pflanzengewebe und nicht von Viren und Bakterien befallen. Man nimmt also diese Sprossspitzen. Außerdem sitzen auch in Wurzeln, genauer: an ihren äußersten Spitzen, Meristeme.

Schritte der Meristemvermehrung


  1. Entnahme der Meristeme.
  2. Zerlegung unter dem Mikroskop in winzige Teile oder einzelne Zellen.
  3. Teile werden desinfiziert, um evtl. doch anhaftende Bakterien und Pilze abzutöten. Gut geeignet sind Quecksilberchlorid oder Natriumhypochlorit.

  4. Meristeme auf Nährmedium setzen.
  5. Zugabe von Pflanzenhormonen.
  6. In den nächsten Tagen immer wieder Gefäße bonitieren und solche, bei denen sich Bakterien- und Pilzwuchs zeigt, aussortieren und entsorgen.
  7. Sobald sich Wurzeln und Blätter gut ausgebildet haben, kann die Pflanze vorsichtig eingetopft werden.

Fazit


Die Meristemvermehrung ist eigentlich nicht schwer, wenn man eine sterile Umgebung und das nötige Werkzeug dazu zur Hand hat. Für den Hobbypflanzenfreund gibt es in der Regel einfachere und sichere Methoden. Im Handel werden jede Menge In-vitro Pflanzen angeboten, anderes ist es oft gar nicht möglich, die Käuferwünsche zu realisieren. Millionen Orchideen werden so jedes Jahr vermehrt. Für zuhause ist das nichts, lieber sollte man das Feld den Profis überlassen!