Wie viel Wasser verliert ein Teich - Tipps bei Wasserverlust

Schöner GartenteichUm herauszufinden, ob die Schwankungen nun normal sind oder doch etwas nicht stimmt, muss man sich genauer mit der Thematik befassen.

Welche Einflüsse gibt es auf den Wasserstand im Teich?
  • Wassertemperatur
  • Lufttemperatur
  • Windgeschwindigkeit
  • Wellenbildung
  • Luftdruck
  • Bepflanzung
  • Transpiration von Pflanzen
  • Beschaffenheit und Material der Uferzonen
Nicht alle dieser Werte sind für den Laien messbar, wodurch keine klare Aussage zu ihrem Einfluss auf den Wasserstand gemacht werden kann.

Wasserstandsschwankungen laut Deutschem Wetterdienst

Laut Deutschem Wetterdienst sind Schwankungen von 1mm 1 Liter pro m² im

Monat normal. Das bedeutet für einen mittelgroßen Teich von 2 m Tiefe, dass im Juli etwa 140 Liter Wasser im Monat verdunsten. Im April ist es nur die Hälfte, da sind die Temperaturen aber auch niedriger und die Sonne hat noch nicht so viel Kraft. In niedrigeren Teichen ist die Verdunstung allerdings höher. Wer nähere Angaben sucht, dem sei die Seite http://www.teichbau-profi.de/113/wie-viel-wasser-verdunstet-im-teich.html. Auf alle Fälle sollte die Verdunstung nicht gravierend sein. Fehlt regelmäßig reichlich Wasser, hat das meist andere Ursachen.

Was tun bei Wasserverlust im Teich?

Das der Wasserspiegel im Sommer sinkt, ist völlig normal. Das liegt daran, dass durch Sonne und Wärme einiges an Wasser einfach verdunstet und auch die Pflanzen einen höheren Wasserbedarf haben. Besonders in Flachwasserzonen „verschwindet“ reichlich Wasser. Es gibt aber doch auch andere Ursachen für den Wasserverlust.

Ursachen für Wasserverlust

Fehlt regelmäßig Wasser im Teich, also auch bei kühler und feuchter Witterung, kann es andere Ursachen haben. Ein Loch in der Teichfolie ist nur eine Möglichkeit. Zum Glück bestätigt sich dieser Verdacht nur recht selten. Häufiger ist dagegen eine fehlende Kapillarsperre der Grund für den Wasserverlust. Wasser wird also vom Erdreich außerhalb des Teiches aufgesogen. Je nach Größe des Teiches kann das eine Menge Wasser sein, dass auf Nimmerwiedersehen verschwindet.
  • Witterungseinflüsse
  • Loch in der Teichfolie
  • Fehlende Kapillarsperre
  • Springbrunnen und Bachläufe
  • Schläuche, Rohre und Technik
Loch in der Teichfolie

GartenteichfolieDas Schwierigste an einer undichten Stelle in der Teichfolie ist die Suche nach dem Leck. Es gibt einige sinnvollen Methoden, dieses zu finden. Das Teichwasser wird in Etappen abgelassen.  Verschwindet immer noch mehr Wasser, liegt das Loch jeweils tiefer und man muss die nächste Etappe rauslassen. Anderenfalls kann der Teich voll gefüllt werden. Jeden Tag wird mit einem Kreidestrich der Wasserstand markiert. Hört der Pegel auf zu sinken, ist die Wassertiefe erreicht, an der sich das Loch befindet. Auf dieser Höhe muss man dann gezielt suchen. Risse im oberen Bereich der Folie lassen sich recht einfach reparieren. Die Stelle rings um das Leck muss vorsichtig, aber gründlich gereinigt werden. Dort wird mit Hilfe von Spezialkleber ein neues Stück Teichfolie aufgeklebt. Dieses sollte sehr großzügig messen sein, mindestens 5 cm nach jeder Seite überstehen. Der Kleber muss je nach Herstellerangaben trocknen, was einen oder sogar mehrere Tage dauern kann. Anschließend wird der Teich wieder gefüllt. Ist das Loch dagegen sehr tief unten im
Teich, wird es schwierig mit einer Reparatur. Meist müssen die Pflanzen und Fische aus dem Teich entfernt werden und wenn man Pech hat auch der Kies und die Steine, die den Boden bedecken. Alles Wasser

ist abzulassen. Es ist  mit viel Aufwand verbunden. Einzelne kleine Stellen können mit „Flicken“ ausgebessert werden. Sind es aber zu viele, gibt es Risse oder ist die Folie gar brüchig geworden, ist es besser, sie komplett auszutauschen.

Tipp: PVC-Teichfolien lassen sich wie eben beschrieben recht einfach reparieren. Bei Kautschukfolien (EPDM) ist es etwas aufwändiger, weil verschiedene Klebemittel zum Einsatz  kommen. Die Folie muss zuerst mit einem speziellen Grundreiniger bearbeitet werden. Auf die trockene Kautschukfolie wird anschließend ein Haftmittel aufgetragen. Darauf kommt später doppelseitiges, dauerelastisches Tape, welches speziell für die Verbindung von EPDM geeignet sei muss. Auf diese gut vorbereitete Klebestelle kommt der vorbereitete Folienflicken. Er muss kräftig angedrückt werden, am besten mit einem schweren Nudelholz oder einem Tapetenroller.
  • PVC-Folie hat eine Lebensdauer von 10 bis 15 Jahren
  • Eine Kautschukfolie hält länger, 25 Jahre und mehr
Fehlende Kapillarsperre

Die Kapillaren im Erdreich haben eine Sogwirkung auf das Teichwasser. Ähnlich wie Pflanzenwurzeln, die sich nach allen Seiten ausbreiten, dehnen sie sich Richtung Wasser und üben einen Sog aus. Zwar hilft es, die Pflanzenwurzeln zu kappen und das Erdreich etwas zurückzunehmen, eine dauerhafte Lösung ist das meist nicht. Erde, Steinen und Pflanzenwurzeln können von außen über den Teichrand Wasser aus dem Teich ziehen, zum Teil beachtliche Mengen. Meist muss der Teichrand völlig neu angelegt bzw. eine funktionierende Kapillarsperre eingebaut werden. Am einfachsten erreicht man dies, indem die Teichfolie am Rand hochgezogen wird. Man schiebt sie über einen kleinen Erdwall und gräbt sie dahinter wieder ein. So werden saubere Ränder geschaffen, alles sieht sehr ordentlich aus. Böschungsmatten schützen die Uferbank zusätzlich vor dem Einreißen der Folie durch Zugbelastung oder UV-Strahlung.
  • Sogwirkung auf das Teichwasser
  • Ufermatten, Pflanztaschen und Steinfolie können Ursache für Wasserverlust sein, wenn sie nicht innerhalb der Folienabdichtung enden
  • Kapillarsperre einbauen
Springbrunnen und Bachläufe

Gartenteich BachlaufAuch Springbrunnen oder Bachläufe können Ursachen für einen Wasserverlust im Teich sein, besonders bei starkem Wind. Der Wind trägt das Wasser Tröpfchenweise in den Randbereich bzw. aus dem Teichbereich heraus. Wenn sich das über viele Stunden fortsetzt, kommt eine Menge Wasser zusammen, das verschwindet.

Schläuche, Rohre, Wasserhähne oder Schieber undicht

Auch Technik und Zuleitungen können Schuld sein, wenn ein Teich ständig Wasser verliert. Hier hilft nur eines, alles zu überprüfen, also alle Schläuche, Rohre, Zuleitungen, Wasserhähne, Schieber und ähnliches. Die undichte Stelle muss gefunden werden. Besonders preiswerte Wasserschläuche halten nicht besonders lange und müssen häufig ausgetauscht werden. Zuerst sollten alle Pumpen ausgeschaltet werden. Der Wasserspiegel muss im folgenden beobachtet werden. Wenn er auf der gleichen Ebene bleibt, müssen die Anschlüsse gecheckt werden. Die gesamte Technik ist zu kontrollieren.

Pflanzen

Auch Pflanzen können einen Teich, speziell die Teichfolie beschädigen. Das kann von außen und von innen geschehen. Pflanzen, die kräftige und spitze Ausläufer bilden, sind nicht für Teichränder geeignet. Zu ihnen gehören vor allem Bambus- und Schilfarten. Wer diese Gewächse trotzdem gern dort anpflanzen möchte, muss eine Rhizomsperre von mindestens 80 cm drum herum oder zumindest am Teich entlang setzen. Im Teich ist wiederum Teichschilf gefährlich für die Folien. Es sollte generell nur in einem stabilen und geschlossenen Behälter in den Teich gesetzt werden. Außerdem ist das Wachstum häufig und regelmäßig zu kontrollieren. Es bildet kräftige Ausläufer, welche die Folie durchlöchern wie einen Käse. Im Sumpfbereich ist es häufig der Blutweiderich, der die Folien beschädigt, häufig schon im ersten Sommer.

Fazit

Wenn regelmäßig Wasser im Gartenteich fehlt, kann das verschiedene Ursachen haben, von der natürlichen Verdunstung, über einen Defekt der Teichfolie, bis zum Abzug von Pflanzen und Erde wegen fehlender Kapillarsperre. Wichtig ist, erst einmal die Ursache herauszufinden. Zu über 90 Prozent ist es die Kapillarsperre, bzw. das Fehlen dieser. Dort geht das meiste Wasser verloren. Oft ist es mühsam und zeitaufwändig, den Fehler zu reparieren. Oft ist der Teichbesitzer einfach uninformiert oder schlecht beraten wurden und hat beim Bau des Teiches oder beim Bepflanzen Fehler gemacht. Deshalb ist eine gute Vorbereitung besonders wichtig, bevor man sich einen Teich in den Garten setzt. Viele Dinge sind vermeidbar, das spart Geld, Zeit und Nerven.