Kartoffeln anbauen - Anleitung zum Kartoffelanbau

Kartoffeln anbauenObwohl es Kartoffeln fast das ganze Jahr über zu kaufen gibt, kann der Eigenbau sinnvoll sein, da die Handelsware auf Ertrag und nicht unbedingt auf Geschmack gezüchtet wird.

Die Kartoffel liebt Sonne, gedeiht in den meisten Böden, am besten jedoch in lockerem, sandigem Lehmboden. Beigaben von verrottetem Gartenkompost und gut verrottetem Stallmist erhöhen den Ertrag, ebenso wie Zugabe von 60 g/m² mineralischen Volldüngers vor der Pflanzzeit.

Vorbereitung und Durchführung der Aussaat

Das Vorkeimen der

Saatkartoffel ist sinnvoll ab Januar bei 5 - 7 ºC, niedriger Luftfeuchtigkeit und etwas Licht. Bei Pflanzkartoffeln sitzen die schlafenden Augen am Ende der Knolle. Diese Stelle heißt Krone und muss im Anzuchtbehälter (z.B. stapelfähige Obstkisten) nach oben schauen. Zur Pflanzzeit sollen die Triebe ca. 10cm lang, stark und grün sein. Nicht keimfähige und kranke Kartoffeln können so bereits vor der Aussaat aussortiert werden.

Tipps zur Ernte und Lagerung
  • Sind die Triebe 20-25cm hoch, wird die Erde rundherum stark angehäufelt, damit sich im Damm Wurzeln und Knollen bilden und kein Licht an die Kartoffeln kommt. Grüne Kartoffeln sind ungenießbar.
  • Bei Frühkartoffeln kann die Ernte ab Juni laufend erfolgen, indem man vorsichtig die Seiten des Dammes aufgräbt, erntereife Kartoffeln (hühnerei groß) entnimmt und anschließend wieder abdeckt. Bei den anderen Sorten sollte der Erntetermin abgewartet werden.
  • Bevor geerntete Kartoffeln eingelagert werden (dunkler frostsicherer Raum oder Erdmiete), müssen sie völlig trocken sein.
Die Pflege des eigenen “Kartoffelackers”

Mit der Nährstoffanreicherung vor dem Setzen der Pflanzkartoffeln wird der große Nährstoffbedarf der Kartoffeln nicht immer gedeckt. Sehr oft profitieren die Kartoffelpflanzen von einer späteren Düngung, auf jeden Fall sollte diese erfolgen, wenn die Jungpflanzen Mangelerscheinungen zeigen. Dieser Mangel zeigt sich in der Regel in Verfärbungen der Blattmasse, je nach Färbung empfiehlt sich eine
magnesium- oder kaliumbetonte Düngung. Auch das oben beschriebene Anhäufeln verhindert nicht nur die unerwünschte Grünfärbung der Knollen, sondern lockert auch Boden, sodass die Nährstoffe von der Pflanze gut aufgenommen werden können. Sie sollten also Ihre Kartoffeln immer dann erneut anhäufeln, wenn der Hügel auf dem Beet flacher wird, in der Hauptwachstumszeit etwa alle zwei Wochen. Zu den von der Kartoffelpflanze benötigten Nährstoffen gehört natürlich auch Wasser, wenn es in der Zeit ab Mitte Mai irgendwann länger sehr trocken draußen ist, müssen die Kartoffeln also gegossen werden.

Die Aussaat erfolgt in Furchen (60 cm Reihenabstand) alle 30 cm. Es kann gut verrotteter Kompost unter die Kartoffel gelegt werden. Anschließend wird das Erdreich als Damm über den Kartoffeln angehäufelt. Sobald die Triebe aus dem Boden schauen, wird wieder Erde darüber gerecht. Dies verbessert den Frostschutz. Man kann auch mit Folientunneln arbeiten, die für eine frühere Bodenerwärmung und zuverlässigen Frostschutz sorgen.

Es gibt unterschiedliche Sorten, die rund, länglich oder nierenförmig sein können; mit roter, weißer oder gelblicher Schale; weißem oder gelbem, mehligem oder speckigem Fleisch. Entsprechend verschieden sind auch die Anbau- und Erntetermine:

Kartoffelsorte

 


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Frühe

 

Mittelfrühe

 

Späte

 

Aussaattermin

 

Mitte März

 

Anfang April

 

Ende April

 

Ernte

 

Juni und Juli

 

Juli bis September

 

September

 


frisch geerntete KartoffelnDie Vorteile des eigenen Kartoffelanbaus
  • Oben wurde schon angesprochen, dass die meisten Kartoffeln aus dem Handel auf Masse gezüchtet werden, was sich neben dem Geschmack auch auf die Inhaltsstoffe auswirkt, die nur bei einer ohne chemische Unterstützung angebauten Kartoffel in vollem Maße für den Verzehr zur Verfügung stehen.
  • Wenn auf den Kartoffeln aus dem Handel der Hinweis "Nach der Ernte behandelt" zu finden ist, kann das außerdem auf den Einsatz von Chlorpropham als Keimhemmer hindeuten, einem in seinen Auswirkungen bei Lebensmitteltoxikologen nicht unbestrittenem Stoff. 
  • Solche Kartoffeln sollte man besser nur ohne Schale essen, und wenn sie zu diesem Zweck geschält werden, beseitigen Sie auch jede Menge der wertvollsten Inhaltsstoffe, die direkt unter der Schale sitzen.
  • Es gibt zwar heute ein interessantes Angebot von Gourmet-Kartoffeln in den Feinkostabteilungen einschlägiger Geschäfte, für die dürfen Sie aber auch Preise von teilweise mehreren Euro pro Kilogramm ausgeben.
  • Wenn Sie seltene und besonders wohlschmeckende, vielleicht auch besonders gefärbte Sorten wie “Bamberger Hörnchen”, “La Ratte” oder “Blaue Schweden” selbst anbauen, ist das deshalb in finanzieller Hinsicht durchaus interessant.

Ihr Kartoffelacker im Garten sollte übrigens mindestens jedes vierte Jahr andere Gemüse zur Reife bringen dürfen, sonst laugt der Boden zu sehr aus, damit wächst auch die Gefahr eines Nematodenbefalls. Buschbohnen oder Kohlrabi oder Salate wie Kopfsalat und Endivien sind gute Nachfolger auf dem Kartoffelbeet.alt