Porree und Lauch im Garten anbauen - Pflege

Lauch anbauenLauch oder Porree, zwei Namen für ein Gemüse. In Süddeutschland ist die Bezeichnung Lauch gebräuchlich, während er im nördlicheren Teil von Deutschland als Porree bezeichnet wird. Auf jeden Fall ist er ein gesundes und vielseitiges Gemüse. Wie die Zwiebel enthält er keine Stärke, jedoch schwefelhaltige ätherische Öle, die in Verbindung mit anderen Stoffen einen milden Reiz auf die Verdauungsorgane ausüben. Lauch ist auch ein ideales Wintergemüse, das sogar in ungünstigen Regionen lange auf den Beeten stehen kann.

Anbau und Pflege

von Lauch


Lauch oder Porree kann leicht selbst ausgesät werden. Dies lohnt sich, wenn man größere Mengen anpflanzen möchte. Ansonsten ist der Pflanzenkauf beim Gärtner vorzuziehen. Unterschieden wird zwischen zwei Arten von Lauch, und zwar für die Herbst- und für die Winterernte. Dazu gibt es unterschiedliche Samen bzw. Pflanzen:
  • "Elefant", die bekannteste Sorte für die Herbsternte
  • "Easton F1", für sehr frühe Herbsternten
  • "Blaugrüner Winter", ein sehr robuster Winter-Porree
  • "Fahrenheit F1", kann im Winter besonders lange, je nach Region sogar bis zum Frühjahr, auf dem Beet stehen
  • "Belton F1" ist für frühe Ernten, schon ab Ende August/Anfang September
Für die Herbsternte wird Mitte März im Gewächshaus oder Frühbeet ausgesät. Gepflanzt wird dann Ende Mai bis Anfang Juni. Der Winterporree dagegen wird erst im Juni gesät und Anfang August ausgepflanzt. Dabei sollten die Setzlinge ziemlich tief gepflanzt werden, damit ein langer, gebleichter Schaft entsteht. Aus diesem Grund werden auch bei jedem Hacken die Porreestangen etwas angehäufelt. Ideal ist beim Pflanzen ein Reihenabstand von 30 cm und innerhalb der Reihe 15 cm.

Lauch bildet eine große Menge feiner, weißer Wurzeln, die den Boden lockern und durchlüften. Für dieses gesunde Wachstum braucht er selbst einen humusreichen Gartenboden sowie viel Wasser und Dünger. Vor dem Pflanzen wird daher schon ein Bio-Dünger oder Hornspäne (Mengenangabe auf Packung beachten) in die Erde eingearbeitet. Etwa vier Wochen später nochmals die gleiche Menge und nach weiteren vier Wochen eine letzte Gabe mit der Hälfte der vorigen Menge. Aufgrund der langen Kulturdauer ist diese Staffelung ideal. Die letzten zwei Düngergaben werden um die Lauchpflanzen herum gestreut und leicht in den Boden eingearbeitet. Lauch ist relativ pflegeleicht. Einmal wöchentlich das Beet durchhacken und dabei
an den Porreestangen etwas anhäufeln. Bei Trockenheit reichlich gießen.

Schädlinge und Pflanzenschutz

Ein gefürchteter Schädling bei Porree ist die Zwiebelfliege. Aus ihren Eiern schlüpfen Maden, die sich unten am Schaft einnisten und durchfressen. Bei Befall krümmen sich die Lauchblätter, vergilben und faulen. Welken dagegen die Herzblätter und sehen grau aus, ist die Lauchmotte am Werk. Diese legt ab Juni ihre Eier an die Blätter. Daraus schlüpfen kleine Raupen, die sich in die Herzblätter bohren. Die befallenen Pflanzen wachsen nicht mehr weiter und fangen ebenfalls zu faulen an. Für beide Schädlinge gibt es biologische und chemische Streu- oder Spritzmittel. Doch hier muss jeder selbst entscheiden, was er in seinem Garten ausbringen möchte.

Porree in der Mischkultur

frischer Lauch aus dem GemüsegartenPorree ist in einer Mischkulturpflanzung ideal, da sich die Pflanzen gegenseitig im Wachstum fördern und vor Krankheiten schützen. Der Befall von Zwiebelfliege und Lauchmotte kann so verhindert

oder zumindest eingeschränkt werden. Sehr gut passen hier Lauch und Erdbeerpflanzen zusammen. Eine Reihe Lauch zwischen den Erdbeerreihen spart außerdem Platz. Allerdings muss beim Hacken etwas aufgepasst werden, da die Erdbeerpflanzen flache Wurzeln haben und leicht verletzt werden können. Auch mit Mangold und allen Kohlarten verträgt sich Lauch sehr gut.

Boden und Bodenvorbereitung

Porree ist ein Starkzehrer, deshalb ist ein nährstoffreicher, durchlässiger Boden wichtig. Auf eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit sollte gerade in den Sommermonaten geachtet werden. Gedüngt wird am besten mit Pflanzenjauche, aber am besten nur über den Sommer. Porree kann zweijährig angebaut werden, hier über den Winter die Schäfte dick mit Stroh abdecken, damit ein Erfrieren und Auftauen im Wechsel vermieden werden kann. Frost wird zwar gut vertragen, aber der Wechsel wirkt sich negativ auf den Geschmack und auf die Qualität aus.

Nachbarn

Sehr gute Nachbarn sind für den Porree Kopfsalat, Borretsch, Sellerie, Kohl und Kohlrabi, aber auch Petersilie, Pastinake, Tomaten, sowie auch Ringelblumen. Ungünstige Nachbarn sind jedoch Hülsenfrüchte, wie Erbsen, und Bohnen, Knoblauch, Rote Bete, aber auch Zwiebeln. Die Ernte vom Lauch erfolgt im Zweijährigen Kultur um den Johannistag, also um den 24. Juni des Folgejahres. Die Aussaat sollte im Frühjahr erfolgen, bei etwa 16 Grad Celsius Bodentemperatur. Zwar ist auch eine Winteraussaat möglich, hier sollte man jedoch darauf achten, dass man hierfür winterharte Sorten verwendet.

Wer besonders dicken und wohlschmeckenden Lauch ernten möchte, pflanzt die Jungpflanzen Anfang bis Ende Mai ins Freiland. Da sie aber auch leider etwas leichter platzen, sollte man gerade bei Kochen aufpassen. Geringe Hitze und nur kurze Garzeit sind ideal. So bleiben auch die Vitamine und andere Inhalte erhalten.
Lauch lässt sich im Ganzen, oder klein geschnitten wunderbar einfrieren, und er lässt sich auch sehr einfach portionieren.