Radicchio - Anbau im Garten - Pflege

KohlDie Entstehung des Radicchios beginnt mit der gemeinen Wegwarte, auch Zichorie genannt. Im Mittelalter bekannt und beliebt für ihre heilende Wirkung, wurde die Wegwarte kultiviert und in Klostergärten angebaut. Während des napoleonischen Krieges wurde Kaffee-Ersatz aus Wurzelzichorie hergestellt. Während dieser Zeit stellte man fest, dass die im Herbst mit Erde zugedeckten Wurzeln im Winter austrieben. Diese Knospen wurden als Chicorée in Deutschland bekannt, während Radicchio sich als Name in Italien durchsetzte. In Deutschland bezeichnet man als Radicchio nur eine Variante des Chicorées.


/>Die am häufigsten angebaute und verkaufte Radicchio Sorte in Deutschland ist der Radicchio Rosso di Chioggia, übersetzt Rose von Chioggia. Die Form ist rund und kompakt und erinnert mehr an ein Kraut, als an einen Salat. Auffallend sind die durch Anthocyane rot gefärbten Blätter und deren weiße Adern.

Nährstoffquelle Radicchio

Radicchio bekommt durch das enthaltende Intybin einen leicht bitteren Geschmack und die damit für Verdauung nützlichen Bitterstoffe. Man kann Radicchio auch leicht andünsten, ähnlich wie Spinat, und damit einen milderen Geschmack erzielen. Des Weiteren ist Radicchio reich an Folsäure, Vitamin C, B1 und B2, sowie Kalium. Radicchio kann bis zu vier Wochen im Kühlschrank aufbewahrt werden. Er ist somit ein ideales Blattgemüse für den Winter.

Anbau von Radicchio

Aussaat: Jungpflanzen können erst ab Temperaturen von 16°C eingepflanzt werden. Die Anbauerde sollte dabei 4°C erreicht haben. Bei Jungpflanzen reicht ein Reihenabstand von 30 cm und 20 - 25 cm voneinander entfernt.

Die Aussaat der Samen kann im Beet, Hochbeet oder Topf am Balkon erfolgen. Der Radicchio benötigt eine warme Anzuchtphase und die Anzucht im Topf oder Gewächshaus ist deshalb einfacher. Im Beet ist ein Abstand von 1 cm Tiefe, 25 - 35 cm Abstand und in Reihen von 30 – 45 cm von Vorteil. In einem Topf oder Kübel kann der Abstand natürlich verringert werden. Keimung beträgt 7 – 10 Tage.

Anbauzeit: Radicchio kommt in zwei Typen.

Typ 1 wird im Frühjahr angebaut. Dabei ist der Anbauzeitpunkt abhängig ob Samen oder Jungpflanzen, sowie die spezifischen Radicchio Sorte und natürlich das Wetter.
Typ 2 Radicchio wird Ende August angebaut und kann auch überwintert werden. In Italien ist der Radicchio di Treviso, auch Blüte des Frostes genannt, besonders beliebt. Dieser winterfeste Radicchio hat lange wohlgeformte rote Blätter
und wird gegrillt oder gedünstet, mit Risotto oder Pasta gegessen.

Ernte: 70 – 90 Tage nach der Aussaat

Mischkultur: Radicchio sollte nicht neben anderen Korbblütlern angebaut werden. Radicchio eignet sich wunderbar für die Mischkultur mit anderen Pflanzen. Sehr gute Nachbarn sind beispielsweise Borretsch, Dill, Bohnen, Erbsen, Gurke, Fenchel, Kohl, Porree, Kapuzinerkresse, aber auch Schnittlauch, Ringelblumen, Spinat, Tomaten und auch Zwiebeln. Eher ungünstig fallen Petersilie, Radieschen, oder Sellerie aus.

Düngung: In der Regel muss der Radicchio nach dem Anbau nicht weiter gedüngt werden. 2 Wochen vor der Aussaat genügt. Die Erde sollte durchlässig, reich an Humus und tiefgründig sein. Wichtig ist eine nasse Erde, wobei Staunässe vermieden werden sollte.

Pflege

Radicchio ist ein pflegeleichtes und nicht leicht anfälliges Blattgemüse.

Wetterbedienungen: Der Radicchio braucht mindesten drei Stunden direktes Sonnenlicht sollte aber im Hochsommer

vor zu viel direkter Mittagssonne geschützt werden. Der Typ 2 Radicchio hält Frost bis zu -5°C stand. In den kalten Monaten sollte er jedoch mit Laub und Wintervlies abgedeckt werden. Das Blattwerk des winterfesten Radicchios sollte im Herbst geschnitten werden, sodass der Stamm 3 – 4 cm groß ist.

Schädlinge: Schnecken kann man durch Schneckenringen Einhalt gebieten. Blattläuse lassen sich auch gut mit Hausmittel bekämpfen, wie z.B. Knoblauchsud. Um den Sud herzustellen, muss man Knoblauchzehen im Wasser kochen und zugedeckt über Nacht stehen lassen. Danach kann man den Sud auf die Unterseite der Blätter spritzten. Blattrandbrand oder verfaulte Köpfe können durch eine zu starke Düngung entstehen.

Bekannte Radicchio Sorten
  • Radicchio Rosso di Chioggia
  • Radicchio Rosso di Treviso Tardivo
  • Radicchio Palla Rossa und Palla Rossa 2 und Palla Rossa 3
  • Radicchio Indigo
  • Radicchio Variegata di Castelfranco Cichorium intybus
Boden

Radicchio liebt  tiefgründigen und lockeren Gartenboden, in sonniger Lage. Staunässe wird allgemein nicht gut vertragen, deshalb auf eine gute Drainage achten. Radicchio kann man im Frühjahr und im Herbst aussäen. In milden Gegenden ist Radicchio auch winterhart, jedoch sollte man die Pflanzen im Winter mit Haube schützen, oder in Folientunnel kultivieren. Regelmäßiges Lüften nicht vergessen. Sobald sich ein Köpfchen bildet, sollte man die Pflanzen etwas anhäufeln und für ausreichende Feuchtigkeit sorgen.

Krankheiten

Radicchio ist nicht besonders Krankheitsanfällig, jedoch kann es schon mal vorkommen, dass die Köpfe faulen. Das kann mehrere Ursachen haben. So beispielsweise zu starke Düngung (Radicchio ist ein Schwachzehrer!) oder Witterungsverhältnisse, wie feuchtwarme Luft. Die Winterhärte ist sortenabhängig. Für das Klima in Norddeutschland ist die Sorte Chioggia (Palla Rossa, Prima Rossa) besonders gut geeignet. Für die südlichen Regionen wird häufig die Sorte Verona empfohlen. Chioggia sollte man unbedingt vor den ersten Frösten ernten, die Sorte Verona verträgt durchaus bis -6 Grad Celsius unter Folie.