Spargel-Anbau - Pflanzen, Pflege und Ernte

SpargelAsparagus ist eine Gattung der Liliengewächse, angebaut wird er in subtropischen und gemäßigten Gebieten. Hier erreicht er eine Größe zwischen 30 cm und 2 Metern. Es sind etwa 100 unterschiedliche Arten von Spargel bekannt. Die in unseren Breitengraden beliebteste Kulturart ist der "Asparagus officinalis". Die Pflanze ist eine mehrjährige Staude, die im Frühjahr Sprossen aus dem Wurzelstock bildet. Das sind die beliebten Spargelstangen, sie werden gestochen und erfreuen uns als kulinarisches Highlight. Hier erfahren Sie Wissenswertes über den Anbau, die Pflege und Ernte von

Spargel.

Vorbereitungen für den erfolgreichen Anbau

Eine sonnige Lage in südlicher oder südwestlicher Richtung und sandiger Boden bieten die besten Voraussetzungen für den Anbau von Spargelpflanzen. Der Boden erwärmt sich so im Frühjahr schnell, es kann mit einer zeitigen Ernteperiode gerechnet werden und feiner Sand liefert ein geschmacklich hochwertiges Erzeugnis. Weiterhin sollte darauf geachtet werden, dass der Grundwasserstand nicht höher als 80 cm ist. Sonst kommt es zu Verzögerungen durch Staunässe beim Erntezeitpunkt. Eine intensive Feldvorbereitung über 2 Jahre zahlt sich aus. Die Anbaufläche lässt sich so maximal bis zu 15 Jahre nutzen.

Vorbereitung des Bodens bei Neuanlagen
  • Eine ausführliche Bodenuntersuchung in den einzelnen Erdschichten (30 cm, 30 - 60 cm und 60 - 90 cm) durchführen. Sie gibt Aufschluss über den genauen pH-Wert und den Nährstoffgehalt. Optimal ist ein pH-Wert zwischen 5,5 und 6.
  • Entfernung von Steinen, Quecken sowie Unkraut.
  • Gründliche Bodenlockerung mit dem Tiefenpflug bis zu einem Meter in die Hauptwurzelzone. Dabei vermischen sich die unterschiedlichen Erdschichten. Zusätzlich wird der Boden mit Humus angereichert. Somit wird ein Entstehen von Staunässe verhindert und die Pflanze wird gut belüftet sowie mit allen benötigten Nährstoffen versorgt.
Auswahl und das richtige Setzen der Jungpflanzen

Spargel im BeetDie richtige Auswahl der Jungpflanzen entscheidet über den Erfolg der Ernte. Der Spargel wird von März bis Mai gepflanzt. Sobald es Frühjahr ist und die Bodenoberfläche +15°C erreicht hat, können die Pflanzen bei Gärtnereien, im Fachhandel oder über das Internet bezogen werden.
Kriterien für die Auswahl:
  • Wenig Beschädigungen durch die Rodung.
  • Pflanzgewicht nicht unter 50 Gramm.
  • Etwa 20 dickfleischige Wurzeln, weiße Faserwurzeln und mindestens 6 Knospen.
Das richtige Setzen in den vorbereiteten Boden:
  • Einen Graben von 20 bis 35 cm Breite sowie etwa 25 cm Tiefe ausheben. Wird noch weiterer Humus beigegeben, sollte die Pflanztiefe etwa 40 cm betragen.
  • Direkter Kontakt zu organischem Material muss unbedingt vermieden werden, sonst kommt es zu "Verbrennungen" der Spargelpflanze.
  • Die Pflanzen in einem Abstand von 20 cm spinnennetzartig auf der Grabsohle auslegen und von Hand mit Erde bedecken. Es sollten keine Knospen mehr zu sehen sein.
  • Düngung nach Anweisung des Herstellers aufbringen.
  • Bei Bedarf kann noch leicht angegossen werden.
  • Auf Unkrautkontrolle achten, wertvolle Nährstoffe gehen sonst verloren.
  • Den Graben im Wachstumsverlauf immer weiter anfüllen. Am Ende des Jahres sollte er komplett angefüllt sein.
  • Im nächsten Frühjahr erhalten die Spargelpflanzen dann einen Erdwall.
Eine Besonderheit bietet der grüne Spargel. Er wird genau wie der weiße
Spargel gepflanzt, benötigt jedoch keinen Erdwall.

Erntezeiten für Spargelpflanzen

Im Pflanzjahr findet keine Spargelernte statt. Sind die Pflanzen noch nicht voll ausgebildet, sollte behutsam mit ihnen umgegangen werden. Daher findet im ersten Standjahr lediglich eine

kurze Ernte über einen Zeitraum von 8 bis 10 Tagen statt. Im zweiten Standjahr kann schon maximal in einer Zeit von 5 Wochen geerntet werden. So kann sich die noch junge Pflanze gut wieder erholen. Eine Düngung wird in dieser Zeit auf zwei Gaben reduziert. Die Menge des Düngers sollte entsprechend vergrößert werden. Als Faustregel gilt: Eine Hand Dünger ist ausreichend für einen Meter Spargelbeet. Ab dem dritten Standjahr geht die Zeit der Ernte dann bis zum 24. Juni, dem Johannistag. Sie sollte bei einem sehr frühen Erntebeginn jedoch nicht länger als 55 Stechtage andauern.

Wichtiges zum Spargelstechen
  • Das Stechen erfolgt mit einem scharfen Stechmesser und muss stets sehr sorgfältig durchgeführt werden. Das Messer verfügt über eine spezielle Klinge im 30 Grad Winkel.
  • An feinen Rissen im Erdwall ist zu erkennen, wo sich Triebe befinden.
  • Die Spargelstangen werden mit wenigen Handgriffen frei gelegt und ab einer Sprossenlänge von 27 cm gestochen. Bei diesem Vorgang wird mit der rechten Hand die Stange gehebelt und die linke Hand sichert.
  • Blindstechen ist zu vermeiden, die Gefahr die Pflanze oder benachbarte Stangen zu verletzen ist sehr hoch und verringert den Ernteertrag.
  • Das Erdloch wird nach dem Stechen mit feuchter Erde angefüllt und mit einer Maurerkelle wieder glatt gestrichen.
  • Bei sehr trockenen Bodenverhältnissen ist darauf zu achten, die Dammflanke zu sichern.
Weitere Kulturmaßnahmen für den erfolgreichen Anbau von Spargel

Spargel PflanzeUnkrautkontrolle ist während der gesamten Wachstumsperiode wichtig. Ansonsten werden wertvolle Nährstoffe dem Boden ungewollt entzogen und die Spargelstangen erleiden qualitative Einbußen. Hilfreich hierbei ist das Abmulchen oder die Gründüngung.

Die Krautbeseitigung beginnt, sobald das Laub vollständig abgestorben ist. Dies ist in der Regel im November. Dieser Vorgang dient der Vermeidung von Krankheitserregern. Das Kraut sollte in der Biotonne entsorgt werden. Auf dem Kompost kann es zur Vermehrung von Krankheitserregern und Pilzen führen. Diese befallen unter Umständen die Spargelbeete. Besonders gut eignet sich für diese Arbeit eine Rosenschere.

Eine Düngung sollte nach der Erntezeit des Spargels bevorzugt mit organischem Material erfolgen. Die mineralische Düngung ergibt sich aus der individuellen Bodenanalyse und wird nur nach Bedarf durchgeführt.

Eine Spargelfolie führt zu einer verbesserten Erwärmung des Bodens. Hierzu wird im Frühjahr eine spezielle Folie über dem Damm ausgebreitet und mit Erde gesichert.

Lange Jahre ertragreiche Ernten

Bei guter Pflege kann ein sorgfältig angelegtes Spargelbeet dem Hobbygärtner viele ertragreiche Spargelernten bescheren. Zwar ist der Anbau von Spargel arbeitsintensiv, aber nichts geht über den Genuss von selbst geernteten frischen Spargelstangen!
 
Wissenswertes und Pflege-Tipps

Wer nur wenig Zeit für die Gartenpflege aufbringen kann, sollte auf den Anbau von Spargel besser verzichten. Spargel ist außerordentlich reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Auch die weiteren pflanzenspezifischen Inhaltsstoffe sind sehr gut für die Gesundheit. Spargel enthält die Vitamine A, B1, B2, B6, C, und E, zudem Kalium, Kalzium, Eisen, Magnesium und Phosphor. Weitere Inhaltsstoffe sind freie Asparaginsäure, Arginin, Asparagose, Flavonoide, und Saponoide. Die Asparaginsäure fördert die Harnausscheidung. Viele Menschen mögen Spargel nicht, weil der Urin nach dessen Verzehr sehr stark riecht. Für diesen typischen Geruch ist der Schwefelgehalt des Asparagins verantwortlich. Spargel sollte man nicht zu lange kochen lassen. Das Wasser sollte etwas Salz, Zucker und einige Tropfen Zitronensaft enthalten. Nur 1 Minute kochen, danach den Topf vom Herd nehmen und etwa 15 Minuten ziehen lassen. So bleibt Spargel al dente und lässt sich auch gut schneiden. Durch den Zitronensaft behält der seine helle Farbe.

Spargel wird zusammen mit anderen Pflanzen in der Krebsforschung häufig und gerne erwähnt. Inhaltsstoffe, wie Inulin fördern das Wachstum von Krebsbekämpfenden Bakterien. Diese sind vor allem im Kampf gegen Darmkrebs sehr wichtig, so werden die Darmzellen gestärkt und widerstandsfähiger. Bestimmte Gemüsesorten, wie Chicoree, Radicchio, Zwiebeln und auch Spargel sorgen besonders in einer Kombination mit Joghurt und Quark für eine gesunde Darmflora.