Topinambur im Garten anbauen - Pflanzen und Ernte

Topinambur Topinambur trägt die botanische Bezeichnung Helianthus tuberosus und ist eine delikate Süßkartoffel, umgangssprachlich wird diese auch Erdbirne genannt. Das Wurzelgemüse stammt ursprünglich aus Nord- und Mittelamerika und hat sich mittlerweile fast auf der ganzen Welt verbreitet. Die Ansprüche an die Pflege und die Standortbedingungen sind gering, die Pflanze vermehrt sich schnell und einfach. Topinambur verfügt neben seinen wertvollen Nährstoffen auch über einen dekorativen Wert als Zierpflanze im Garten, die gelben Blüten sind wunderschön und verfügen über eine starke Leuchtkraft.


/>Standort & Pflanzsubstrat

Topinambur gehört zu den Sonnenblumengewächsen und ist eine relative anspruchslose Pflanze, welche keine sehr hohen Anforderungen bei den Standortbedingungen stellt. Das Wurzelgemüse kommt mit fast allen Bodenqualitäten zurecht, jedoch nicht mit schweren und feuchten Böden, die extrem verdichtet sind und zu Staunässe neigen. Der oberirdische Teil der Pflanze bezaubert mit leuchtend gelben Blüten und ist sehr dekorativ. Die folgenden Bedingungen sind bei dem Standort und dem Pflanzsubstrat zu beachten:
  • Optimal sind lockere Erdböden, mit einem leichten Sandanteil
  • Extrem verdichtete Lehmböden mit zerkleinertem Baumschnitt oder Sandgemisch auflockern
  • pH-Wert sollte bei 6,0-7,5 liegen
  • Sumpfige Gründe mit stehender Nässe führen zum kümmerlichen Wachstum
  • Im Vorfeld Drainage anlegen, um Boden zu entwässern
  • Geringer Kalkanteil im Boden schadet nicht
  • Ideal sind vollsonnige und warme Plätze, Halbschatten wird noch toleriert
  • Auf windgeschützte Standorte achten
  • Eignet sich hervorragend als Sichtschutz zur Straße und zum Nachbargrundstück
  • Macht sich gut neben Zäunen und in der Nähe des Komposthaufens
Tipp: Topinambur gehört zu den Starkzehrern und verträgt sich deshalb nur mit Schwachzehrern in der Nachbarschaft, welche sich nicht groß ausbreiten, z. B. mit Bohnen.

Pflanzen

Topinambur lässt sich schnell und leicht einpflanzen, jedoch ist bei extrem schweren und verdichteten Böden vorher Mist oder ein leichter Kompost einzuarbeiten, damit sich das Wurzelgemüse gut ausbreiten kann. In Anbetracht der robusten Eigenschaften und der guten Winterhärte, lässt sich Topinambur fast das ganze Jahr über einpflanzen, vorausgesetzt, dass der Erdboden nicht gefroren ist. Optimal ist jedoch der Frühlingsbeginn, damit das Wurzelgemüse hervorragend gedeihen kann. Die zum Pflanzen benötigten Knollen sind im Fachhandel für Obst und Gemüse erhältlich. Die Vermehrung von Helianthus tuberosus findet über Ableger im Boden statt, für den Fall, dass keine weitere Ausbreitung gewünscht ist, ist eine Wurzelsperre zu empfehlen. Die folgende Vorgehensweise hat sich beim Pflanzen bewährt:
  • Beste Zeit zum Pflanzen ist vom Februar/März bis Anfang Mai
  • September bis Oktober ist ebenfalls zum Pflanzen möglich
  • Erdboden tiefgründig auflockern
  • Steine, Verdickungen und Unkraut komplett entfernen
  • Abstand von 40-50 cm einhalten
  • Pflanztiefe sollte 8-15 cm betragen
  • Bei extrem schweren Böden weniger tief einpflanzen
  • Keimung setzt schon bei Temperaturwerten ab 7° C ein
Tipp: Um einen schnellen Austrieb bei noch kühlen Temperaturwerten zu unterstützen, ist eine Abdeckung der Pflanzung sehr nützlich, zum Beispiel mit wärmendem Vlies.

Gießen & Düngen

Topinambur Topinambur hat einen hohen Wasserbedarf, speziell an heißen Sommertagen, wenn es lange nicht mehr geregnet hat. Für eine reiche Ernte müssen zusätzlich Düngemittel verabreicht werden, ansonsten bilden sich die Knollen nur kümmerlich aus. Wenn die Pflanze nur einen Zierwert haben soll, reichen auch geringe Düngergaben aus. Beim Anbau und der Pflege hat sich ein Vorgehen wie bei den Kartoffeln bewährt, wenn die Knollen genauso angehäufelt werden, führt dies zu einer leichtern Ernte, da diese dann höher im Erdboden liegen. Die folgenden Aspekte

sind beim Gießen und Düngen zu beachten:
  • Wurzelgemüse oft
    und ausgiebig wässern
  • Staunässe jedoch unbedingt vermeiden
  • Morgens oder abends gießen, nie während der Mittagshitze
  • Schlapp runter hängende Blätter deuten auf direkten Wasserbedarf hin
  • An heißen und regenarmen Sommertagen mehrmals gießen
  • Automatische Gießanlagen verringern die Arbeit und ermöglichen längeres Fernbleiben
  • Regelmäßig düngen, ideal sind Kompost und andere organische Düngemittel
  • Keine stickstoffhaltigen Düngemittel einsetzen, z.B. Hornspäne und Kaffeesatz
  • Zu viel Stickstoff im Boden ruft Fäulnis bei den Knollen hervor
Tipp: Das Wurzelgemüse reagiert sehr empfindlich auf langanhaltende Staunässe, deshalb ist es anzuraten, den Topinambur auf kleinen Hügeln anzupflanzen, da auf diese Weise ein schneller und unmittelbarer Wasserablauf garantiert wird.

Ernte

Im Hochsommer setzt das hauptsächliche Wachstum bei den Süßkartoffeln ein, welche bis zum Oktober erntereif sind. Das herzhafte Aroma der Knollen entwickelt sich erst zum Herbstbeginn und wird dann immer intensiver. Bei der Ernte müssen nicht alle Knollen zum gleichen Zeitpunkt aus dem Erdboden geholt werden, aufgrund der guten Frosthärte lassen sich diese die ganze Wintersaison über ernten. Das Wurzelgemüse lässt sich nur eine kurze Zeit über im Kühlschrank lagern, deshalb ist es stets ratsam, nach und nach zu ernten:
  • Topinambur Vor der Erntezeit im Oktober die Triebe kürzen, erleichtert den späteren Arbeitsvorgang
  • Pflanzentrieb mit der ganzen Hand umfassen und inklusive der Knolle komplett herausziehen
  • Zu feste Erdböden im Vorfeld vorsichtig auflockern
  • Mindestens eine Knolle in der Erde für die nächste Erntesaison zurück lassen
  • Ausreichende Wassergaben im Sommer verhindern das schrumpelige Wachstum der Knollen
  • Regelmäßiges Ernten der Knollen unterbindet ein ungezügeltes Ausbreiten
  • Lässt sich roh oder gekocht verspeisen, ungeschält und geschält
  • Herzhafte Beilage zu Fisch und Fleisch
  • Gut mit anderem Gemüse zu mischen
  • Lässt sich genauso wie Kartoffeln zubereiten, pürieren und frittieren
  • Kann zu einem Saft oder Sirup gepresst werden
Tipp: Um die Ernte im Winter auch bei frostigen Temperaturwerten zu ermöglichen, muss das Beet und der Erdboden mit einer dicken und schützenden Auflage aus Laub, Stroh oder Vlies abgedeckt werden

Schneiden

Nach den ersten frostigen Nächten im Herbst sterben die überirdisch wachsenden Pflanzenteile komplett ab und sollten abgeschnitten werden. Ansonsten kann es bei einem Temperaturwechsel schnell zu Fäulniserscheinungen kommen, die den unterliegenden Knollen schaden können. Außerdem ist in kleinen Gartenbereichen ein regelmäßiger Rückschnitt notwendig, da sich der Topinambur stark ausbreitet. Die folgenden Kriterien sind beim Beschneiden zu beachten:
  • Überirdische Pflanzenteile zeitnah nach dem Absterben abschneiden
  • Rückschnitt nochmals vor dem Wiederaustrieb im Mai durchführen, ca. 5-10 cm über dem Boden
  • Im Frühling die Pflanzung von störendem Unkraut befreien
  • Grösser wachsende Pflanzen verdrängen Unkraut von alleine, brauchen weniger Pflege
Vermehren

Die Vermehrung von Helianthus tuberosus ist sowohl über Samen als auch über die Wurzelknollen möglich, wobei die letztere Methode definitiv die einfachere ist:
  • Samen ab März im Aussaat-Beet oder Töpfen vorziehen
  • Ab einer Wuchshöhe von 10 cm die jungen Pflanzen ins Freiland setzen
  • Für eine weitere Vermehrung einen geringen Restbestand an Knollen im Boden lassen
  • Pflanze lässt sich gut teilen und an diverse Standorte versetzen
Krankheiten & Schädlinge

Topinambur ist relativ robust und überwiegend resistent gegen viele Arten von Schädlingen, jedoch können sich bei Pflegefehlern diverse Krankheiten einschleichen. Darüber hinaus sind die schmackhaften Knollen bei einigen unterirdisch lebenden Tieren sehr beliebt. Die folgenden Aspekte sind bei den Krankheiten und Schädlingen zu berücksichtigen:
    Topinambur Pflanze
  • Obere Pflanzenteile sind anfällig für Mehltau, dieser schädigt die Knollen nur unmerklich
  • Betroffene Pflanzenteile abschneiden und im Hausmüll entsorgen
  • Maulwürfe und Wühlmäuse knabbern gerne an den Knollen
  • Fallen aufstellen, allerdings stehen Maulwürfe unter Naturschutz
  • Schnecken lieben das Blattwerk, schaden den Knollen aber nicht
  • Regelmäßiges Absammeln hilft gegen Schneckenplagen
Fazit

Topinambur ist ein delikates Wurzelgemüse, welches sich optimal in den hiesigen Gärten anpflanzen lässt. Die Pflanze ergänzt nicht nur den Speiseplan, sondern verfügt auch über einen dekorativen Aspekt, da diese strahlend gelbe und attraktive Blüten ausbildet. Aufgrund der guten Frosthärte übersteht die Süßkartoffel auch strenge Winter ohne Probleme und lässt sich sogar während der Wintersaison abernten. Die Pflanze ist relativ genügsam, jedoch sollte bei dem Standort auf eine langanhaltende Sonnenbestrahlung und einen guten Windschutz geachtet werden. Der Wasserbedarf ist allerdings während heißer und trockener Wetterlagen sehr hoch, sodass im Hochsommer mit einem erhöhten Arbeitsaufwand zu rechnen ist. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden, da diese zu Fäulniserscheinungen bei der Pflanze führt. Bei guter Pflege und ideal passenden Standortbedingungen breitet sich Topinambur schnell großflächig aus, sowohl unter- als auch oberirdisch. Deshalb sind der Einbau einer Wurzelsperre, regelmäßige Erntevorgänge und periodisches Beschneiden dringend zu empfehlen, um Ärger mit den Nachbarn zu umgehen.