Kürbissamen aussäen - Kürbispflanzen selber ziehen

KürbisAus dem gut sortieren Nutzgarten ist imposanter Kürbis nicht wegzudenken. Mindestens ein Prachtexemplar sollte hier gedeihen, um neidische Blicke über den Gartenzaun einzuheimsen. Zudem bereichert Kürbis die heimische Speisekarte oder setzt dekorative Akzente. Versierte Hobbygärtner lassen es sich daher nicht nehmen, Kürbispflanzen selber zu ziehen. Das gelingt ganz einfach mittels Aussaat auf der Fensterbank oder direkt im Beet. Die folgende Anleitung erläutert Schritt für Schritt, wie Sie Kürbissamen fachgerecht aussäen und somit eine ausgezeichnet Basis schaffen für eine reiche Ernte.

Vorbereitung

der Kürbissamen

Gedeihen Samen im Fruchtfleisch, sind sie in diesem dauerfeuchten Milieu mit einer natürlichen Keimhemmung versehen. Damit die robusten Kürbiskerne in beste Keimlaune versetzt werden, ist daher eine adäquate Vorbehandlung erforderlich. So gehen Sie dabei vor:
  • Die harte Schale der Samen mit Schmirgelpapier oder einer Feile aufrauen
  • Eine Thermoskanne mit lauwarmem Wasser füllen, um die Kürbissamen darin für 24 Stunden einzuweichen
Kürbiskerne setzen noch zügiger zur Keimung an, wenn sie zuvor in 0,2-prozentigem Kaliumnitrat für 12-24 Stunden quellen konnten. Ein vorheriges Schmirgeln der Samenschale ist bei dieser Vorgehensweise überflüssig. Kaliumnitrat ist in jeder gut sortierten Apotheke für wenig Geld zu erwerben.

Aussaat hinter Glas

Im Hinblick auf eine Kulturperiode von durchschnittlich 100 Tagen, ist im mitteleuropäischen Klima der Zeitrahmen für den Anbau von Kürbis eng gesteckt. Versierte Hobbygärtner entscheiden sich daher für eine Anzucht durch Aussaat auf der Fensterbank oder im Treibhaus. In erster Linie profitieren Sie dabei von einer um satte 3 Wochen verkürzten Reifezeit, sodass Ihnen selbst nach einem kühlen Sommer das Zeitfenster für die herbstliche Ernte nicht vor der Nase zuschlägt. So säen Sie Kürbissamen richtig aus:
  • Kleine Anzuchttöpfe oder eine Saatschale füllen mit Saaterde, Torf-Sand, Kokoshum oder Perlite
  • Die vorbehandelten, noch feuchten Samen einzeln 1-2 Zentimeter tief ins Substrat setzen
  • Die Aussaat mit Wasser aus der Sprühflasche mäßig anfeuchten
  • Jeden Topf mit Klarsichtfolie überziehen und am halbschattigen, warmen Fensterplatz aufstellen
  • Idealerweise in ein beheizbares Zimmergewächshaus verbringen
Bei konstanten 25 Grad Celsius dürfen Sie sich bereits nach 1 Woche über die ersten Keimblättchen freuen. Eine eventuelle Abdeckung hat ihre Aufgabe erfüllt und kann weichen. In Anbetracht dieser kurzen Keimzeit, empfiehlt sich für den zeitlichen Ablauf ein Beginn der Aussaat Mitte April. Bei planmäßigem Verlauf sind die Keimling bis Mitte Mai ausgereift, um punktgenau und mit einem vitalen Wachstumsvorsprung ins Freiland umzusiedeln.

Keimlinge pikieren und abhärten

KürbisUnter normalen Rahmenbedingungen haben Kürbiskeimlinge 3 bis 4 Wochen nach der Aussaat nicht nur ihre Keimblätter entwickelt, sondern gedeihen bereits 10-20 Zentimeter hoch mit mehreren echten Blattpaaren. Verläuft diese Wachstumsphase zügiger als erwartet, sind die Eisheiligen noch nicht vorübergezogen. In diesem Fall könnten verspätete Bodenfröste den jungen Kürbispflanzen erheblichen Schaden zufügen. Da Anzuchttopf bzw. Saatschale für die Jünglinge jetzt zu eng sind, werden die kräftigsten Exemplare pikiert. So funktioniert es:
  • 9- oder 12-cm-Töpfe zur Hälfte füllen mit Pikier- oder Kräutererde
  • Mit dem Pikierstab in das Substrat eine Mulde drücken
  • Jede einzelne Kürbispflanze mit einem Löffel oder dem Pikierstab aus der Saaterde herausheben
  • Mittig einsetzen in das minimal vorgedüngte Substrat, sodass die Erde bis an die Keimblätter heranreicht
Drücken Sie mit dem Pikierstab die Erde rundherum an und gießen ein wenig. Temperaturen von 25 Grad Celsius sind nun für das weitere Wachstum nicht erforderlich, sodass

ein heller Platz auf der Fensterbank als geeigneter
Standort infrage kommt bei 18 bis 20 Grad. Eine Woche vor der Auspflanzung ins Freiland, verbringen vorgezogene Kürbispflanzen zur Abhärtung die Tage am halbschattigen, windgeschützten Gartenplatz. Des Nachts siedeln Ihre Zöglinge um ins geschützte Ambiente des Hauses. Ab Mitte Mai sind die eigenhändig gezogenen Jungpflanzen gerüstet für den endgültigen Umzug ins Beet.

Direktaussaat

In Regionen mit einem milden Klima können Sie Kürbissamen unmittelbar ins Beet säen. Keimlinge, die aus einer Direktaussaat hervorgehen, verfügen in der Regel über eine robustere Konstitution. Darüber hinaus umgehen Sie den Arbeitsaufwand einer Aussaat hinter Glas. Von entscheidender Bedeutung für den erfolgreichen Verlauf sind die Wahl des Standortes, die Vorbereitung des Bodens und die Aussaat selbst.

Standort

Der 15. Mai markiert mit der 'Kalten Sophie' traditionell den Beginn der Pflanzsaison. Das gilt ebenso für die Direktaussaat von Kürbissamen. Halten Sie zu diesem Termin Ausschau nach einem Standort mit diesen Voraussetzungen:
  • Vollsonnige, warme, windgeschützte Lage
  • Nährstoffreicher Boden, reich an Humus
  • Frisch und gut durchlässig, ohne die Gefahr von Staunässe
Keinesfalls sollten sich in den vorhergehenden beiden Jahren an dieser Stelle Kürbisgewächse oder Starkzehrer in Kultur befunden haben.

Bodenbearbeitung und Aussaat

KürbisAm gewählten Standort wird das Erdreich tiefgründig aufgelockert und gründlich vom Unkraut befreit. Sandiger Boden erhält eine großzügig gemessene Portion Kompost, während zu lehmhaltige Erde mit einer Schaufel Sand aufgelockert wird. Die vorbehandelten Kürbiskerne stecken Sie im Abstand von 100 Zentimetern etwa 2 Zentimeter tief in die Erde. Sofern Sie eine rankende Sorte heranziehen, sollte die Entfernung 200 Zentimeter betragen. Gießen Sie anschließend die Saat mit feiner Brause an. Idealerweise schützen Sie das Saatgut mit einer Mulchfolie oder Gartenvlies vor Kälte und Nässe. Damit die keimenden Kerne nicht gleich von Unkraut überwuchert werden, ist tägliches Jäten oberste Pflicht. Darüber hinaus darf das Saatbeet zu keiner Zeit austrocknen.

Tipp: Sobald Kürbispflanzen zur Blüte ansetzen, ist eine schützende Abdeckung zu entfernen. Andernfalls gelangen bestäubende Insekten nicht an die weiblichen Blüten und die erwünschte Befruchtung findet nicht statt.

Vorgezogenen Kürbis pflanzen

Der Auszug der Eisheiligen signalisiert den Beginn der Pflanzzeit von vorgezogenen Kürbispflanzen. Am sonnendurchfluteten, nährstoffreichen Standort setzen Sie die abgehärteten Jungpflanzen in dieser Abfolge ein:
  • Die aufgelockerte, unkrautfreie Erde anreichern mit Kompost und Hornspänen
  • Im Abstand von 100 bis 200 Zentimetern Löcher graben mit dem doppelten Volumen des Wurzelballens
  • Kürbis austopfen und mitsamt der Erde in die Pflanzgrube setzen
  • Das Erdreich gut andrücken und großzügig bemessen gießen
Rankende Kürbissorten versehen Sie im gleichen Zug mit einer Kletterhilfe. Am windigen Standort werden alle Kürbispflanzen mit einem Stützpfahl versehen, damit die empfindlichen Gewächse nicht gleich wieder umgeworfen werden.

Tipps für die Pflege

Die Liste der Pflegearbeiten für Kürbis ist nicht sonderlich lang. Freilich ist jeder einzelne Aspekt von Relevanz, damit sich aus dem kleinen Samen ein majestätischer Kürbis entwickelt. Im Anschluss an die Aussaat und die Pflanzung kommt es auf diese Pflege an:
    Kürbis
  • Kürbispflanzen regelmäßig gießen, denn bei Trockenheit stoppt das Wachstum
  • Das Gießwasser grundsätzlich an die Wurzeln geben und nicht über Blätter und Blüten
  • Die Starkzehrer alle 14 Tage organisch düngen mit Kompost, Pferdedung, Guano oder Pflanzenjauchen
  • Eine Mulchschicht aus Stroh hält die Früchte länger sauber
  • Erreicht ein Kürbis die Größe eines Fußballs, schützt eine Unterlage aus Holz oder Styropor vor Fäulnis
Wird die erste Blüte ausgegeizt, fördert diese Maßnahme das weitere Wachstum. Sie werden mit einem besonders großen Kürbis belohnt, wenn Sie im Juni alle überzähligen Blätter bis auf 2 oder 3 Exemplare abschneiden. Sofern Sie zahlreiche kleine Kürbisse ziehen möchten, wird die Pflanze nicht zurückgeschnitten. Einzige Ausnahme stellt ein Befall mit Mehltau dar. Überzieht ein mehlig-weißer Belag das Laub, schneiden Sie alle befallenen Pflanzenteile ab. Anschließend sprühen Sie die Kürbispflanze ein mit einem Mix aus 1 Liter Wasser, einem Esslöffel flüssiger Seife und einem Spritzer Spiritus.

Fazit

Damit wärmeliebende Kürbispflanzen innerhalb des kurzen mitteleuropäischen Sommers reifen können, favorisieren die meisten Hobbygärtner eine Anzucht mittels Aussaat hinter Glas. Auf diese Weise wird die Kulturperiode um bis zu 21 Tage verkürzt, denn die Jungpflanzen starten mit einem vitalen Wachstumsvorsprung in die Freiland-Saison. Befindet sich der Garten in einer milden Weinbau-Region, kann die Direktaussaat ab Mitte Mai gelingen. An einem sonnigen, warmen und nährstoffreichen Standort finden Kürbispflanzen ideale Bedingungen vor, um rechtzeitig vor dem ersten Frost auszureifen. In der Pflege dreht sich alles um einen ausgewogenen Wasser- und Nährstoffhaushalt, denn eine Kürbispflanze bringt die mächtige Beere nur hervor, wenn sie nicht dürsten oder hungern muss.