Schwachzehrer - Liste - Pflanzen und Gemüse im Gemüsegarten

KräuterDas Wissen um die Ansprüche und den Nutzen von Schwachzehrern kann im Garten zu höheren Erträgen, gesünderen Pflanzen und einer effizienterer Nutzung der vorhandenen Anbauflächen verhelfen. Gerade auf kleinen Grünflächen ist es also entscheidend, sie bei der Fruchtfolge richtig einzuordnen, um alle Vorzüge ausschöpfen zu können. Welche Pflanzen und Gemüsesorten zu den Schwachzehrern gehören, wie diese zu pflege und zu verwenden sind, erfahren interessierte Hobbygärtner in den folgenden Listen und Tipps.
           
Die Bedeutung und Verwendung

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Pflanzen werden grundlegend in Schwach-, Mittel- und Starkzehrer eingeteilt. Gelegentlich werden auch lediglich Schwach- und Starkzehrer unterschieden, weshalb eine Einteilung zwischen Pflanzen mit mittlerem und schwachem Nährstoffbedarf nicht immer eindeutig ist. Dabei wird hauptsächlich der Stickstoffbedarf des jeweiligen Gewächses betrachtet. Von diesem hängt in erster Linie ab, wie sehr sie den Boden auslaugen. Nach dem Anbau von Starkzehrern, wie beispielsweise Rosenkohl oder Kartoffeln, sind große Mengen der im Boden vorhandenen Nährstoffe verbraucht. Der Boden ist ohne eine Anreicherung dann ungeeignet, um im Folgejahr direkt noch einmal Starkzehrer anzubauen.  Besser als eine ständige Düngung mit großen Mengen Kompost und Stallmist oder künstlichen Produkten durchzuführen, ist eine abgestimmte Fruchtfolge. Folgen auf die Pflanzen mit hohem Nährstoffbedarf Mittel- und dann Schwachzehrer, wird das Substrat auf ganz natürliche Weise erholt und verbessert. Während dieser Zeit können zudem erneute Ernten eingefahren werden.
 
Tipp: Dieses bewährte Vorgehen ist ebenso wie die Mischkultur nicht nur mit einem geringerem Arbeitsaufwand verbunden, sondern schont auch den Geldbeutel und die Umwelt.
 
Ansprüche und Nutzen
 
Schwachzehrer gedeihen auf mageren Böden besonders gut, zu viele Nährstoffe schaden ihnen hingegen. Dementsprechend ungünstig ist es, sie auf ein frisch gedüngtes Beet zu pflanzen. Erfolgt der Anbau hier dennoch, fällt das Wachstum in der Regel sehr schwach aus. Zudem sind die Gewächse dann sehr anfällig für einen Befall durch Schädlinge und Krankheiten.  Optimal ist es also zunächst zu düngen und dann Starkzehrer anzubauen. Im Folgejahr kommen Mittelzehrer auf das Beet und die Schwachzehrer bilden das Schlusslicht. Der Boden ist dann zwar bereits wieder mit Stickstoff und anderen wichtigen Substanzen angereichert, für Starkzehrer aber noch nicht wieder vollkommen geeignet. Eine erneute Düngung ist also etwa nach drei Jahren dennoch wieder von Nöten.
 
Kräuter
 
Kräuter gehören fast ausschließlich zu den Schwachzehrern und sind daher für Mischkulturen und als Fruchtfolge nach Starkzehrern gut geeignet. Nahezu alle Sorten, die jährlich neu ausgesät werden müssen, haben einen geringen Nährstoffbedarf. Dazu gehören:
  • Kresse
  • Petersilie
  • Dill
  • Basilikum
  • Borretsch
  • Bohnenkraut
  • Liebstöckl
  • Thymian
  • Rosmarin  
Schnittlauch ist hingegen ebenso wie Knoblauch, Lauch und Zwiebeln eher den Mittelzehrern zuzurechnen.

Gemüse und Salat

 
RadieschenZu den Schwachzehrern bei Gemüse und Salat gehören:  
  • Radieschen
  • Rüben
  • Feldsalat und Rucola
  • Erbsen
  • Buschbohnen, Dicke und Stangenbohnen
  • Portulak
Wer Kaninchen und Co. eine Freude bereiten möchte, kann zudem Rotklee, Lupine und Luzerne anbauen. Diese gehören ebenso wie die Bohnen und Erbsen zu den sogenannten Leguminosen und sind ausgesprochene Bodenverbesserer. Ebenfalls recht anspruchslos sind Mittelzehrer, wie beispielsweise: 
  • Pastinaken und Karotten
  • Schwarzwurzeln
  • Spinat
  • Mangold
  • Radicchio
  • Fenchel
  • Kohlrabi, Chicorée und Chinakohl
  • Rettiche
  • Auberginen
  • Endivien
  • Rote Beete
 Obst
 
Da Obstbäume und Sträucher - mit Ausnahme der Erdbeeren - am gleichen Anbauplatz verbleiben, spielen sie als Schwachzehrer keine Rolle im Beet. Jedoch gehören Erdbeeren zu den Schwachzehrern und können durchaus

nach
Pflanzen mit hohem Nährstoffbedarf angebaut werden.
 
 Schwachzehrende Pflanzen
 
Einige schwachzehrende Pflanzen eignen sich zwar nicht zum Verzehr, können aber ebenso wie die Leguminosen den Boden verbessern oder haben günstige Auswirkungen auf eine Mischkultur. So können sie Schädlinge fernhalten oder nützliche Insekten anlocken und sogar das Risiko von Erkrankungen reduzieren. Zu diesen gehören: 
  • TagetesTagetes beziehungsweise Studentenblumen
  • Brennnesseln
  • Lavendel
  • Ringelblume
  • Eberraute
  • Tulpen
  • Lilien
Hinzu kommen einige Kräuter und genießbare Pflanzen, die ebenfalls positive Auswirkungen auf die nächsten Nachbarn im Anbau haben. Zu diesen zählen: 
  • Salbei
  • Rosmarin
  • Pfefferminz
  • Wermut
  • Kerbel
  • Hafer
  • Dill
  • Basilikum
  • Knoblauch
  • Kapuzinerkresse
  • Buchweizen
  • Borretsch
  • Bohnenkraut
  • Meerrettich
  • Zwiebeln
Günstige Pflanznachbarn und Kombinationen
 
Bei Mischkulturen und der bereits beschriebenen dreijährigen Fruchtfolge ist nicht nur die Höhe des Nährstoffbedarfs entscheidend. Für gesunde Pflanzen und reiche Erträge sind auch die Nachbarschaft der Gewächse und deren Verträglichkeit untereinander wichtige Faktoren. Als Faustregel gilt: Gewächse einer Familie sollten nicht in direkter Nachbarschaft zueinander im Beet stehen und auch nicht im Folgejahr am gleichen Standort angebaut werden. Zum einen könnten die Pflanzen zur gegenseitigen Konkurrenz füreinander werden. Zudem anderen erhöht sich ansonsten das Risiko für den Ausbruch von Krankheiten und den Befall mit Schädlingen.   
 
Gute Nachbarn für die Mischkultur sind:
    Fenchel
  • Aubergine: Bohne, Salat und Radieschen sowie Rettich
  • Bohnen: Aubergine, Kohl und Salat, Tomaten, Erdbeeren, Gurken, Sellerie Bohnenkraut und Rote Beete
  • Endivien: Bohnen, Lauch und Zwiebeln, Kohl, Fenchel
  • Erbsen: Kräuter, Karotten, Kohl und Kohlrabi, Radieschen und Rettich sowie Zucchini
  • Fenchel: Salat, Gurken, Erbsen, Endivien, Kräuter
  • Grüne Gurken: Bohnen und Erbsen, Dill, Fenchel, Kohl und Kohlrabi, Zwiebeln und Lauch, Salat, Rote Bete und Sellerie
  • Karotten: Zwiebeln und Lauch, Erbsen und Bohnen, Radieschen und Rettich, Tomaten
  • Kartoffeln: Bohnen, Spinat, Kohl und Kohlrabi
  • Knoblauch, Lauch und Zwiebeln: Karotten, Pastinaken, Erdbeeren, Gurken, Rote Bete
  • Kohl und Kohlrabi: Erbsen und Bohnen, Tomaten, Radieschen und Rettich, Zwiebeln und Lauch, Spinat, Salat, Sellerie
  • Radieschen und Rettich: Erbsen und Bohnen, Karotten und Pastinaken, Salat, Kohl und Kohlrabi
  • Salat: Erbsen und Bohnen, Zwiebeln und Lauch, Karotten, Pastinaken, Tomaten, Kohl und Kohlrabi
  • Sellerie: Bohnen und Erbsen, Spinat, Tomaten, Kohl und Kohlrabi
  • Tomaten: Erbsen und Bohnen, Zwiebeln und Lauch, Sellerie, Salat
  • Zucchini: Bohnenkraut, Petersilie und andere Kräuter, Salat, Zwiebeln und Lauch, Karotten, Radieschen und Rettich, Rote Bete, Erbsen und Bohnen, Sellerie
Optimale Fruchtfolgen
 
Bei einer klassischen drei- oder vierjährigen Fruchtfolge werden auf dem eigens gedüngten oder mit Gründünger versehenem Beet zunächst Starkzehrer angebaut. In den Folgejahren dann Mittel- und schließlich Schwachzehrer, bis das Beet erneut gedüngt werden muss. Auch hierbei muss aber neben den Ansprüchen an den Nährstoffgehalt des Substrats die Verträglichkeit der Pflanzen beachtet werden.  
 
Günstiger Abfolgen sind beispielsweise:
  • Kohl und Tomaten - Gurken, Sellerie, Zwiebeln und Lauch - Bohnenkraut, Erbsen, Bohnen und Erdbeeren
  • Kartoffeln - Salat, Rettich, Spinat - Erbsen und Bohnen
  • Zucchini und Sellerie oder Kohl - : Karotten, Zwiebeln und Lauch, Rote Bete - Bohnenkraut, Petersilie und andere Kräuter, Erbsen und Bohnen
Ungünstig ist es hingegen, Gewächse der gleichen Familie aufeinander folgen zu lassen. Beispielsweise Artischocken, Radicchio und Schwarzwurzeln. Aber auch Kohl, Kohlrabi, Radieschen und Rettich sowie Kresse sollten nicht direkt aufeinander folgen. Es lohnt sich hierzu, einen Gartenkalender mit Übersicht anzulegen. Was, wann an welcher Stelle angepflanzt wird, lässt sich so zum einen besser planen, zum anderen können ungünstige Fruchtfolgen einfacher vermieden werden. 
 
Tipps für kleine Gärten  
 
Die Kenntnis um Schwachzehrer und die richtige Fruchtfolgen bringt zwar hohe Erträge und reduziert den Pflegeaufwand erheblich. Zudem wird Geld gespart und die Umwelt geschont, da weder häufig gedüngt noch Krankheiten und Schädlinge bekämpft werden müssen - oder dies zumindest in einem möglichst geringem Rahmen gehalten wird. Allerdings kann diese Form des Anbaus in Gärten mit kleiner Anbaufläche auch recht schnell langweilig werden. Die folgenden Tipps sorgen hier für Abhilfe: 
  • Die Anbaufläche in drei bis vier Abschnitte aufteilen und diese für Gründüngung beziehungsweise Brachfläche, Starkzehrer, Mittelzehrer und Schwachzehrer nutzen. Eine jährliche Rotation sorgt für maximale Nutzung des Bodens, überfordert diesen aber nicht.
  • Mischkulturen anlegen und dabei Pflanzen mit langen und flachen Wurzeln, sowie hohe und niedrig Gewächse kombinieren.
  • Hochbeete und Pflanzsäcke für Gewächse nutzen, die gegenüber vielen anderen oder sich selbst unverträglich sind. Diese Variante ist auch günstig, wenn auf einige Pflanzen einfach nicht verzichtet werden soll, diese aber nicht in die aktuelle Fruchtfolge oder Mischkultur passen.
  • Anbauflächen durch Beerensträucher, Kräuterabschnitte und Rasenkanten unterbrechen. Dies sorgt für klare Grenzen und gesunde Mischungen - schützt die Wurzeln jedoch vor der Konkurrenz untereinander.
Fazit
 
Wer sich etwas mit Schwachzehrern und den passenden Pflanznachbarn beschäftigt, kann mit wenig Aufwand zu deutlich höheren Erträgen kommen - selbst auf kleinen Anbauflächen. Zudem verringert sich der praktische Aufwand deutlich, wenn das richtige Wissen mitgebracht wird.