Blaue Kartoffeln - Anbauen, Ernte und Verwendung

kartoffel-ernte_flÄußerst selten ist die blaue Kartoffel in heimischen Gärten geworden. Sie unterscheidet sich in erster Linie von helleren Sorten durch ihr Erscheinungsbild, das für Menschen, die mit dem Auge essen, eine wahre Freude ist. Aber auch geschmacklich bietet die blaue Kartoffel eine besondere Abwechslung in der Küche, denn sie schmeckt leicht nussig, vergleichbar mit einer Edelkastanie. Die festkochende Kartoffelsorte kann zu vielen beliebten Gerichten weiter verarbeitet werden.

Grundsätzliches zum Anbau blauen Kartoffel: Aussaat und Standortbedingungen

Haubenköche verwenden die blaue Kartoffel sehr

gerne als Delikatesse. Kauft man sie am Markt, ist sie recht teuer, da sie per Hand geerntet werden. Dabei ist der Eigenanbau sehr einfach und unterscheidet sich nur wenig von anderen Kartoffelsorten. Zu den blauen Kartoffeln gehören etwa hundert verschiedene Sorten, wie beispielsweise der "Blaue Schwede", die "Vitelotte, die "Linzer Blaue" oder die "Trüffelkartoffel". Um die blaue Kartoffel im eigenen Garten selbst anzubauen, sollte das Ackerland bereits im Herbst vorbereitet werden. Es darf kein schattiger Platz im Garten gewählt werden, da die Pflanze viel Licht benötigt. Als Vorbereitung wird das Beet tief umgegraben. Das sollte allerdings nur bei frostfreier Witterung passieren, eine Mindesttemperatur der Erde von etwa acht Grad Celsius ist die ideale Bedingung dafür, was meist Mittel April der Fall ist. Vor der Bepflanzung werden die Erdschollen mit einem Grubber zerkleinert, eine Bodenfräse erleichtert diese Arbeit. Das Ebnen der Erdoberfläche geht ideal mit einer Harke. Spannt man eine Schnur als Markierung für die Reihen, in denen die Kartoffeln gepflanzt werden sollen, gelingt ein gerades Beet um einiges leichter. Danach werden mit einem Spaten zirka 15 Zentimeter tiefe Löcher ausgehoben. Hier ist auf einen Pflanzenabstand von etwa 40 Zentimeter zu achten, damit die Kartoffeln ausreichend Platz haben, zwischen den einzelnen Reihen muss ein Abstand von 60 Zentimeter eingehalten werden. Nun beginnt das eigentliche Setzen der blauen Kartoffel. Diese werden einfach in das zuvor ausgehobene Loch in der Erde gesetzt und mit Erde bedeckt.

Pflegen, Düngen, Gießen und Ernten

kartoffeln4_flEs ist für die Entwicklung der Pflanze sehr wichtig, dass sie regelmäßig von Unkraut befreit wird. Ausreichend Licht an langen Tagen sorgt dafür, dass sich viel Grünkraut bildet. Kartoffelpflanzen erhalten ihre Nährstoffe über die Lichtgewinnung sowie durch die Photosynthese. Diese Nährstoffe werden dann an die Frucht, die in der Erde wächst abgegeben. Werden die ersten Triebe an der Erdoberfläche sichtbar, sollte regelmäßig die Erde aufgelockert und angehäuft werden. Dieses Anhäufen der Erde ist wichtig, damit die Knollen nicht ans Tageslicht kommen, da sie sich sonst grün färben und den Giftstoff Solanin entwickeln. Ist dies der Fall, kann die Kartoffel nicht mehr verspeist werden. An sehr trockenen Tagen muss die Pflanze gegossen werden, damit sich der Ertrag erhöhen kann. Kartoffeln haben einen sehr hohen Nährstoffbedarf. Auf Vorrat kann bereits im Herbst großzügig mit Kompost gedüngt werden. Auch Steinmehl mögen die blauen Kartoffeln besonders gerne. Geerntet wird je nach ausgewählter Sorte ab Hochsommer bis in den Herbst hinein. Ob die Früchte reif sind, erkennt man an dem braun werdenden Blättern oberhalb der Erde. Ernten der eigenen Kartoffeln ist eine richtige Schatzsuche, da man zuerst die Pflanze aus der Erde zieht. Viele Kartoffeln werden am Wurzelballen hängen und können von Hand geerntet

werden. Damit aber kein Ertrag verloren geht, lohnt es sich, den Erdbereich noch etwas umzugraben und die dort befindlichen Kartoffeln einzusammeln. Pro gesetzte Kartoffel erhält man bis zu 60 Knollen als Ernteertrag zurück. Die
blauen Kartoffeln haben eine violett-blaue bis schwarze Schale. Auch das Fruchtfleisch kann verschiedene Blautöne aufweisen.

Krankheiten und Schädlinge

Wie der Name schon sagt, mögen Kartoffelkäfer die Knolle besonders gerne. Wenn diese Käfer entdeckt werden, sollten sie abgesammelt werden. Das bestäuben der Pflanze mit Algenkalk hält die Tiere von der Pflanze fern. Auch Schnecken können zur Plage werden. Man kann hier mit biologischem Schneckengift arbeiten. Ganz ohne Gift geht es aber auch, indem man Stroh oder stachelige und trockene Brombeerzweige rund um die Pflanzen auslegt. Über das Geäst können die Schnecken nicht kriechen. Die Kraut- und Knollenfäule, auch als Kartoffelmehltau bekannt, ist die am häufigsten vorkommende Krankheit. Sie wird durch einen Pilz hervorgerufen und bewirkt eine Pflanzenfäulnis, was man an der Verfärbung der Blätter erkennen kann.

Vermehrung und Lagerung und Verwendung der blauen Kartoffel

Aus der Kartoffelernte hebt man am besten einige Saatkartoffel für das nächste Jahr auf. Diese sollten mehrere Augen aufweisen. Um sie optimal für die nächste Gartensaison zu lagern, legt man sie mit den Augen noch oben in eine flache Kiste. Werden sie bei etwa 15 Grad Celsius und hell gelagert, treiben sie meist sehr rasch aus, die dann in diesem Zustand wieder neu eingepflanzt werden können. Um die Ernte für den Winter einzulagern, sucht man am besten einen kühlen, dunklen Raum, wie einen Keller oder eine Garage. Die Lagerung kann locker angehäuft in Holzkisten passieren, wichtig ist allerdings, dass sie mit einem Zeitungspapier abgedeckt werden, damit sie sich nicht grün färben oder austreiben. Bei einer Lagertemperatur von etwa vier Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von zirka 55 Prozent fühlen sich die blauen Kartoffeln am wohlsten. Durch das Farbpigment Anthocyan, das bei den blauen Kartoffeln für die Farbe verantwortlich ist, ist diese Kartoffelart eine besonders beliebte Art, das Krebsrisiko zu minimieren. Auch einen positiven Einfluss auf die Sehkraft sowie auf das Körpergewebe wird dem Anthocyan nachgesagt. Allen voran ist die blaue Kartoffel eine schmackhafte Besonderheit unter den Kartoffeln und kann zu vielen beliebten Gerichten weiterverarbeitet werden.

Wissenswertes zur farblichen Kartoffel

Blaue Kartoffeln hatten bestimmt noch nicht viele Gärtner der heutigen Zeit in ihrem Garten beziehungsweise auf ihrem Tisch.

Das liegt aber einzig und allein daran, dass die Erdfrucht in der blauen Version mit den Jahren im 19. Jahrhundert aus der Mode kam, da andere, hellere und strapazierfähigere Sorten auf den Markt und in den Acker kamen. Im Anbau unterscheidet sich die blaue Kartoffel nicht von anderen Kartoffelsorten. Sie wird im Frühjahr, wie auch ihre andersfarbigen Kolleginnen, in den zu Furchen geformten Boden gesteckt. Zur Erntezeit können die Knollen dann geerntet werden, im Garten und auf dem Feld von Hand. Die Kartoffeln zeigen, wie der Name schon sagt, eine blaue, violette oder fast schwarz anmutende Schale und im rohen Zustand ein aus verschiedenen Blautönen oder violett marmoriertes Fruchtfleisch.

Herkunft und heutiger Status der blauen Kartoffel

Die Ähnlichkeit zu normalen, hellen Kartoffeln ist bei einer blauen Sorte sehr groß - eben bis auf die andere Färbung. Sie wurde in der Zeit nach 1500 aus dem mittleren und südlichen Amerika nach Europa gebracht und seither ist die Pflanze hier heimisch. Blaue Kartoffeln finden sich heute allerdings nur noch in wenigen Gärten, da ihr Bekanntheitsgrad deutlich sank.

In der Sterneküche bringen die Spitzenköche Farbe auf ihre Teller, aber ansonsten ist die blaue Kartoffel nur noch in sehr speziellen Delikatessengeschäften erhältlich - meist importiert aus Peru oder auch Bolivien. 

Die hellen Kartoffelsorten haben sich in der Küche, aber auch durch den problemloseren Anbau durchgesetzt und sind daher immer beliebter geworden. Die blaue Kartoffel verschwand aus den Speiseplänen. Dennoch gibt es immerhin etwa einhundert Sorten, unter anderem bekannt als Blauer Schwede, als Trüffelkartoffel, Vitelotte oder Linzer Blaue.

Verwendung der blauen Kartoffel

Nicht nur farblich, sondern auch im Geschmack bietet die blaue Kartoffel vor allem eines: Abwechslung in der Küche. Sie schmeckt erdig, leicht nussig und ähnelt geschmacklich der Esskastanie. 

Die festkochende Kartoffel kann zu jedem beliebigen Kartoffelgericht weiter verarbeitet werden, kostet aber wegen der Handernte einiges mehr, als normale, helle Erdäpfel. Man sagt der blauen Kartoffel nach, sie wirke durch ihren Inhaltsstoff Anthocyan dem Krebs beim Menschen entgegen.