Kartoffeldünger - Kartoffeln düngen

kartoffeln2 flDie eigenen Kartoffeln sind etwas ganz Besonderes: Echte Biokartoffeln, gezogen ohne den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, häufig werden fast vergessene, außergewöhnlich aromatische Sorten angebaut, die auch farblich den Teller bereichern.

Die Kartoffelernte ähnelt einer Schatzsuche, nicht nur die Kinder empfinden das so. Bis diese Schatzsuche beginnen kann, sollen die Kartoffeln natürlich gut gepflegt werden. Dazu gehört eine gute Ernährung der Kartoffeln, also der optimale Dünger. Wie werden Kartoffeln am besten gedüngt?

Gründüngung und Bodenvorbereitung - die elegantesten Kartoffeldünger

Kartoffeln bevorzugen

einen nährstoffreichen Boden, der am besten so vorbereitet werden sollte, dass er bereits bei der Pflanzung nährstoffreich ist. Das heißt zunächst, dass reifer Kompost oder Stallmist bereits im Vorjahr vor der Pflanzung der Kartoffeln auf den Boden aufgebracht werden sollte. Sie können den Gartenboden z. B. gut vorbereiten, indem Sie im Winter mit frischem Pferdemist mulchen. Auf diese Art wird der Boden über den Winter gut geschützt und kann im Frühjahr schnell in einen guten Zustand versetzt werden, indem die Mulche grob abgeharkt wird und die verbleibenden Reste untergefräst werden.

Ebenfalls empfehlenswert ist eine Gründüngung, die als Vorfrucht der Kartoffeln gesät wird. Dazu können Sie verschiedene Leguminosen (Stickstoffsammler) aussäen, also Klee oder Erbsen, Wicken, Bohnen oder Lupinen, am besten gemischt mit Ölrettich. Eine solche Vorfrucht reichert den Boden mit Stickstoff an, befördert Nährstoffe aus unteren Bodenschichten an die Oberfläche und sorgt auch noch für einen lockeren und doch vor Erosion geschützten Boden, indem er gut durchwurzelt wird. Diese Pflanzen werden im Winter erfrieren und können dann im Frühjahr mit in den Boden eingearbeitet werden.

Kartoffeln organisch düngen

Wenn die Kartoffeln dann gepflanzt sind, sollten Sie bei der weiteren Düngung darauf achten, dass die Kartoffeln zwar Nährstoffe im Boden brauchen, aber eine Überdüngung auch nicht mögen. Wenn der Boden wie oben beschrieben vorbereitet wurde, sollten Sie deshalb eher zurückhaltend und vor allem am besten vorwiegend organisch düngen. Das bedeutet, dass Sie nur Düngemittel mit natürlichen Bestandteilen verwenden, Mist oder Hornspäne sind z. B. organische
Dünger.

Bei organischer Düngung werden die Nährstoffe erst durch die Bodenmikroorganismen aufgeschlossen, sie werden also nach und nach den Pflanzen zur Verfügung gestellt. Dazu werden die Kartoffeln mehrmals ein wenig mit Erde angehäufelt, zunächst mit Erde aus dem vorbereiteten Boden, später mit Erde und Dünger.

Bei einer solchen durchgehend organischen Düngung werden die Erträge meist niedriger bleiben als bei synthetischer Düngung. Der Vorteil ist aber, dass die Kartoffeln ein stärkeres Eigenaroma entwickeln, was für den Hobbygärtner meist interessanter ist als eine gewaltige Erntemenge. Denn die so ernährten Kartoffeln müssen sich im Boden auf die Suche nach Nährstoffen machen, auf diese Weise übernehmen sie auch Aroma aus dem Boden.

duenger-blaukorn-maKartoffeln synthetisch düngen

Die optimale Nährstoffversorgung der Kartoffel braucht beim Einsatz von Kunstdünger ein sorgfältig abgestimmtes Zusammenspiel aller Nährstoffe. Denn wie bereits oben erwähnt, ist eine Überdüngung nicht vorteilhaft, die beim Einsatz von synthetischem Dünger jedoch viel schneller passieren kann als bei der organischen Düngung. Die Kartoffeln werden dann anfällig gegen Krankheiten und lassen sich

schlecht lagern, auch der Geschmack könnte nachteilig beeinflusst werden.

Der Dünger muss also so gemischt werden, dass Stickstoff, Kalium, Magnesium, Phosphat und Schwefel im richtigen Verhältnis vorliegen, eigentlich müsste also vor der Düngergabe eine Bodenanalyse durchgeführt werden. Nach dem Ergebnis dieser Analyse wird dann der Dünger aus oben genannten Komponenten und weiteren Mikronährstoffen gemischt, wie der Boden es erfordert.

Allgemein gilt für den Kartoffeldünger: Die Stickstoff-Ernährung auf Ammonium-Basis bringt hohe Erträge und gute Qualitäten. Meist fehlt es den Böden an ausreichend Kali, um den Bedarf der Kartoffeln zu erfüllen. Kartoffeln haben nur ein schwach ausgeprägtes Wurzelsystem. Sie bewurzeln den Boden also nicht vollständig. Deshalb muss bei der Ausbringung des Düngers darauf geachtet werden, dass er im durchwurzelten Bereich des Bodens platziert wird, sonst könnten die Nährstoffe nicht komplett aufgenommen werden.

Bei Kartoffeln sollte besonders auf die ausreichende Versorgung mit Kalium und Magnesium geachtet werden, wenn diese fehlen, reduziert dieser Mangel das Wurzelwachstum noch mehr, die Kartoffeln können sich dann nur schlecht mit Wasser und Nährstoffen versorgen. Wenn sich erst bei der Entwicklung der Kartoffeln Wachstumsstörungen zeigen, kann hier eventuell durch eine Blattspritzung mit Magnesium noch nachgeholfen werden.

Magnesium kann sich auch bei Stress durch lange Trockenheit als Wundermittel erweisen, entsprechende Spritzmittel gibt es im Fachhandel. Die für Kartoffeln vorgesehenen Böden sollten in der Regel nicht gekalkt werden, weil Kartoffeln eher einen leicht sauren Boden mögen als einen basischen.

Der Fruchtwechsel gehört mit zur Düngung

Der Standort für die Kartoffeln sollte mindestens jedes vierte Jahr gewechselt werden, bei Anbau am immer gleichen Standort wird der Boden ausgelaugt, auch die Anfälligkeit für Nematoden wächst. Empfehlenswert ist auch eine Gründüngung, z. B. mit Roggen, in der Zwischenzeit.