Kartoffeln richtig lagern - Tipps zum Einkellern/Einlagern

Ein Herz für KartoffelnErfolgreiche Hobbygärtner werden ebenso mit dem Problem konfrontiert, wie umsichtige Hausfrauen. Häuft sich ein umfangreicher Vorrat an Kartoffeln an, steht sogleich die Frage nach der optimalen Lagerung im Raum. Da der kühle, dunkle Keller eher Seltenheitswert hat, ist guter Rat teuer. Unsachgemäß bevorratet, geht nicht nur die Qualität verloren, vielmehr setzen die Knollen zur Keimung an oder faulen vor sich hin. Erfahren Sie hier, wie Sie Kartoffeln richtig lagern. Profitieren Sie von praktikablen Tipps zum Einkellern und Einlagern.


/>Warum sind Kartoffeln nur begrenzt haltbar?

Bei der Lagerung von Kartoffeln sind gleich mehrere Probleme von Relevanz. Die rasche Entstehung von Fäulnis aufgrund des hohen Wassergehaltes, die Bildung giftigen Solanins unter Lichteinfluss und das permanente Streben zur Keimung. Aufbewahrt am ungeeigneten Ort, ist der Gebrauchswert als Speise- oder Saatkartoffel innerhalb kurzer Zeit dahin. Der optimale Lagerplatz für Kartoffeln sollte die folgenden Bedingungen aufweisen:
  • Temperaturen zwischen 4 und 6 Grad Celsius
  • So dunkel wie möglich
  • Trocken und luftig
Übersteigt die Quecksilbersäule die 8-Grad-Marke, setzt an den Knollen die Keimung ein. Es entwickeln sich rasch lange Triebe, die Kartoffel schrumpelt und ist weder für den Verzehr noch für die Aussaat geeignet.

Kurzzeitig lagern im Kühlschrank

Frisch aus dem Beet oder dem Ladenregal, können Kartoffeln durchaus für einige Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden. Idealerweise in einem dunklen Behälter, damit das Licht, das sich beim Öffnen der Türe einschaltet, nicht die Solaninbildung anregt. Auf Dauer ist es hier indes zu kühl. Spätestens nach 4-5 Tagen wandelt sich die enthaltene Kartoffelstärke in Zucker um. Das Resultat ist ein unangenehm süßlicher, muffiger Geschmack.

Kartoffelsack - beste Alternative zum Kartoffelkeller

Kartoffeln im SackIn modernen Gebäuden ist er kaum zu finden und selbst auf Bauernhöfen macht er sich rar; die Rede ist vom klassischen Kartoffelkeller, der alle Voraussetzungen erfüllt für die perfekte Aufbewahrung der tollen Knolle. Als eine erstklassige Alternative für die Lagerung des privaten Vorrats hat sich der Kartoffelsack herausgestellt. Dabei handelt es sich um einen Beutel aus Jute oder Segeltuch mit diesen Attributen:
  • Atmungsaktiv für eine gute Belüftung
  • Ausgeschlagen mit lichtundurchlässigem Stoff
  • Von oben zu befüllen und von unten zu entnehmen
Aufgestellt im kühlen Vorratsraum, lagern Sie Kartoffeln für etliche Wochen, ohne sich mit grünen oder fauligen Stellen herumzuschlagen. Je näher die Umgebungstemperatur an das Optimum heranreicht, desto weniger Keime bilden sich - wenn überhaupt.

Tipp: Einen Kartoffelsack nicht auf den Boden stellen, sondern an einem sicheren Haken aufhängen. Auf diese Weise ist die Belüftung auch von unten her garantiert.

Tontopf - dekorativ und nützlich

Für die Lagerung haushaltsüblicher Mengen, macht der Tontopf von sich reden. Das dekorative Gefäß verfügt in Bodennähe über mehrere Öffnungen für die Belüftung. Zudem ist das Material selbst von Natur aus atmungsaktiv. Wählen Sie hingegen einen Topf mit Keramiküberzug, ist dieser Vorteil vertan. Da der Deckel nicht fest aufliegt, entsteht eine effektive Luftzirkulation, die sich auf die Haltbarkeit von Kartoffeln positiv auswirkt. Platzieren Sie den Kartoffel-Topf so kühl wie möglich, dürfen Sie sich über viele Wochen knackfrischer Erdäpfel freuen, ganz ohne grüne Stellen. In verschiedenen Feldversuchen entwickelten sich zwar im Laufe der Zeit einige vorwitzige Keimtriebe, die indes nicht so lang gerieten, dass sie die Qualität

spürbar beeinträchtigten. Bis zu einer Länge von 5 Zentimetern knipsen Sie die Triebe einfach ab oder schneiden sie mit dem Messer aus dem Fruchtfleisch heraus.

Tipp:
Der ideale Kartoffel-Topf verfügt zusätzlich im Boden über kleine Löcher und steht auf kleinen Füßen, damit auch die zuunterst liegenden Exemplare luftumspült gelagert werden.


Unübertroffener Klassiker - die Holzkiste

Gehören Sie zu den glücklichen Besitzern eines dunklen, kühlen Kellers? Dann steht Ihnen der ultimative Lagerraum für Kartoffeln zur Verfügung. Auf dem blanken Fußboden sollten die Erdäpfel freilich nicht eingekellert werden. Viel besser funktioniert eine Holzkiste als Warendepot. So einfach ist sie konstruiert:
  • Latten aus unbehandeltem, robustem Holz, wie Fichte oder Kiefer
  • Lattung in 5-10 Zentimetern Abstand für eine gute Lüftung
  • Idealerweise mit einer Lade im unteren Bereich für die einfache Entnahme
Für einen Platz im beleuchteten Vorratsraum oder gar in der Küche ist die Kiste ungeeignet. Innerhalb kurzer Zeit ruft der Lichteinfall auf den Kartoffeln grüne Stellen hervor, prall gefüllt mit giftigem Solanin.

Tipp: Damit sich keine Mäuse über die gelagerten Kartoffeln hermachen, legen Sie Minzeblätter, Farnkraut oder Gewürznelken im Keller aus. Der feine Geruchssinn der Nager reagiert äußerst empfindlich auf die intensiven Düfte, sodass die Schädlinge das Weite suchen.   

Einkellern im Korb

Kartoffeln lagernEin Korbgeflecht dient als praktische Alternative zur Holzkiste, denn das natürliche Material lässt ebenfalls genügend Luft hinein. Wer seine Kartoffeln lieber in einem optisch ansprechenderen Gefäß einlagern möchte, ist daher mit einem großen Korb gut beraten. Wiederum kommt einzig der dunkle, kühle Keller als Aufstellungsort in Betracht. An anderen Standplätzen ist es entweder zu hell oder zu warm, um Kartoffeln für längere Zeit ohne Beeinträchtigungen zu lagern. Aufgestellt auf kleinen Holzblöcken, schaffen Sie bei einem Kartoffelkorb die wichtige Luftzufuhr von unten. Achten Sie beim Erwerb des Vorratsbehälters darauf, dass eine Öffnung im Vorderbereich vorhanden ist für eine bequeme Entnahme.

Nähe zu Äpfeln und Bananen meiden

Wenn Sie Kartoffeln richtig lagern, dürfen sich in unmittelbarer Nähe keine reifen Früchte befinden, die das Gas Ethylen verströmen. Diese gasförmige, süßlich riechende chemische Verbindung bewirkt einen beschleunigten Reifungsprozess in Kartoffeln, selbst in einer kühlen, dunklen und luftigen Umgebung. Zu den bedenklichen Früchten zählen:
  • Äpfel
  • Bananen
  • Birnen
  • Pfirsiche
  • Pflaumen
Darüber hinaus sind Melonen, Tomaten, Papayas und Feigen als Nachbarn von Kartoffeln im Lagerraum ungeeignet. Meiden Sie daher eine gemeinsame Aufbewahrung von allen nachreifenden Obstsorten, wenn Sie lange Zeit Freude an den aromatischen Knollen haben möchten.

Tipp: Zubereitet in der Pfanne harmonieren Kartoffeln und Zwiebeln ausgezeichnet miteinander. Gelagert werden sollten sie freilich in einem ausreichenden Abstand zueinander. Zwiebeln entziehen Kartoffeln die Feuchtigkeit und entwickeln Schimmelsporen, die sich dann über den gesamten Vorrat ausbreiten.

Kartoffeln in einer Erdmiete lagern

Eine der ältesten Methoden der Kartoffellagerung gewinnt heute zunehmend an Popularität. Mangelt es an einem Vorratskeller, während ein eigener Garten bewirtschaftet wird, rückt die traditionelle Erdmiete in das Zentrum des Interesses. So legen Sie den natürlichen Lagerraum selbst an:
  • Kartoffeln in der ErdeAn einem Standort ohne Gefahr von Staunässe ein großes Loch ausheben
  • Den Boden mit Maschendraht auslegen zum Schutz vor Wühlmäusen
  • Darüber mit gewaschenem Sand eine 10 Zentimeter dicke Schicht anlegen
  • Diese Drainage abdecken mit einer Lage Stroh
Auf dem Stroh breiten Sie die Kartoffeln aus, ohne diese zu stapeln, um keine Druckstellen zu verursachen. Darüber kommt eine weitere Lage Stroh, die zum Schutz vor Witterungseinflüssen mit Erde bedeckt wird. Zu guter Letzt markieren Sie die Position der Erdmiete, um sie unter einer Schneedecke wiederzufinden. Für diese Form der Einlagerung sind insbesondere mittelspäte und späte Sorten prädestiniert, da diese über eine dickere Schale und einen höheren Gehalt an Stärke verfügen. Je länger die Knollen bis zur Ernte im Boden verweilen, desto besser verkorkt die Schale und hält den Anforderungen einer langen Lagerung stand.

Tipp: Für die Einlagerung von Kartoffeln sind ausschließlich unbeschädigte Knollen geeignet. Exemplare mit Dellen oder Rissen sollten sogleich verarbeitet werden.

Fazit

Sind die fundamentalen Voraussetzungen bekannt, lassen sich Kartoffeln über viele Wochen und Monate bestens einlagern. Solange die Umgebung kühl, dunkel und trocken ist, behalten die gehaltvollen Knollen Form, Farbe und Geschmack. Ist es zu warm bei Temperaturen über 8 Grad Celsius, setzen die Erdäpfel zur Keimung an und werden ungenießbar. Gelangt Licht an die Schale, bildet sich giftiges Solanin. Feuchtigkeit zieht stets Fäulnis nach sich. Steht ein Keller zur Verfügung, bietet sich die praktische Holzkiste oder der dekorative Korb für die Aufbewahrung an. Im Vorratsraum fungieren idealerweise der Kartoffelsack oder der Tontopf als Frischhalte-Depot. Nach traditioneller Manier legen Hobbygärtner im Garten eine Erdmiete an, um mittelspäte und späte Sorten den Winter hindurch frisch zu halten.