Kartoffeln ernten und richtig lagern - Ernte, Lagerung

Frühe Kartoffeln sind etwa 8 - 10 Wochen nach dem Legen erntereif. Zuvor überraschen sie mit hübschen weißen, rosa oder blauen Blüten, dann vergilben allmählich die Blätter.

Kartoffeln ernten

Graben Sie vorsichtig an einer Pflanze den Boden auf, um zu prüfen, ob die Knollen groß genug sind. Zum Ernten eignen sich Grabegabel, Kartoffelhacke oder ein Karst mit zwei kräftigen Zinken. Lassen Sie die Knollen nach der Ernte etwas abtrocknen, und lagern Sie sie an einem dunklen, kühlen

Platz.

Kartoffeln richtig lagern

Kühlhallen des Großhandels und beheizte Gewächshäuser, eingeflogene Erdbeeren oder Kiwis könnten uns heute vergessen machen, was früher lebensnotwendig war: die häusliche Vorratshaltung des Erntegutes aus eigenem Garten.

Wurzelgemüse lagert am besten im Kleinklima des Bodens: kellerkühl, dunkel und bei hoher Luftfeuchtigkeit. Kartoffeln können so monatelang ohne Bedeckung lagern. Bedeckt man sie mit kellerfeuchtem, also nicht völlig trockenem Sand, vermindert man den Flüssigkeitsverlust durch Verdunstung und erzielt längere Lagerzeiten.

Wer keinen geeigneten Keller hat, kann im Garten eine mit Stroh und Erde ummantelte Miete anlegen oder im Gartenhaus Kisten oder Fässer aufstellen, die mit Erntegut gefüllt und mit Sand abgedeckt werden. Die Miete im Freien braucht Regenschutz.

Das Winterlager sollten Sie regelmäßig kontrollieren und angefaulte Stücke herausnehmen. Die oft gelesene Regel, eingesandete Knollen sich nicht berühren, ist etwas übertrieben.

Wichtiger ist, dass das ungewaschene Erntegut trocken und unverletzt in den Sand oder ins Lager kommt und gegen Erwärmung gut geschützt wird. Für alles Erntegut gilt: Nie unmittelbar auf Betonboden lagern!

Die frühe Ernte ist nicht zum Einlagern geeignet. Genießen Sie sie am besten, solange sie frisch ist, im August ist die Saison schon wieder zu Ende. Alle
anderen Kartoffeln können gelagert werden.

Wichtig:

Kartoffeln mit Keimansätzen oder grünen Stellen sind nicht mehr genießbar, weil sie einen Giftstoff enthalten, der für Kinder gefährlich werden kann. Deshalb wegschneiden oder ganz wegwerfen.

Kartoffeln einkellern

Der Keller muss sauber, kühl und gut gelüftet sein. Die Temperatur soll 5 bis 10 °C betragen und darf nicht unter 4 °C absinken. Die gründlich gescheuerten und gut abgetrockneten Fallhorden oder Kisten auf Ziegelsteine oder Holzklötze stellen. Große Vorratsmengen auf Lattenroste schütten. Die Kartoffeln auslesen, regennasse breit legen und erst nach dem Trocknen aufeinander schütten. Keime vor dem Verbrauch der Kartoffeln entfernen. Eindringendes Sonnenlicht abblenden. Den Keller immer gut lüften, bei Frostgefahr Fenster schließen und die Kartoffeln zudecken. Eventuell nur geringe Kartoffelmengen einkellern und durch laufenden Kartoffelbezug ergänzen.

Wissenswertes & Tipps

Kartoffeln richtig lagern bedeutet, auf einige Besonderheiten zu achten. So sollte man beim Lagern von Kartoffeln wie bei der Lagerung aller anderen Obst- und Gemüsearten, darauf achten, dass keine fauligen oder anderweit beschädigten Kartoffeln mit unter die heilen gemischt werden.

Beschädigte Kartoffeln würden sonst die anderen infizieren, was schlussendlich zu einer Fäulnis führt. Daher gilt es grundsätzlich, derartig beschädigte Kartoffeln von vornherein auszusortieren.

Kartoffeln sollten am besten an einem Standort eingelagert werden, an dem Temperaturen um die fünf Grad Celsius herrschen.

Verletzte Kartoffeln kann man in einem Raum lagern, in dem es zwischen 14 und 18 Grad Celsius warm ist. Wichtig ist in beiden Fällen, dass es sich um einen dunklen Raum handelt.

Durch die höheren Temperaturen verkorken die Wunden der verletzten Kartoffeln und sie können dann ebenfalls bei kühleren Temperaturen eingelagert werden. Auch wenn die einst beschädigten Kartoffeln nun eingelagert werden können, sollte man diese Kartoffeln zuerst verbrauchen.

Eine Lagerung bei Temperaturen, die unter null Grad Celsius liegen, ist nicht zu empfehlen. Durch die frostigen Temperaturen versüßen Kartoffeln, was daran liegt, dass eine Umwandlung von Stärke in Zucker statt findet. Durch diese Reaktion will sich die Kartoffel vor dem Frost schützen.

Wie bereits erwähnt, sollte der Lagerraum absolut dunkel sein. Die Kartoffeln können unter dem Einfluss von Tageslicht vergrünen und bilden zudem das giftige Solanin. Dies gilt im Übrigen auch für gekaufte Kartoffeln, die ebenfalls an einem absolut dunklen und kühlen Ort gelagert werden sollten.

Wichtig ist dabei eine gute Durchlüftung. Daher sollte man auch niemals die Kartoffeln direkt auf dem Fußboden lagern. Empfehlenswert sind Obstkisten oder spezielle Kartoffel-Lager-Regale, die in so gut wie jedem Baumarkt gekauft werden können.

Ein Tipp: Mäuse und andere Nager lassen von gelagerten Kartoffeln ab, wenn man zwischen den Kartoffeln Farnkraut legt. Der Duft, der vom Farnkraut ausgeht, wirkt auf die Tiere sehr abstoßend.