Kartoffelschädlinge bekämpfen – Pflanzenschutz

Frasschädlinge der Kartoffel: die so genannten KartoffelkäferKartoffelschädlinge finden sich oft auf den Blättern der Kartoffeln, wo sie die Pflanzen durch Blattfraß schädigen. Einige dieser Tiere nagen aber auch direkt an den Knollen und können dadurch hohe Ernteausfälle verursachen.

Die größte Bedrohung beim Kartoffelanbau ist jedoch sicherlich die Kraut- und Knollenfäule, die in den vergangenen Jahrhunderten zu extremen Hungersnöten geführt hat. Diese Krankheit lässt sich zwar bekämpfen, noch besser ist es aber, sie durch die Auswahl der richtigen Sorte und einen guten Pflanzenschutz

von vornherein zu verhindern.

Kartoffelkäfer, Drahtwürmer und Erdraupen
  • Der Kartoffelkäfer ist an seinen gelb-schwarz gestreiften Flügeln zu erkennen. Er und seine Larven fressen die Blätter der Kartoffelpflanzen und können, wenn sie in Schwärmen auftreten, ganze Felder kahl fressen. Weil den Pflanzen dann das Blattwerk fehlt, bleiben die Knollen kleiner oder werden bei einem starken Befall gar nicht erst gebildet. Kartoffelkäfer können durch ein Spritzmittel aus dem Handel bekämpft werden, treten heutzutage aber nicht mehr so häufig und vor allem nicht in großen Scharen auf.
  • Von den Kartoffelknollen ernähren sich die Drahtwürmer. Sie legen in den Kartoffeln Gänge an und machen sie dadurch ungenießbar. Gegen diese Schädlinge gibt es leider kein Mittel.
  • Erdraupen nagen sowohl an den Blättern wie auch an
    den Knollen. Diese Kartoffelschädlinge treten vor allem in Zeiten mit warmem und trockenem Wetter auf, weil dann die Bedingungen für die Eiablage und die Entwicklung der Raupen optimal sind. Zur Bekämpfung der Erdraupen gibt es einige Hausmittel, die hilfreich sein könnten.
Die Kraut- und Knollenfäule

Die Kraut- und Knollenfäule betrifft sowohl Kartoffeln wie auch Tomaten und andere Nachtschattengewächse und überträgt sich von einer Pflanzenart auf die andere. Sie tritt häufig in Perioden mit feuchtem Wetter auf und wird durch einen Pilz ausgelöst, der sich besonders gut bei Feuchtigkeit entwickeln kann. Die Kraut- und Knollenfäule zeigt sich durch dunkle Flecken auf den Blättern, die immer größer werden, und einen weißen Belag auf den Blattunterseiten. Von den Blättern breitet sich der Pilz bis in die Knollen aus, die ebenfalls dunkle Flecken bekommen und nicht mehr essbar sind. Diese Krankheit lässt sich durch ein Fungizid aus dem Handel bekämpfen - vermeiden lässt sie sich durch den Anbau einer resistenten Sorte.

Vorgekeimte Kartoffeln sind besser gegen Schädlinge gewappnetPflanzenschutz beim Kartoffelanbau

Um Krankheiten der Kartoffeln von vornherein zu verhindern, sollten Kartoffeln in jedem Jahr auf einem anderen Beet angebaut werden. Erst nach etwa vier Jahren können sie wieder an die gleiche Stelle gepflanzt werden. Auf diese Weise lässt sich verhindern, dass Pilze, die im Boden überwintert haben, die Kartoffeln im folgenden Jahr wieder befallen. Weil sich in privaten Gärten hauptsächlich die Kartoffeln und die Tomaten gegenseitig mit der Kraut- und Knollenfäule anstecken, ist außerdem auf einen möglichst großen Abstand zwischen diesen beiden Gemüsesorten zu achten.

Der Erfolg beim Anbau von Kartoffeln ist aber auch von der Qualität der Saatkartoffeln abhängig. In diesem Sinne ist es besser, etwas Geld in neue Saatkartoffeln zu investieren als die Kartoffeln der letzten Ernte aus dem eigenen Garten als Saatgut für

das nächste Jahr zu verwenden. Das Vorkeimen der Saatkartoffeln verbessert die Startbedingungen für die Kartoffeln. Auf diese Weise können sie gleich mit ihrem überirdischen Wachstum beginnen und sind besser gegen Krankheiten und Schädlinge geschützt. Außerdem sorgt ein ausreichender Abstand beim Pflanzen dafür, dass die Blätter nach einem Regenschauer schnell wieder trocknen. Dadurch können sich Pilze nicht so leicht ausbreiten.