Rote Kartoffeln - Sorten und Infos zum Anbau

Rote KartoffelnWo sie auftauchen, ziehen rote Kartoffeln alle Aufmerksamkeit magisch an. Augenschmaus im Beet und Gaumenkitzel auf dem Teller sind Attribute, die sowohl Sorten mit roter Schale und gelbem Fruchtfleisch auszeichnen als auch durch und durch rot gefärbte Spezies. Angesichts der breit gefächerten Typen-Vielfalt sind Hobbygärtner unsicher, welche rote Kartoffel für das eigene grüne Reich geeignet ist. Die folgende Übersicht stellt die besten Sorten vor und gibt nützliche Infos zum Anbau im privaten Nutzgarten.

Sorten mit roter Schale und

hellem Fruchtfleisch


Laura

Unter den roten Kartoffeln führt Laura das Ranking der beliebtesten Sorten unangefochten an. Dank ihrer dunkelroten Schale bleibt sie am geeigneten Lagerort länger knackig frisch, solange es dort kühl, trocken und dunkel ist. Ideal geeignet für delikate Aufläufe und herzhafte Eintöpfe.
  • Mittelfrüh
  • Vorwiegend festkochend
Asterix

Sind Sie auf der Suche nach einer besonders ertragreichen roten Kartoffelsorte, werden Sie hier fündig. Asterix erweist sich neben dem erstklassigen Geschmack als resistent gegenüber der Knollenfäule und Kartoffelnematoden.
  • Mittelspät
  • Festkochend
Cheyenne

Aus Frankreich kommt eine neue, rotschalige Sorte auf den deutschen Markt. Die Züchter versprechen eine gute Ertragskraft und beste Lagereigenschaften. Das gelbe Fruchtfleisch vermittelt den typischen Kartoffelgeschmack mit intensivem Aroma.
  • Mittelfrüh
  • Festkochend
Cherie

rote KartoffelnWährend andere rote Kartoffeln geschält werden, kann Cherie mitsamt der zarten Schale verspeist werden. Mit ihrer länglich ovalen Silhouette macht diese Sorte auf jedem Teller eine gute Figur. Im Anbau gibt sie sich unkompliziert und pflegeleicht.
  • Sehr frühe Reife
  • Vorwiegend festkochend
Red King Edward VII

Eine mächtige Knolle mit dunkelroter Schalenfarbe holen Sie bei der Ernte mit dieser Sorte aus dem Boden. Ideal geeignet als köstliche Folienkartoffel, um sich nach der Zubereitung an der farbenfrohen Kartoffel auch optisch zu erfreuen. Im Anbau sind die Nährstoffversorgung und die Bewässerung von besonderer Relevanz.
  • Späte Reife
  • Vorwiegend festkochend
Sputnik

Der Sortenname diente 1960 als Hommage an den ersten Satelliten im All. Die leckere Kartoffel aus Polen wartet auf mit einer hellroten Schale und weißem zartschmelzendem Fruchtfleisch.
  • Früh reifend
  • Vorwiegend festkochend
Rheinische Rote

Eine alte Sorte aus dem Rheinland mit imposanten Knollen, die sich für die Zubereitung des klassischen Kartoffelsalates ebenso anbieten, wie als knusprige Bratkartoffel. Das cremefarbene Fruchtfleisch bietet einen schönen Kontrast zur roten Schale.
  • Mittelspät
  • Vorwiegend festkochend
Linzer Rose

In Österreich eine beliebte Züchtung dank einer zartrosafarbenen Schale und cremig-gelbem Fruchtfleisch. Der Geschmack hält, was die Optik verspricht. Nach der Ernte überzeugt die Linzer Rose mit einer ungewöhnlich langen Keimruhe, sodass sie sich wunderbar einkellern lässt.
  • Mittelfrüh reifend
  • Vorwiegend festkochend
Mayan Twilight

Lust auf eine gescheckte Kartoffel? Dann wählen Sie Mayan Twilight aus Peru für den Anbau im Garten aus. Mit ihrer roten Schale und den lustigen gelben Flecken an den Augen machen Pflanzen, Pflege und Zubereitung noch einmal soviel Freude. Ungewöhnlich gibt sie sich ebenfalls im Geschmack, der ein wenig an Marzipan erinnert.
  • Frühe Sorte
  • Vorwiegend festkochend
Peach Bloom

Rot-gelb marmorierte Schale und buttriger Wohlgeschmack, das sind die herausragenden Attribute dieser alten Sorte von 1850. Hobbygärtner erfreut Peach Bloom mit
genügsamer Anspruchslosigkeit, solange sie keinen frostigen Temperaturen ausgesetzt wird. Ob als Salzkartoffel, Ofenkartoffel oder zubereitet zum Knödel, diese Züchtung überzeugt auf ganzer Linie.

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  • Mittel früh reifend
  • Mehlig kochend
Sorten roter Schale und rotem Fruchtfleisch

Highland Burgundy Red

rote KartoffelnEine rotfleischige Delikatesse mit zartem Schmelz. Beheimatet in den schottischen Highlands seit 1902, gilt diese Sorte unter Hobbygärtnern als echtes Sammlerstück. Die weinrote Schale ist herrlich glatt, sodass sich jede der Knollen bei der Verarbeitung als Handschmeichler erweist.
  • Mittelspät
  • Mehligkochend
Königspurpur

Der deutsche Konkurrent zur rotfleischigen schottischen Sorte punktet mit einzigartigem, leicht nussigem Aroma und einer langen Tradition seit 1860. Die ovale Form mit glatter, leuchtend roter Schale zieht alle Blicke auf sich.
  • Mittelfrüh
  • Vorwiegend festkochend
Magenta Love

Das seltene Prachtstück mit roter Schale und intensiv rotgefärbtem Fruchtfleisch gelangte erst kürzlich in den Handel. Fein im Aroma und nussig im Geschmack, bringt die Sorte Farbe in den Kartoffelsalat, in die Bratpfanne und überrascht als knackige, rote Chips.
  • Mittelspät
  • festkochend
Red Salad Potato

Lang oval geformt mit roter Schale und rotem Fruchtfleisch, erobert diese Sorte aus dem Herzen Deutschlands die Hobbygärten Europas. Dass die Knollen mit 20-50 mm vergleichsweise klein bleiben, tut weder der optischen Wirkung noch dem Aroma einen Abbruch.
  • Spät reifen
  • Festkochend
Infos zum Anbau

Ihr dramatisches Outfit bedeutet nicht, dass sich rote Kartoffeln in der Kultivierung von den Klassikern unterscheiden. Haben Sie Ihre neue Lieblingssorte entdeckt, gibt diese sich im Anbau weniger kapriziös als vielleicht vermutet. Auf diese Aspekte kommt es an:

Standort und Bodenvorbereitung

Wählen Sie für den Anbau roter Kartoffeln ein Beet, das in den vorherigen 3 Jahren keine Kartoffeln oder anderen Nachtschattengewächse beherbergte. Idealerweise ist es am Standort sonnig, warm und geschützt. Im lehmig-sandigem Boden, reich an Humus und mit leicht saurem pH-Wert von 5,5-6 wird die Saat freudig Wurzeln schlagen. Die besten Voraussetzungen für den Anbau roter Kartoffelsorten schaffen Sie mit folgender Bodenvorbereitung:
  • Im Herbst des Vorjahres das Beet 2 Spaten tief umgraben
  • Das Erdreich optimieren mit Kompost, Lauberde, Sand und Hornmehl
  • Bis zum Frühjahr den Boden ruhen lassen
Saatkartoffeln vorkeimen

Rote Früh-Kartoffeln können hinter Glas vorkeimen, damit die edlen Raritäten mit einem robusten Wachstumsvorsprung in die Freiland-Saison starten. Auf diese Weise stärken Sie zugleich die Widerstandskraft gegenüber der gefürchteten Kraut- und Braunfäule. Mitte bis Ende März füllen Sie eine alte Holzkiste mit einem Blumenerde-Sand-Gemisch und legen die roten Saatkartoffeln hinein. Die Seite mit den meisten Augen weist nach oben. Am hellen Fensterplatz bei 12-15 Grad Celsius gießen Sie die Saat ab und zu, damit sich kräftige Triebe entwickeln mit einer optimalen Länge von 4-5 Zentimetern.

Pflanzen

Hat sich der Boden dauerhaft auf 8-10 Grad Celsius erwärmt, ist die Zeit gekommen für die Pflanzung von Saatkartoffeln. Bei normalem Witterungsverlauf ist dies Anfang/Mitte April der Fall für frühe Sorten. Mittelfrühe rote Kartoffeln setzen Sie Mitte/Ende April ein, damit ihnen die späten Qualitäten bis Ende Mai folgen. So handhaben Sie es richtig:
  • Das Beet harken, alles Unkraut jäten und eine feine Krume schaffen
  • Als organische Startdüngung gesiebten Kompost und Gesteinsmehl einarbeiten
  • Schnurgerade Furchen anlegen mit 15 Zentimetern Tiefe, im Reihenabstand von 60 Zentimetern
  • Im Abstand von 30-40 Zentimetern die Saatkartoffeln einsetzen und maximal 5 Zentimeter hoch mit Erde bedecken
  • Die Spitzen vorgekeimter Triebe müssen aus dem Substrat noch hervorschauen
Verfestigen Sie das Erdreich lediglich mit den Händen, um die Saat anschließend mit feiner Brause zu begießen. Frühe und mittelfrühe Sorten erhalten eine Abdeckung aus Vlies, zum Schutz vor verspäteten Bodenfrösten.

Tipp: Ein mobiler Folientunnel schützt den Anbau roter Kartoffeln besonders effektiv gegen das frostige Treiben der Eisheiligen bis Mitte Mai und die Schafskälte im Juni.

Tipps zur Pflege

Damit der Anbau roter Kartoffeln in einer üppige Ernte gehaltvoller Knollen in Premium-Qualität mündet, bedarf es der folgenden Pflege im Beet:
  • Die Jungpflanzen ab einer Wuchshöhe von 15 Zentimetern mindestens 8 Zentimeter hoch anhäufeln
  • Im weiteren Verlauf wiederholt mit lockerem Substrat anhäufeln, bis sich ein schützender Wall gebildet hat
  • Regelmäßig Unkraut jäten und gießen bei Trockenheit
  • Organisch düngen mit Kompost, Rinderdung, Hornspänen und Gesteinsmehl bis zur Blüte
Mulchen Sie die Beeterde mit Laub oder Stroh, beugt diese Maßnahme dem Befall durch die Kraut- und Braunfäule vor. Auf diese Weise gelangt beim Gießen kein Spritzwasser an das Kartoffellaub, womit einer der gefährlichsten Verbreitungswege den Pilzsporen verschlossen wird.

Fazit

Rote Kartoffeln bringen Abwechslung ins Beet und auf die Speisekarte. Ungeachtet ihrer exotischen Erscheinung, erweisen sich die Unterschiede hinsichtlich Pflanzen, Pflege und Geschmack gegenüber den klassischen Kartoffeln als minimal. Der hier aufgeführte Überblick über die besten Sorten möchte einen Beitrag leisten bei der Wahl Ihrer neuen Lieblingssorte im roten Kleid. Die Infos zum Anbau vermitteln, wie unkompliziert sich die rotschaligen und rotfleischigen Kartoffeln in ihrer Kultivierung geben. Grund genug, das Experiment im heimischen Garten in Angriff zu nehmen.