Wann ist Kartoffelernte - der Zeitpunkt früher und heute

kartoffeln2_flKartoffeln sind nach wie vor das beliebteste einheimische Gemüse. Und auch wenn die Kartoffeln in der Auslage des Discounters meist aus anderen Ländern und Massenzüchtungen kommen, so ist die Kartoffel dennoch ein Gewächs, das hierzulande optimal gedeiht.

Deshalb ist die Kartoffel genauso für den heimischen Gemüsegarten eine wunderbare Wahl.

„Was schon Großmutter so getan hat, das kann man heute getrost fortführen“, ist dabei eine beliebte Denkweise. Allerdings hat sich im Kartoffelanbau und ebenso der Ernte einiges seit Uromas Zeiten

geändert. Deshalb sollte man nicht jedem Ratschlag von damals blindlings folgen.

Die Kartoffelerntezeit früher

Von der früheren Erntezeit der Kartoffeln hat sich sogar heute noch etwas gehalten, nämlich die so genannten Kartoffelferien, wenngleich diese heutzutage nur noch den Namen Herbstferien tragen. Sie finden Jahr für Jahr im Oktober statt und dies hat sich schon vor vielen Jahren eingebürgert.

Denn werden heute üblicherweise die Kartoffeln entweder vom Großbauern maschinell geerntet oder aber im heimischen Garten nur wenige von Hand aufgenommen, so hatte man früher große Kartoffelfelder bewirtschaftet.

Und deshalb wollte man zur Erntezeit den Kindern die Möglichkeit geben, ihrer Familie entweder unentgeltlich oder gegen Entlohnung einem Bauern bei der manuellen Kartoffelernte zu helfen. Und diese fand alljährlich im Oktober statt.

Zwar gab es schon damals neben den im Oktober erntereifen Spätkartoffeln noch frühe und mittelfrühe Varianten, allerdings setzte man eher darauf, im Oktober zu ernten. Dann wurden die Kartoffeln von Hand aus
der Erde genommen und von ihrem überirdischen Bewuchs befreit. Erst nachdem alle Kartoffeln geerntet waren, wurde nun sortiert. Große und gut verwertbare Kartoffeln wurden in einem dunklen und trockenen Kellerraum gelagert. Durch diese Einkellerung waren die Kartoffeln bis zur nächstjährigen Ernte haltbar.

Um im Jahr danach auch reichlich Kartoffeln zu erhalten, wurden die letzten Frosttage abgewartet. Diese waren immer im Mai, die so genannten Eisheiligen. Danach wurden von den eingekellerten Kartoffeln ausreichend viele halbiert und in die Erde gesetzt.

Die Kartoffelerntezeit heute

Auch heute werden die meisten Garten- oder Feldkartoffeln im Herbst geerntet, selbst wenn man hierfür dank des technischen Fortschritts nicht mehr die tatkräftige Kinderunterstützung während der Kartoffelferien braucht. Und im Garten kann man die manuelle Erntearbeit ohnehin überschaubar halten. Dennoch gibt es heute zeitliche Unterschiede in der Ernte gegenüber früher.kartoffeln5_fl

Wie bereits erwähnt, führten die Kartoffelferien in Kombination mit einem finanziellen Faktor dazu, dass überwiegend Spätkartoffeln angebaut wurden. Für den heimischen Garten kann man heute jedoch neben diesen Spätkartoffeln gleichfalls auf die Frühkartoffeln und die mittelfrühen Kartoffeln zurückgreifen.

Frühkartoffeln sind in der Reifezeit äußerst rasant und können bereits nach maximal drei Monaten geerntet werden. Dank moderner Frostschutzfolien und -vlies ist man auch nicht mehr von der Kartoffelsetzzeit nach den letzten Maifrosttagen abhängig. Im März gesetzte Frühkartoffeln sind somit bereits Ende Juni bis Anfang Juli erntefähig.

Mittelfrühe Kartoffeln, zum gleichen Zeitpunkt gesetzt, benötigen vier bis maximal viereinhalb Monate Reifezeit. Sie kann man also im August bereits verwenden.

Die eigentlichen Spätkartoffeln, wie man sie früher verwendet hat, brauchen zwischen fünf und sechs Monaten in der Erde, bis sie genießbar

werden. Im März gesetzt, kann man sie im September ernten. Oder aber man wartet mit dem Auslegen der Setzkartoffeln bis April und hat dann analog zu früher im Oktober die Kartoffelerntezeit.