Essbare Wildkräuter sammeln

alant-wildkraeuter-collage-hg-flKräuter für Heilzwecke oder als Würze für Speisen werden schon seit vielen Jahrhunderten gesammelt. In unseren modernen Zeiten geht allerdings viel Wissen um die Wildkräuter verloren. Es ist so viel einfacher, sie im Supermarkt frisch, gefrostet oder getrocknet zu kaufen.

Kaum einer ist heute noch darauf angewiesen, seine Nahrungs- und Heilmittel selber zu sammeln. Einige tun es noch. Zum einen schmecken die Kräuter gut und zum anderen helfen selbst gemachte Salben und Tränke oft gegen Beschwerden. Es muss nicht immer gleich die Medizin aus der

Apotheke sein. Manch altes Hausmittel aus Kräutern bringt den selben Effekt. Wildkräuter übertreffen das moderne Kulturgemüse bezüglich ihrer Inhaltsstoffe. Sie enthalten mehr Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine.

Beim Kräuter sammeln muss unbedingt darauf geachtet werden, dass man keine Pflanzen einsammelt, die unter Naturschutz stehen. Auch sollte man nie alle Pflanzen einer Sorte abschneiden. Immer einige davon stehen lassen, damit sie sich weiter vermehren können. Außerdem empfiehlt es sich nicht, in der Nähe von Straßen und von Industriebgebieten zu sammeln. Die Schadstoffbelastung ist meist zu hoch und von gesunden Kräutern kann nicht die Rede sein. An Ackerrandstreifen muss davon ausgegangen werden, dass die Pflanzen durch Dünge- und
Pflanzenschutzmittel verunreinigt sind. Auch frisch gedüngte Wiesen sind tabu.

Ansonsten können Kräuter das gesamte Jahr über gesammelt werden. Wildgemüse schmeckt im Frühjahr am besten, dann sind die Pflanzen noch schön zart.  Will man die Blüten der Pflanze verwendet, wartet man mit der Ernte, bis diese verblüht sind. Wurzelwerk kann meist ganzjährig, also auch im Herbst oder Winter ausgestochen werden.

Die besten Tage um zu ernten sind die, an den milde Temperaturen herrschen und die Witterung mild ist.  Vormittagsstunden sind gut geeignet, allerdings sollte der Morgentau abgetrocknet sein. Nasse Wetter, Morgentau oder Mittagssonne haben negative Auswirkungen auf das Aroma, den Wirkstoffgehalt und die Haltbarkeit der Kräuter.

Wer sich mit Kräutern nicht gut auskennt, sollte sich vor dem sammeln informieren, welche Pflanzenteile gesammelt werden können und wann und wie sie geerntet werden. Bei einigen Kräutern verwendet man die Blätter, bei anderen die Blüten und bei wieder anderen die Wurzeln. Auch Samen und Früchte können genutzt werden. Gesammelt werden immer nur die Teile, die wirklich gebraucht werden. Wenn man nur einen Teil der Pflanze benötigt, bleibt der Rest stehen. Die Teile schneidet man heraus, nicht reißen oder rupfen! Wurzeln werden ausgestochen.

Für den Transport der Kräuter eignen sich luftdurchlässige Körbe oder Stofftaschen. Plastiktüten sind absolut ungeeignet. Kräuter werden am besten frisch verarbeitet. Kann man sie nicht sofort verbrauchen, müssen sie konserviert werden.

Wer sich nicht gut mit Naturkräutern auskennt, kann sich erkundigen, ob in seiner Region geführte Kurse zu diesem Thema angeboten werden. Wildkräuterwanderungen sind sehr beliebt und werden vielerorts angeboten. Von einem fachkundigen Führer kann man lernen, Kräuter zu erkennen, wann, wo und wie man sammelt und wie man sie zubereitet. Sogar Wildkräuterkochkurse sind im Angebot.