Olivenkraut - Vermehrung, Schneiden und Trocknen

Olivenkraut - Vermehrung, Schneiden und Trocknen

Immer wieder werden neue Kräuter aus fremden Ländern bei uns eingeführt und gerne in den Speisezettel aufgenommen.

rosmarin flEine der letzten Entdeckungen ist das Olivenkraut, eine wunderbare Gewürzpflanze mit Heimat auf der Iberischen Halbinsel und in Marokko, die mit ihrem Oliven-Thymian-Aroma schnell unsere Kräuterbeete erobert hat. Wenn auch Sie bereits eine Olivenkraut-Pflanze in Ihrem Garten stehen haben, möchten Sie sicher wissen, wie es mit der Vermehrung aussieht, wie bzw. ob Sie das Olivenkraut schneiden dürfen oder

müssen, und ob das abgeschnittene Kraut sich zum Trocknen eignet:

Olivenkraut schneiden

Olivenkraut kann durchgehend und regelmäßig geerntet werden, sobald die Pflanze sich bei Ihnen am zugedachten Standort eingelebt hat. Sie sollten dem Olivenkraut also nicht sofort mit der Schere auf den Leib rücken, nachdem Sie es gerade eingepflanzt haben. Zumindest dann nicht, wenn Sie es länger behalten möchten und nicht nur einfach die gekaufte Pflanze “abernten” möchten.

Nach etwa zwei Wochen sollte das Olivenkraut Wurzeln in ausreichender Stärke und Menge gebildet haben. Ab dieser Zeit können Sie durchgehend ernten und mit dem richtigen Schnitt bei der Ernte nebenbei dafür sorgen, dass Ihr Olivenkraut immer buschiger wird. Dazu sollten Sie bei der Ernte von Anfang an die Triebspitzen einkürzen, so fördern Sie bereits bei der kleinen Pflanze einen buschigeren Wuchs durch Verzweigung.

Ansonsten richtet sich der Schnitt nach den Eigenarten der Staude: Olivenkraut gehört zu den immergrünen mehrjährigen Stauden, die im Laufe der Zeit verholzen. Für diese Stauden gilt, dass sie um so weniger tief beschnitten werden, je mehr sie zum Verholzen neigen. Allgemein heißt das, das diese Halbsträucher maximal auf ein Drittel bis auf die Hälfte ihrer Gesamtmasse bzw. Gesamthöhe beschnitten werden. Wobei verblühte Blütenstiele vollständig weggeschnitten werden, alle noch wachsenden Triebe jedoch nur leicht, das heißt bis etwa zur Hälfte oder sicherheitshalber nur bis zu einem Drittel zurückgeschnitten werden sollten. Sie können eigentlich nichts falsch machen, wenn Sie immer so tief wie möglich schneiden, aber etwa einen Zentimeter über dem frischen Austrieb stoppen.

Wenn direkt über dem Boden noch frischer Austrieb zu sehen ist, können Sie also durchaus bis dorthin schneiden. Wenn nicht, sollten Sie höher ansetzen, Sie würden sonst ins alte Holz schneiden, daran kann eine verholzende Staude sogar eingehen. Wenn Sie dickere Triebe schneiden, sollten Sie leicht schräge Schnittstellen anlegen, an denen kann Regenwasser besser ablaufen.
Einen Rückschnitt braucht das Olivenkraut übrigens auf jeden Fall, sonst würde es wahrscheinlich nach einigen Jahren verkahlen. Neben der regelmäßigen Ernte in diesem Sinne erfolgen erzieherische Schnittmaßnahmen im Herbst, dann werden alle abgestorbenen Triebe bodennah zurückgeschnitten. Auch im zeitigen Frühjahr bei Beginn des Austriebs oder nach der Blüte ist Gelegenheit, das Olivenkraut etwa handhoch zurückzuschneiden und so zu kräftigem Wuchs anzuregen.

Olivenkraut trocknen und konservieren

kraeutergarten flWenn Sie nicht nur zum Zweck der Ernte schneiden, sondern die Pflegerückschnitte durchführen, werden Sie meist mehr Olivenkraut abgeschnitten haben, als Sie auf einmal verbrauchen können. Dann stellt sich die Frage, ob sich Olivenkraut trocknen lässt. Erfahrungsberichten zufolge ist das zwar möglich, es

soll aber schon eine Menge Aroma verloren gehen. Auf jeden Fall sollten Sie das Olivenkraut dann wie alle Kräuter richtig trocknen, also möglichst schonend und mit mäßiger Hitze.

Eine andere Art der Konservierung scheint viel logischer zu sein, wenn man sich den Geschmack des Olivenkrauts vor Augen ruft: Es schmeckt wirklich nach Oliven, so kann man auch immer wieder lesen, dass es überall dort eingesetzt werden könne, wo Oliven gut verwendet werden können.

Wenn man das wörtlich nimmt, lässt es sich vielleicht auch ähnlich konservieren wie Oliven? - Tatsächlich finden sich einige Rezepte im Internet, in denen Olivenkraut ähnlich wie Oliven verarbeitet wird:
  • Es wird zum Beispiel zusammen mit Oliven in Salzlake eingelegt, dann kann man es natürlich auch ohne Oliven in dieser Salzlake konservieren.
  • Olivenkraut kann ebenso wie Oliven zu Pesto verarbeitet werden und zu scharfen Saucen wie Piri-Piri und Salsa, beide Zubereitungsformen sind eine ganze Weile haltbar.
  • Da die Pflanze im Sommer üblicherweise so viel ätherisches Öl produziert, dass sie sich klebrig anfühlt, kann sie sicher auch gut in Öl eingelegt werden.
Olivenkraut vermehren

Vielleicht möchten Sie die abgeschnittenen Teile aber auch lieber zur Gewinnung weiterer Pflanzen nutzen. Das ist ohne Weiteres möglich, Olivenkraut-Abschnitte sollen sich vermehren lassen, indem Sie die Stecklinge in Wasser oder in Anzuchterde geben. Die Stecklinge scheinen jedoch nur recht widerwillig Wurzeln zu bilden, da vielfach empfohlen wird, der Erde Bewurzelungspulver beizumischen.

Bewurzelungspulver gibt es im Gartenfachhandel zu kaufen. Es finden sich jedoch auch Anleitungen, wie Sie Ihr Bewurzelungspulver selber machen können. Wenn Sie Erde eingesetzt haben, wird erst angegossen, dann sollte der Topf mit dem Steckling mit einer durchsichtigen Kunststofftüte verhüllt werden, um die Feuchtigkeit in der Anzuchterde zu halten. Nachgegossen wird immer, wenn keine Wassertropfen mehr an der Tüte zu sehen sind.

Olivenkraut schmeckt nach grünen Oliven, ein ganz bisschen nach Thymian, und einen Hauch Rosmarin scheint auch noch wahrnehmbar zu sein. Damit passt es sehr gut zu Pilzen, prima zu kurzgebratenem und geschmortem Fleisch, vielen Menschen schmeckt es auch gut in kalten Soßen und in Salatdressings. Sie sollten Olivenkraut möglichst nur kurz mitgaren oder überhaupt erst über das fertige Gericht streuen - wie es Ihrer Meinung nach seinen Geschmack am Besten entfaltet, müssten Sie kosten.

Wenn Sie Olivenkraut einmal ganz anders probieren wollen, hier noch der “neueste Schrei” in Richtung Olivenkraut: Einen frisch geernteten Zweig Olivenkraut in ein Sektglas stellen und mit Sekt aufgießen!