Erdbeeren - Anbau und Ernte

Viele unterschiedliche Sorten machen es möglich, diese köstlichen Früchte sowohl im Garten als auch auf der Terrasse anzubauen. Wahrscheinlich sind es weit mehr als 1.000 Sorten, die Pflanzenzüchter aus der Wildform der Erdbeere inzwischen entwickelt haben, ein eindrucksvoller Beweis für die Beliebtheit dieser schmackaften Beeren. Man unterscheidet zwischen drei Erdbeertypen: Die großen Gartenerdbeeren, bringen jährlich nur einmal Früchte hervor; die mehrmals tragenden Erdbeeren, Kulturformen der Walderdbeere; Monatserdbeeren gelten aufgrund ihres guten Geschmacks, der den Walderdbeeren ähnlich ist, als Leckerbissen. Die Erdbeerernte kann sich von

April bis in den Oktober hinziehen. Für den Anbau genügen ein kleines Beet, ein Kübel, Turm- oder Hängetöpfe, ja selbst ein Blumenkasten.

Standort: Erdbeeren gedeihen außer in sehr kalkhaltigem Erdreich in fast jedem Boden. Die besten Erfolge erzielt man in nährstoffreicher, durchlässiger und leicht saurer Erde.

Pflanzzeit: Erdbeerpflanzen, die man gegen Ende des Sommers gesetzt hat, tragen zu Beginn des folgenden Sommers erste Früchte.

Gartenerdbeere; sollte man schon im September pflanzen, wenn man bereits im Folgejahr ernten möchte, ein Winterschutz ist nicht erforderlich. Pikiert man die Erdbeeren dagegen erst im Spätherbst, werden sie voraussichtlich im folgenden Jahr noch nicht tragen. Die Gartenerdbeeren liefern normalerweise über drei Jahre hinweg eine gute Ernte.

Mehrmals tragende Erdbeeren; werden normalerweise im Oktober gepflanzt. Schon im Folgejahr können erste Früchte geerntet werden. Am besten man entfernt alle Blüten die sich vor dem Sommeranfang eigen, damit sich aus den nachfolgenden umso mehr Beeren entwickeln könne. Mehrmals tragende Erdbeeren kann man auch zu Beginn des Frühlings setzen und noch im selben Jahr ernten. Damit die Pflanze gestärkt in den Winter gehen, entfernt man ab Oktober aller Früchte.

Monatserdbeeren; bilden keine Ausläufer, man muss sie daher jährlich aus Samen heranziehen und im Frühjahr als Jungpflanzen setzen.

Kultivierung und Pflege: Gekaufte Pflanzen setzt man aus dem Topf in das vorbereitete Beet und bedeckt sie knapp mit Erde. Man lässt zwischen den Setzlingen 40cm und zwischen den Reihen etwa 80cm Abstand. Für einen kleinen Garten bietet sich das Pflanzen in kleinen Gruppen an. Die selbstgezogenen Ausläufersetzlinge drückt man gut in die Erde, damit keine Lufttaschen entstehen. Wasser was sich dort sammelt, kann zu Wurzelfäule führen. Sämlinge und
Monatserdbeeren pikiert man im Spätherbst in Abständen von etwa 3cm in Schalen mit Erde. Nach der Überwinterung im Frühbeet oder im kühlen Gewächshaus  werden die Pflänzchen im Abstand von 30cm ins Freie gesetzt. Erdbeerpflanzen die bereits Blüten angesetzt haben, sollte man im zeitigen Frühjahr bei Frostgefahr gut abdecken. Dabei sollte immer auf ein feuchtes Erdreich geachtet werden.

Vermehrung: Jungpflanzen von Gartenerdbeeren und mehrmals tragenden Erdbeeren zieht man aus Ausläufern oder erwirbt sie im Handel eingetopft oder gebündelt mit freiliegenden Wurzeln. Pflanzen, die zu wenig Ausläufer erscheinen an der Mutterpflanze in den Sommermonaten. Aus ihnen lassen sich problemlos neue Pflänzchen ziehen. Ausläufer sollte man ur von kräftigen Exemplaren genommen werden. Von jeder Mutterpflanze sollte man nicht mehr als zwei, maximal drei Triebe verwenden, alle anderen werden abgeschnitten. Müssen die Erdbeerpflanzen getrennt

werden, gräbt man im September ausgewachsene Exemplare aus und trennt sie dann.

Düngung und Schutz: Für eine ausgeglichene Nährstoffversorgung düngt man mit gut verrottetem Gartenkompost oder Mist jeweils nach der Ernte und noch einmal etwa einen Monat später. Eine Unterlage aus Stroh hält die Beeren sauber, trocken und gesund. Sobald alle Pflanzen abgeerntet sind, säubert man das Beet gründlich. Alte Blätter und überzählige Ausläufer schneidet man ab. Man entfernt sie zusammen mit der Strohunterlage und verbrennt alles, um Schädlinge und Krankheitskeime zu vernichten. Anschließend lockert man den Boden zwischen den Reihen gut auf.

Ernte: Am besten pflückt man die Erdbeeren am Morgen, wenn sie noch kühl von der Nacht sind. Möglichst nimmt man die Beeren mit dem Stiel ab. Schadhafte Früchte sortiert man aus. Monatserdbeeren tragen relativ lange. Ihre kleinen, dunkelroten, süßen Früchte erscheinen laufend oder in Schüben vom Ende Juni bis zu den ersten Frosttagen.

Schädlinge und Krankheiten: Alle drei Jahre sollte man die Erdbeerpflanzen versetzen, damit sich keine Krankheitskeime und Schädlinge anhäufen und die Erde sich wieder erholen kann. Bei Erdbeeren tritt häufig Grauschimmel auf. Man sollte die Pflanzen nicht zu dicht pflanzen und auf eine Strohschicht betten. Bei starkem Befall kann man mit Knoblauchtee spritzen. Gegen Rhizomfäule und den Echten Mehltau, beides Pilzkrankheiten, hilft eine Mischkultur mit Knoblauch, befallenen Pflanzenteile werden entfernt. Mit diesen beiden Maßnahmen kann man auch die Rotfleckenkrankheit wirksam bekämpfen. In Jahren mit vielen Schnecken mulcht man mit trockenem Material und versucht, Nützlinge wie Laufkäfer und Igel gezielt zu fördern. Die winzigen, weißen Erdbeermilben lasse die Pflanzen verkümmern. Hier sollte man durch Mischkulturen mit Knoblauch und Zwiebeln vorbeugen. Befallene Exemplare müssen vernichtet werden, man darf sie auf keinen Fall komposteren.

Sortenauswahl:

Gartenerdbeere
  • `Direktor Paul Wallbaum`- Ende Juni reifen die süßsäuerlichen, sehr aromatischen Früchte.
  • `Elsanta`- trägt ab Juni Früchte mit gutem süßsäuerlichem Aroma
  • `Mieze Schindler`- altbewährte Sorte, selbstunfruchtbar, mit typischen Brombeer- Aroma
Mehrmals tragende Sorten
  • `Herzbergs Triumph`- trägt früh und im August zum zweiten Mal, mittelgroße, süßsäuerliche Früchte
  • `Hummi Gento`- trägt von Juni bis Oktober, gutes, mildsüßes Aroma, im zweiten Jahr besonders großfruchtig.
  • `Ostara`- reift von Jun bis zum ersten Frost, gute Erträge mit mittelgroßen, aromatischen, süßsäuerlichen Früchten.
Monatserdbeeren
  • `Baron Solemacher`- sehr reichiche Ernte mit kleinen, angenehm süßen Früchten.
  • `RimonoHummi`- trägt von Juli bis Oktober große, süße Früchte
  • `Rügen`- eine recht alte Sorte mit ausgezeichneter Fruchtsüße