Leimringe für Obstbäume: Wann anbringen? Wie geht es?

In einem gesunden Obstgarten sind Leimringe beinahe obligatorischLeimringe halten Schädlinge davon ab, die Stämme von Obstbäumen und anderen Bäumen hinaufzuklettern und in den Kronen ihre Eier abzulegen oder die Bäume auf andere Weise zu schädigen. Sie sind eine gute Möglichkeit, die Bäume ohne den Einsatz von giftigen Substanzen zu schützen, und werden besonders häufig zur Bekämpfung von Frostspannern und Blutläusen eingesetzt.

Methoden zum Schutz der Obstbäume

Bei den Leimringen gibt es zwei Varianten. In beiden Fällen geht es

darum, eine klebrige Schicht auf den Baumstämmen anzubringen, auf der die schädlichen Insekten kleben bleiben und verenden: Diese Klebeschicht kann entweder direkt auf den Stamm aufgebracht werden oder man benutzt ein breites Band aus Papier oder Pappe mit einer entsprechenden Klebesubstanz, das um den Stamm gewickelt und dort befestigt wird. Letztere Variante hat den Vorteil, dass der Leimring später leichter wieder entfernt werden kann, damit nützlichen Insekten nicht der Weg versperrt wird.

Der Klebstoff, der für Leimringe verwendet wird, trocknet nicht aus und wird auch durch Regen nicht abgewaschen. Auf diese Weise sind die Bäume über Monate geschützt. Leimringe haben allerdings nur eine Wirkung bei der Bekämpfung von Schadinsekten wie den Frostspannern, denn die Weibchen dieser Gattung können nicht fliegen und müssen daher
den Baum hinaufklettern, um ihre Eier abzulegen. Gegen Insekten, die fliegen können, bieten die Leimringe dagegen keinen Schutz.

Das Anbringen der Leimringe
  • Ein Band mit einer Klebeschicht sollte mindestens acht Zentimeter breit sein, damit die Schädlinge es nicht überwinden können.
  • Es muss außerdem dicht am Stamm anliegen, damit unter dem Leimring kein Schlupfloch bleibt.
  • Am leichtesten gelingt die Befestigung mit Draht, der mehrfach um den Leimring gewickelt wird.
  • Bei Bäumen mit einer stark ausgeprägten Borke müssen die Zwischenräume zwischen Stamm und Leimring eventuell zusätzlich ausgefüllt werden.
  • Handelt es sich um einen noch jungen Baum, der noch an einen Stützpfahl angebunden ist, sollte auch der Pfahl einen Leimring bekommen, denn andernfalls nutzen die Insekten diesen Pfahl, um in die Baumkrone zu gelangen.
Ein Leimring, der direkt auf dem Stamm aufgebracht wird, findet sich im Handel meist unter der Bezeichnung Raupenleim. Er wird in einer dünnen Schicht mit einem Pinsel aufgetragen. Damit er sich gut streichen lässt, kann er vorher in einem Wasserbad leicht erwärmt werden.

Leimringe werden um den Stamm herum befestigt oder direkt auf der Rinde aufgetragenUnabhängig davon, ob der Leimring direkt auf dem Stamm oder als Band am Baum angebracht wird, sollte er möglichst tief am Stamm angelegt werden. Er muss ab und zu kontrolliert und bei längerem Gebrauch nach einigen Monaten erneuert werden. Außerdem sollten ein Leimring wie auch der Raupenleim immer eine grüne Farbe haben. Dadurch lässt sich verhindern, dass nützliche Insekten von der Farbe angezogen und getötet werden.

Der richtige Zeitpunkt

Wann ein Leimring angebracht werden sollte, richtet sich vor allem danach, welche Schädlinge bekämpft werden sollen. Frostspanner, deren Raupen sich von Blättern und Früchten der Obstbäume ernähren, klettern ab Ende September die Stämme von Obstbäumen hinauf, um ihre Eier in der Nähe der Blattknospen

abzulegen. Diese Eier überwintern auf dem Baum und erst im Frühling schlüpfen aus ihnen die Larven, die bei einem großen Aufkommen einen Baum komplett kahl fressen können und im weiteren Verlauf auch das Obst annagen.

Um sie zu bekämpfen, wird der Leimring daher Anfang September angelegt. Die Bekämpfung von Blattläusen und den Ameisen in ihrem Gefolge erfolgt dagegen Anfang März.