Obstbäume pfropfen - so geht's!

aprikosen-hoch-hg-flDurch das Pfropfen von Obstbäumen wird eine Umveredelung vorgenommen, die aus unterschiedlichen Gründen erforderlich wird. Eine schlechte Qualität der Früchte oder eine Anfälligkeit gegenüber Krankheiten sowie das Fehlen einer Befruchtersorte oder schlichtweg die eigene Erstellung einer Sortenvielfalt am Baum sind Gründe für das Pfropfen.

Dabei muss man wissen, dass grundsätzlich nur gleiche oder verwandte Obstarten miteinander veredelt werden können. Ferner sollten die Bäume nicht zu alt sein. Etabliert hat sich das sog. Pfropfen hinter die Rinde von Ästen mit einem Durchmesser von 3 bis

6 cm. Das Pfropfen ist recht einfach und auch für den Laien schnell nachvollziehbar und erlernbar. Daher ist diese Methode auch sehr weit verbreitet.

Es gibt beim Pfropfen hinter die Rinde verschiedene Abwandlungen wie Tittelpfropfen und das verbesserte Rindenpfropfen. Der perfekte Zeitpunkt hierfür ist gegeben, wenn sich die Rinde löst, was zwischen Ende April und Anfang Mai der Fall ist.

/>Obstbäume propfen: So gehts

Die Krone des Baums wird auf längere Stummel zurückgeschnitten. Ein Zugast verbleibt jedoch im unteren Bereich, da durch ihn die Assimilation für die Veredlungen an dem sonst kahlen Baum sichergestellt wird. Zugäste sollten nicht zu stark sein und auch nicht zu nahe am Pfropfkopf stehen. Der Pfropfkopf ist im Übrigen ein angesägter Stummelast, an dem die Umveredelung vorgenommen wird. An ihm werden ein bis drei Pfropfreiser angebracht, wobei das Reis an der Oberseite des Astes führend sein sollte. Die anderen Pfropfreiser helfen nur dabei, die Wunden zu verkraften.

An einem im Winter bereits geschnittenen und nicht verwelkten Edelreis wird dann mit einem Veredlungsmesser ein Kopulationsschnitt in einem Zug vorgenommen. An der Rückseite des Schnittes sollte sich ein Zugauge befinden, am angeschnittenen Pfropfreis sollten es inklusive Zugauge vier Knospen sein.

Nun werden die Ringe am Pfropfkopf der Länge nach an der Kopulationsschnittfläche gelöst. Das Messer wird so tief in die Rinde gedrückt bis man auf den Holzteil des Astes stößt. Vor diesem Holzteil befindet sich das teilungsfähige Kambiumgewebe.

Durch dieses wird das spätere Zusammenwachsen ermöglicht. Die Ringe wird vorsichtig angehoben und das Edelreis mit der Spitze voran vorsichtig hinter diesen Rindenflügel geschoben. Nun wird diese Verbindung mit Bast umwickelt, wobei das Zugauge immer frei bleibt. Schnittflächen werden dann noch mit Veredelungswachs versehen, wobei auch hier das Zugauge frei bleibt.